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Ölpreis im Aufwind: Hintergründe und Prognosen

| Quelle: FIN_BLOG | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Breit diversifizierte Anleger haben nicht nur Aktien und Währungen im Blick, sondern auch die Rohstoffmärkte. Hierbei ist der Ölpreis neben Gold und Weizen der wohl wichtigste Markt. Unterscheiden muss man dort jedoch zwischen rund 30 verschiedenen Ölsorten, welche sich neben der Bezeichnung natürlich im Preis und bei der Qualität entsprechend unterscheiden. Börsianer schauen vor allem auf die Sorte Brent Crude (Brent) und dem West Texas Intermediate (WTI). Andere Sorten, wie das Tapis aus Asien, sind jedoch für Anleger weniger interessant. Selbst die OPEC als Organisation Erdöl exportierender Länder orientiert sich nur an einem Warenkorb aus 13 wichtigen Rohölsorten aus und unweit der Region Saudi Arabiens.

 

Preisanstieg der letzten Jahre

 

In den vergangenen beiden Jahren hat sich der Ölpreis sehr gut entwickelt. Von weniger als 30 US-Dollar ist die hier dargestellte Sorte Brent Crude auf nahezu 80 US-Dollar geklettert. Dies zeigt das beeindruckende Chartbild hiermit auf:

 

 

 

Auf Sicht von einem Jahr ist somit ein Kursgewinn von 50 Prozent zu verzeichnen und in der Ausdehnung des Chartbildes sogar eine satte Verdopplung. Hintergrund hierfür ist vor allem die Einschränkung der Ölproduktion durch die OPEC. In einem entsprechenden Abkommen wurde die Deckelung der Förderung bereits vor einem Jahr erneut bestätigt. Aus Sicht der OPEC-Länder ist dies auch notwendig, um bei steigenden Preisen die Gewinnmargen zu erhöhen. Mit abnehmendem Angebot auf dem Weltmarkt und sinkenden Ölvorräten sind ökonomisch betrachtet die steigenden Preise absehbar. Sie sind Hauptbestandteil der Staatseinnahmen dieser Region und ermöglichen letztlich das teilweise sehr luxuriöse Leben vieler einflussreicher Familien. Neben dem „Kartell“ sind auch verbündete Ölförderstaaten wie Russland an Mehreinnahmen interessiert. Genau diese werden aktuell generiert.

Eine Ausnahme bildet die USA, welche bei diesen Förderkürzungen nicht mitmacht. Auch dafür gibt es einen Grund, denn dort ist die Förderung in der Hand großer Ölkonzerne, jedoch nicht staatlich organisiert.

Betrachtet man den Weltmarkt, ist die OPEC nur für rund ein Drittel aller Förderungen verantwortlich. Sie dominiert somit nicht den globalen Ölmarkt, hat aber natürlich entsprechend hohen Einfluss.

 

Zu diesen Faktoren kamen in jüngster Zeit auch politische Unsicherheiten hinzu. Dabei sei an den Streit zwischen den USA und dem Iran erinnert, an Syrien und letztlich auch an die politische Unsicherheit in Venezuela. Dort wurde erst am Wochenende der Amtsinhaber Nicolas Madure erneut zum Präsidenten gewählt. Seitens der Opposition wird Wahlbetrug unterstellt und am Montag unterzeichnete US-Präsident Donald Trump daraufhin ein Dekret, welches Sanktionen gegen das Land beinhaltet. Inwiefern mit der Änderung der Förderquoten reagiert wird, bleibt noch unklar.

 

Prognosen beim Ölpreis

 

Nach der sechsten Woche des Ölpreis-Anstiegs in Folge könnte man als Anleger meinen, dass eine Pause dieser Trendbewegung anstehe. Dies muss nicht so sein, vor allem wenn politische Gründe und eine Zuspitzung der Trenddynamik hier eine Rolle spielen. Noch zum Monatsbeginn sprang der Ölpreis über 70 US-Dollar und ist nun bereits an der 80-Dollar-Marke angekommen. Für investierte Anleger sicherlich eine große Freude, doch die Auswirkungen betreffen am Ende alle Menschen.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte der Chefökonom der Commerzbank Jörg Krämer bereits, dass ein hoher Ölpreis ein Risiko für das Wachstum darstellt. Zitat: „Wenn der Ölpreis bis zum Jahresende auf dem gegenwärtigen Stand bliebe, würde das Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland um 0,7 Prozent sinken.“ – Quelle: faz

In der Tat merken wir alle diesen Preisanstieg. Beim Ausflug zu Pfingsten sah man deutschlandweit neue Jahreshöchststände bei Benzin und Diesel.

 

Eine Prognose zu wagen ist sehr schwierig und von den eingangs genannten Faktoren abhängig. Aus Sicht der Charttechnik kann man jedoch auch mit einer Rückkehr des dreistelligen Kursbereichs rechnen, wie folgendes Chartbild andeutet:

 

 

 

Partizipation an der Preisentwicklung

 

Wer hierbei mit größeren Mengen liebäugelt, beispielsweise als Energielieferant für eine Wohnanlage, der kann natürlich auf eine Fortsetzung dieser Preisbewegung spekulieren und mit diesem Gewinn den Teuerungseffekt etwas auffangen. Oder sich gleich mit Derivaten entsprechend absichern. Diesen Weg gehen vor allem die Fluggesellschaften, denn der Kerosinpreis als Treibstoff für die Flugzeuge hängt direkt vom Ölpreis ab. Auch wenn der Preis weiter steigt, haben sich die Airlines über eine entsprechende Absicherung des Preises X in der Zukunft eine Lieferung garantiert. Dies funktioniert wie folgt:

„Die Preisabsicherung ist wie eine Art Versicherung; sprich ich sichere mir als Airline in der Zukunft ein Preisniveau und erhalte dadurch Planungssicherheit für die Kostenseite.“ (Zitat aus airliners) und wird auch Hedging genannt.

Als Anleger kann man von der kurzfristigen Preisentwicklung mit Produkten wie Zertifikaten oder Optionsscheinen partizipieren. Sie finden eine große Auswahl an dieser Stelle. Längerfristiges Investieren und mit einer nahezu gleichlaufenden Performance wie der Ölpreis selbst, ist mit ETC’s möglich. Auch dafür gibt es auf finanztreff.de eine eigene Rubrik mit entsprechenden Filtermöglichkeiten zu den Produkten.

 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg am Rohstoffmarkt.

Ihr Team von finanztreff.de

 

 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/oil-f%C3%B6rderung-sasketchewan-pr%C3%A4rie-1044575/

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