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Nun auch noch Conti: 4 Gewinnwarnungen am Montag

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Analysten hatten mit weiteren schwachen Zahlen aus der Autobranche und auch mit weiteren Gewinnwarnungen gerechnet. Der Zollstreit zwischen den USA und China schwelt weiter, die Weltkonjunktur kühlt in vielen Regionen merklich ab. Nun muss auch der Autozulieferer und Reifen-Hersteller Continental seine Ziele senken. Das Unternehmen erwartet beim Umsatz und Ergebnis weniger.  

Weil die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in diesem Jahr wohl um fünf Prozent sinken dürfte statt stabil zu bleiben, wird der Umsatz wohl nur noch 44 bis 45 Milliarden Euro erreichen, zuvor waren 45 bis 47 Milliarden Euro angepeilt, teilte Conti am Montagabend mit.

Bei der um Sondereffekte bereinigten Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern rechnet das Conti-Management um Vorstandschef Elmar Degenhart nur noch mit einem Wert zwischen 7 und 7,5 Prozent. Conti war schon vorsichtig ins Jahr gegangen mit der ursprünglichen Zielsetzung von 8 bis 9 Prozent.

Auch bei der für Investoren wichtigen Entwicklung des Bargeld-Zuflusses muss Finanzchef Wolfgang Schäfer zurückstecken, statt 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro Zufluss vor Zukäufen sowie der Abspaltung der Antriebssparte bleiben wohl nur 1,2 bis 1,4 Milliarden in der Kasse. Die Conti-Aktie -2,31% sackte nachbörslich zeitweise bis auf 116,50 Euro ab, nachdem sie bei 122 Euro aus dem Xetra-Handel gegangen war.  

Dürr-Mittelfrist-Ziele auf dem Prüfstand 

Am späten Nachmittag hatte bereits der Maschinenbauer Dürr seine Erwartungen für das laufende Jahr gesenkt. Bei der Marge auf den Betriebsgewinn (Ebit) rechnet der MDAX-Konzern nur noch mit 5,5 bis 6 Prozent, im Schnitt ein Prozentpunkt weniger als bisher erwartet, teilte der Konzern mit. 

Dürr führt den neugefundenen Pessimismus auf zwei Faktoren zurück: Erstens leide das Geschäft mit Maschinen für die holzverarbeitende Industrie unter einer Schwäche des Möbelmarktes. Zweitens habe der Wettbewerb in der Sparte für sogenannte Auswuchtanlagen sowie Montage-, Prüf- und Befülltechnik zugenommen.  

Das Geschäft mit der Autoindustrie sei dagegen stabil, darum behält Dürr auch seinen Ausblick für den Auftragseingang (3,8 bis 4,1 Milliarden Euro) und den Umsatz (3,9 bis 4,1 Milliarden Euro) bei.  

Vor Sondereffekten peilt Dürr 2019 eine Ebit-Marge von 6 bis 6,5 Prozent an, ebenfalls im Schnitt ein Prozentpunkt weniger als zuvor. Die Dürr-Aktie -2,56% rutschte kurz vor Börsenschluss noch ins Minus und schloss mit einem Kursverlust von 2,7 Prozent. Auf der Handelsplattform Tradegate weitete sie ihr Minus noch aus.  

Stahlhändler KlöCo auf Allzeit-Tief

Die Aktien von Klöckner & Co -2,42% haben am Montag mit einem Verlust von zeitweise 6,2 Prozent auf 4,24 Euro auf eine Gewinnwarnung des Stahlhändlers reagiert. Kurz zuvor war der Aktienkurs bis auf 4,19 Euro gefallen und hatte damit ein neues Rekordtief markiert. 

Klöckner & Co teilte mit, dass das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) im laufenden Geschäftsjahr nun zwischen 140 und 160 Millionen Euro liegen soll. Zuvor war eine Spanne von 180 bis 200 Millionen Euro avisiert worden. Analyst David Varga von der Privatbank Metzler hatte bereits in der Vorwoche geschrieben, bei Klöckner stünde eine heftige Gewinnwarnung an.

Gabelstapler laufen auch nicht 

Jungheinrich hat seine Erwartungen für das laufende Jahr reduziert. Die Investitionstätigkeit seiner Kunden gehe neuerdings deutlich zurück, erklärte der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik am Montagabend. "Ursächlich hierfür sind die sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die damit verbundene aktuelle Marktentwicklung für Flurförderzeuge." 

So erwartet der SDAX-Konzern für das laufende Jahr nur noch einen Betriebsgewinn (Ebit) von 240 bis 260 Millionen Euro, vorher waren es 275 bis 295 Millionen Euro. Beim Auftragseingang rechnet Jungheinrich mit 3,8 bis 4,05 Milliarden Euro, zuvor waren es 4,05 bis 4,20 Milliarden Euro. Beim Umsatz peilt Jungheinrich wie bisher 3,85 bis 4,05 Milliarden Euro an.  

Die Jungheinrich-Aktie -1,41% wurde auf der Handelsplattform Tradegate nach dem pessimistischen Ausblick 3,5 Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs gehandelt. 

Mit Material von dpa-AFX

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