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Ostausschuss warnt vor Ausfällen bei Alu-Produktion durch US-Sanktionen

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)Der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft hat vor einem Stillstand der Aluminiumproduktion in Eruopa in Folge der neuen US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und deren Konzerne gewarnt. "Es drohen die Abschaltung von ganzen Produktionsstandorten und ein Produktionsausfall bei weiterverarbeitenden Betrieben", heißt es in der Analyse.

Mit Strafmaßnahmen belegt ist der russische Aluriese Rusal, der laut Ostausschuss für 40 Prozent der europäischen Aluminium-Importe steht. Außerdem liefert Rusal mit Tonerde ein wichtiges Vorprodukt für Alu.

Das Metall wird vor allem in der Herstellung von Autos und Flugzeugen eingesetzt, weshalb mit Lieferengpässen gerechnet werden müsse. Der Ostausschuss befürchtet steigende Preise für den Rohstoff, da deutsche und europäische Firmen mit US-Geschäft auf andere Quellen ausweichen dürften, um mögliche Sanktionsverstöße zu vermeiden. Nutznießer davon könnten amerikanische Aluproduzenten sein.



Der lange Arm der Amerikaner


Firmen aus Europa könnten von den amerikanischen Behörden über ihre US-Töchter zu Strafen verdonnert werden, wenn sie "signifikante Geschäfte" mit den blockierten russischen Managern oder Unternehmen gemacht haben. In letzter Zeit ist der Preis für Aluminium an den Rohstoffbörsen steil nach oben geschossen und erreichte ein mehrjähriges Hoch. Aktuell kostet die Tonne rund 2.300 Dollar und damit 300 Dollar mehr als vor der Verkündung der Sanktionen Anfang April.

Der Ostausschuss verlangte von der Bundesregierung, sich in Washington für Ausnahmen stark zu machen, um bestehende Verträge abarbeiten zu können. Außerdem müssten europäische und deutsche Unternehmen davor geschützt werden, dass sie von den Strafen überhaupt getroffen würden, wenn sie gleichzeitig in den USA Geschäfte machen. Zu klären sei dringend, ob die staatlichen Euler-Hermes-Exportbürgschaften im Falle von sanktionsbedingten Ausfällen greifen.



Kurze Fristen


Die USA geben der Wirtschaft Zeit bis zum 7. Mai beziehungsweise 5. Juni, um sich auf die Beschlüsse einzustellen. Welche Frist einzuhalten ist, variiert für US-Bürger, US-Firmen und Alliierte.

Anfang April veröffentlichte das US-Schatzamt die Sanktionen gegen sieben russische Konzernchefs, zwölf durch diese kontrollierte Unternehmen, 17 russische Regierungsfunktionäre, eine staatliche Rüstungsfirma und eine Bank. Für Rusal ist der Beschluss bereits verheerend. An der Börse hat sich der Wert des Unternehmens bereits mehr als halbiert.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/jhe

END) Dow Jones Newswires

April 16, 2018 09:07 ET ( 13:07 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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