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Osram: Diese Enttäuschung hat Folgen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Bericht über ein mögliches Scheitern der Übernahme des Lichtkonzerns Osram +3,68% durch die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle hat die Aktien des Lichtkonzerns am Donnerstag stark belastet. Am Vormittag verloren sie zeitweise rund sechs Prozent auf unter 31 Euro und waren damit das abgeschlagene Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte MDax +0,16%.

Das Manager Magazin hatte unter Berufung auf Insider geschrieben, dass nach der Gewinnwarnung Ende März nun auch das Vertrauen der Investoren in den Anlagehintergrund schwinde – vor allem wegen der sich abzeichnenden Finanzierungsbedingungen. Besonders die Deutsche Bank -1,52%, die zusammen mit JP Morgan und Goldman Sachs +0,82% Kredite für den Kauf bereitstellen soll, lasse nun Vorsicht walten, heißt es in dem Bericht. Das Finanzierungspaket der Geldhäuser werde wohl erheblich kleiner ausfallen als ursprünglich avisiert. Dies würde jedoch die Renditeaussichten für die Käufer einem späteren Ausstieg senken.

Um ihre Vorgaben einigermaßen sicher zu erreichen, müssten Bain und Carlyle den Preis für Osram drücken. Statt des von Analysten bislang prognostizierten Gebots von bis zu 45 Euro je Aktie erwarteten Insider nun allenfalls eine kleine Prämie auf den aktuellen Kurs von gut 30 Euro. Für die größte Aktionärin, die Allianz-Fondstochter -0,14% Allianz Global Investors (AGI), wäre das wenig attraktiv. Sie dürfte ihre Beteiligung von gut 10 Prozent zu einem Durchschnittskurs von 50 Euro erworben haben, schreibt das Magazin.

Laut MM bestehe die Gefahr, dass sich die Finanzinvestoren sogar komplett aus dem Deal zurückziehen. Dabei rechnet Bain und Carlyle seit Wochen einen Kauf von Osram durch, bislang war mit einem Übernahmeangebot gerechnet worden.

Vor gut zwei Wochen vermeldete Osram noch, dass die Gespräche über eine Übernahme gut vorankämen. Auch heute wiederholten sie: "Wir führen weiter gute Gespräche mit Bain und Carlyle." Der Aktienkurs hatte sich seit der Gewinnwarnung wieder etwas stabilisiert. Laut dem Magazin wetten Spekulanten aber bereits darauf, dass die Übernahme scheitert. So hätten Bain und Carlyle Ende März um eine verlängerte Frist zur Prüfung der finanziellen Situation gebeten.

Osram hatte Ende März seine Jahresziele wieder einmal zusammengestrichen. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Lichtkonzern zweimal seine Prognosen gesenkt und damit Investoren verärgert. Händler stören sich außerdem daran, dass das Management keine wirkliche Erklärung für die Schwere der Gewinnwarnung liefern könne.

Die operative Schwäche hinterließ auch im Aktienkurs tiefe Spuren. Seit ihrem Rekordhoch bei 79,58 Euro Anfang 2018 haben die Papiere mehr als 60 Prozent an Wert verloren.

Sechs-Monats-Chart Osram Licht (in Euro)
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