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Osram: Neues Kauf-Angebot katapultiert Aktie nach oben

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Chip-Konzern AMS macht mit seinen Übernahmeplänen für Osram anscheinend doch ernst. Die Österreicher wollen 38,50 Euro je Aktie bieten, das sind zehn Prozent mehr als die beiden US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle zahlen wollen.

Übernahmeangebot bringt neuen Schwung

Vorbörslich stand die AMS-Aktie -0,02% am Montag in Zürich deutlich unter Druck, während das Osram-Papier -0,17% auf der Handelsplattform Tradegate knapp 11 Prozent auf über 35 Euro anzog.

Mit dem Gebot wird Osram mit 4,3 Milliarden Euro inklusive Schulden bewertet. Die Österreicher haben sich den Angaben zufolge eine Brückenfinanzierung von 4,2 Milliarden Euro gesichert. Einen Teil davon will das an der Schweizer Börse notierte Unternehmen über die Ausgabe von neuen Aktien zurückzahlen. Dafür soll das Kapital um 1,5 Milliarden Euro erhöht werden. Das Unternehmen selbst ist an der Börse etwas mehr als 4,1 Milliarden Schweizer Franken oder umgerechnet rund knapp 3,8 Milliarden Euro wert.

AMS sieht durch eine Übernahme viel Potenzial durch Kostensenkungen. So sollen die jährlichen Aufwendungen um 240 Millionen Euro sinken. Die eine Hälfte soll vor allem aus der Zusammenlegung von Fabriken kommen - die andere Hälfte soll durch Einsparungen in der Verwaltung, der IT sowie in der Forschung und Entwicklung kommen. Zudem erhofft sich AMS durch den Kauf von Osram positive Effekte auf den Umsatz in Höhe von 60 Millionen Euro. Um die Synergieeffekte von insgesamt 300 Millionen Euro zu erreichen, seien einmalige Kosten von 400 Millionen Euro notwendig.

AMS hatte sich Mitte Juli nach einem unverbindlichen Angebot wieder zurückgezogen. Damals hieß es, der Konzern sehe nach einer Evaluierung "keine ausreichende Basis" für eine Fortsetzung der Gespräche. Kurz danach teilte AMS aber auch mit, dass eine Übernahme noch nicht vom Tisch ist. Osram selbst hatte sich gegen den AMS-Vorstoß gewehrt und favorisiert das bereits laufende Gebot von Bain Capital und Carlyle. Die beiden Unternehmen bieten 35 Euro je Anteil.

Widerstand gegen Angebot der US-Finanzinvestoren

Zuletzt hatte es aber starken Widerstand gegen das Gebot der beiden US-Unternehmen gegeben. So hatte sich in der vergangenen Woche mit der Allianz-Tochter AGI der größte Osram-Anteilseigner gegen die Offerte gestellt und angedroht, ihr Paket von rund neun Prozent der Anteile nicht anbieten zu wollen. Am Freitag lehnte zudem die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) das Gebot ab. "Der Barabfindungspreis ist aus Sicht der SdK nicht angemessen."

Bisher haben auch wenig Aktionäre ihre Anteile angeboten. Sie haben aber auch noch bis 5. September Zeit zum Überlegen, dann läuft die Annahmefrist ab. Für gewöhnlich werden bei Übernahmeprozessen die Anteile erst kurz vor Ablauf der Frist angeboten. Die US-Investoren haben sich jedoch selbst eine hohe Hürde gesetzt: Falls weniger als 70 Prozent der Aktionäre zustimmen, wollen sie die Übernahme abblasen.

Osram steht zum Verkauf, weil der Konzern in den vergangenen eineinhalb Jahren in schwieriges Fahrwasser geraten ist. Das Unternehmen produziert mittlerweile hauptsächlich LEDs und Optoelektronik. Die wichtigsten Kunden sind Auto- und Smartphonehersteller. Da in beiden Branchen die Geschäfte derzeit schlecht laufen, ist der Beleuchtungshersteller hart getroffen

Mit Material von dpaAFX.



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