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Ölpreise weiter im Aufwind

| Quelle: Commerzbank_TagesInfo_Rohstoffe | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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Energie: Die Ölpreise sind gestern den neunten Handelstag in Folge gestiegen. In dieser Woche verteuerte sich Brent bisher um 8%, WTI sogar um knapp 10%. Damit steht WTI vor dem stärksten Wochenanstieg seit mehr als zwei Jahren. Vom Tief an Heiligabend sind die Ölpreise um mehr als 20% gestiegen. Rückenwind kommt seitens der Finanzmärkte durch einen schwächeren US-Dollar und steigenden Aktienmärkten. Auslöser hierfür waren taubenhafte Fed-Kommentare und jüngste Anzeichen einer Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Daneben gibt es aber auch ölmarktspezifische Faktoren. So berichteten verschiedene Umfragen einen kräftigen Rückgang der OPEC-Ölproduktion im Dezember. Anfang Januar sind die Produktionskürzungen der OPEC+ und in Kanada in Kraft getreten. Saudi-Arabien hat für Januar einen deutlichen Rückgang seiner Ölproduktion verkündet und eine Kürzung seiner Ölexporte angekündigt. Angesichts dieser Nachrichtenlage dürften auch die Finanzanleger in den Ölmarkt zurückkehren, deren Rückzug maßgeblich zur Preisschwäche im vierten Quartal beigetragen hatte. Aufschluss hierüber können die Positionierungsdaten für Brent geben, die heute Abend von der ICE veröffentlicht werden. Wegen der Haushaltssperre in den USA werden keine CFTC-Positionierungsdaten für WTI veröffentlicht. Dagegen gibt es heute Abend neue Daten von Baker Hughes zur Bohraktivität in den USA. Aufgrund der bis vor kurzem sehr niedrigen Preise für Schieferöl im Mittleren Westen – WTI Midland kostete Ende Dezember zeitweise weniger als 40 USD – könnte diese weiter gesunken sein. WTI könnte daraufhin weiter steigen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Nach einer Schwächephase gestern Nachmittag nähert sich Gold zum Wochenausklang wieder der Marke von 1.300 USD je Feinunze. Das Investoreninteresse an Gold hat den Schwung aus dem alten Jahr mit ins neue hinübergenommen: Seit Jahresbeginn sind den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs schon 23,7 Tonnen zugeflossen. Dank einer großen Kauflaune im vierten Quartal verzeichneten die Gold-ETFs 2018 insgesamt Zuflüsse von fast 80 Tonnen. 2017 waren die Zuflüsse allerdings fast dreimal so hoch. Ende 2018 summierten sich die Bestände der Gold-ETFs auf 2.210 Tonnen. Verglichen mit den Goldbeständen der Zentralbanken weltweit halten die Gold-ETFs damit die fünftgrößten Goldreserven. Regional gab es im letzten Jahr große Unterschiede: So haben Zuflüsse in europäische Gold-ETFs (vor allem in Deutschland und Großbritannien) Abflüsse aus nordamerikanischen mehr als ausgeglichen. Für die Absätze von US-Goldmünzen war 2018 sogar ein rabenschwarzes Jahr. Daten der US-Münzanstalt zufolge wurden nur 245,5 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft, so wenig wie zuletzt vor elf Jahren. In den USA waren höher verzinsliche Anlagealternativen wie Aktien und Renten gefragt, trotz der hohen Volatilität zum Jahresende hin. Auch die Absätze von US-Silbermünzen fielen auf ein 11-Jahrestief (15,7 Mio. Unzen). Im Gegensatz zu Gold verzeichneten die von Bloomberg erfassten Silber-ETFs im letzten Jahr Abflüsse (gut 270 Tonnen). Der Silberpreis ist zuletzt dem Goldpreis nach oben gefolgt und notiert bei 15,7 USD je Feinunze.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: US-Finanzminister Steven Mnuchin hat gestern demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses über die Hintergründe informiert, warum das Finanzministerium die Sanktionen gegen Unternehmen aus dem Umfeld des russischen Oligarchen Deripaska aufheben will. Das Finanzministerium hatte die Aufhebung der Sanktionen, die auch den größten russischen Aluminiumproduzenten betreffen, am 19. Dezember angekündigt (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 20. Dezember), nachdem die wesentlichen Forderungen der USA erfüllt wurden. Die Sanktionen werden nach einer Frist von 30 Tagen, also rund um den 20. Januar, aufgehoben, sofern der US-Kongress dieses Vorhaben nicht blockt. Vor ein paar Tagen hatten die Demokraten jedoch genau dagegen opponiert. Ihre Bedenken seien während des Treffens nicht zerstreut worden, wie einige Demokraten letzte Nacht erklärten. Mnuchin erwägt deshalb eine Verzögerung des Vorhabens, hält daran grundsätzlich aber fest. Sollten die Sanktionen aufgehoben werden, kann russisches Aluminium wieder uneingeschränkt gehandelt werden. Denn die LME hat bekannt gegeben, dass sie ihre Restriktionen gegen den russischen Aluminiumproduzenten ebenfalls aufhebt, sobald die US-Sanktionen nicht mehr in Kraft sind. Damit würde sich die unseres Erachtens ohnehin gute Versorgungslage vor allem in Europa weiter verbessern. Dies spricht gegen spürbar steigende Aluminiumpreise und für anhaltend niedrige physische Aluminiumprämien.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Kupfer-Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Kupfer-Future Faktor: -5

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