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Ökonomen-Stimmen zur Zinsentscheidung der US-Notenbank

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed will ihren Leitzins angesichts der Corona-Krise offenbar über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. So soll die Nullzinspolitik fortgeführt werden, bis auf dem Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung erreicht ist. Dies teilte die Fed nach ihrer Zinssitzung am Mittwoch mit. Zudem soll die Inflation auf zwei Prozent steigen und absehbar für einige Zeit moderat über zwei Prozent bleiben. Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Erholung ist nach Einschätzung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell die Entwicklung der Corona-Pandemie.

So beurteilten Ökonomen den Einbruch:

Christoph Balz, Ökonom der Commerzbank:

"Laut Fed-Chef Powell würde es der Fed nicht reichen, wenn die Inflationsrate nur kurz die Zwei-Prozent-Marke erreicht. Das müsste schon nachhaltig sein. Erwartungsgemäß hat die Fed keinen oberen Toleranzwert für die Inflation genannt. Eine "moderate" Überschreitung dürfte sich wohl aber im Bereich einiger Zehntelprozentpunkte bewegen - und die Überschreitung sollte nicht dauerhaft sein."

Christian Scherrmann, Volkswirt bei der DWS:

"In der Pressekonferenz bestätigte Notenbankchef Powell den etwas optimistischeren Ausblick, verwies jedoch erneut auf verbleibende pandemiebedingte Risiken. Ferner werde die Fed ihre Ankaufprogramm zumindest im aktuellen Tempo fortsetzten, um weiterhin gute finanzielle Rahmenbedingung zu gewährleisten. Zu guter Letzt erneuerte Powell die Forderung nach weiterer fiskalischer Unterstützung, da gerade Geringverdiener davon profitieren würden - vielleicht doch ein kleiner Hinweis, wie die Notenbanker über Arbeitsmärkte denken."

Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter LBBW Research:

"Sollte die politische Blockade auch nach der Präsidentschaftswahl absehbar anhalten, würde der Druck auf die Notenbank nochmals steigen, die Geldschleusen weiter zu öffnen. Ein mögliches Mittel hierfür könnten eine Erhöhung der Anleihekäufe sein sowie Schritte, welche die Hürden für eine künftige Leitzinsanhebung faktisch nochmals höher setzen. Ohnedies hat die Fed heute bereits einen Schritt in diese Richtung getan, indem sie das Nullzinsumfeld festgeschrieben hat, bis ihre geldpolitischen Ziele Vollbeschäftigung und Preisstabilität in der kürzlich überarbeiteten Auslegung erreicht sind. "

Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank:

"Die Fed steht vor einem Glaubwürdigkeitsproblem: Denn für 2020 sieht ihre Bilanz bisher äußerst mager aus. Egal was die amerikanische Notenbank in den vergangenen Monaten probierte - angefangen von der Leitzinssenkung auf Null bis zur beispiellosen Bilanzausweitung durch den Ankauf von Rentenpapieren - die Inflation ist heute niedriger als zu Beginn der Maßnahmen. Unterm Strich hat das extrem entschlossene geldpolitische Wendemanöver der Fed also kaum etwas gebracht - außer eine um 40 Prozent gestiegenen Geldmenge." /jsl/fba


Quelle: dpa-AFX
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