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Obacht bei Milchmädchenrechnungen

| Quelle: Lars Brandau | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bei allem Respekt für die mutigen Anleger, die am Tiefpunkt nach dem verheerenden Crash bereits wieder beherzt zugegriffen und sich am Kapitalmarkt eingedeckt haben, dennoch sollte bei Gelegenheit mal über weitverbreitete Milchmädchenrechnungen nachgedacht werden.

Ja, zweifellos sind die Märkte in beeindruckender Weise zurückgekommen. Kaum jemand hätte wohl Anfang April gedacht, dass der DAX Ende Juli bereits wieder über die 13.000 Punkte tendiert. Und ja, wer eben in den zurückliegenden Monaten gekauft hat, der mag signifikant im Plus liegen. Vor allem Börsen-Journalisten weisen unermüdlich in diesen Wochen darauf hin, wie spektakulär dieses zweite Quartal gewesen ist. Nur ist das eben nur die halbe Wahrheit und verführt im schlimmsten Fall unbedarfte Sparer zu unbedachten Handlungen. Da ist zum Beispiel von den Millennials die Rede; jenen jungen Leuten, die angeblich massenhaft die Börse für sich entdeckt haben und jetzt einsteigen; die großen Gewinne vor Augen. Das erinnert viele ältere Marktteilnehmer an den Neuen Markt und die Konsequenzen des investorischen Wagemuts. In Wahrheit ist es doch eher so, dass die allermeisten Privatanleger zunächst einmal wirklich schmerzhafte Verlust erlitten haben und sich jetzt langsam wieder in die Gewinnzone sparen müssen. Das bedeutet, dass entweder die Sparpläne schlicht aufrecht erhalten bleiben und es lange dauern wird, bis aus dem roten der grüne Bereich erreicht wird oder, dass Anleger über die Liquidität verfügen und tatsächlich vergleichsweise günstig nachkaufen. Lediglich in sehr seltenen Ausnahmefällen liegen Anleger mit dem kompletten angesparten und allokierten Portfolio ausnahmslos weit vorne.

Unabhängig mal von den Begleiterscheinungen; nämlich weiterhin Streit zwischen den USA und China, Streit um die Verteilung und Nutzung der europäischen Gelder für den Corona-bedingten wirtschaftlichen Wiederaufbau und nicht zuletzt der Sorge um eine um sich greifende zweite Welle der Pandemie, empfehlen sich in diesen Märkten Teilschutz-Zertifikate. Die Klassiker unter den strukturierten Wertpapieren sorgen für eine sinnvolle Allokation des individuellen Depots; nehmen Risiken raus und verleihen mehr Sicherheit.

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Lars Brandau

Lars Brandau Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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