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OTS: CRIF Bürgel GmbH / Starker Anstieg der Firmen- und Privatinsolvenzen ...

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Starker Anstieg der Firmen- und Privatinsolvenzen erwartet -
Insolvenzwelle wird ins Jahr 2021 hineinreichen
Hamburg (ots) - Die Firmen- und Privatinsolvenzen sind in Deutschland trotz der
Rezession aufgrund der Corona-Pandemie in den ersten neun Monaten des Jahres auf
ein historisches Tief gesunken.

Bis zum 30.9.2020 haben in Deutschland knapp 12.200 Unternehmen eine Insolvenz
angemeldet und damit 14,7 Prozent (1.bis 3. Quartal 2019: 14.381) weniger als
noch im letzten Jahr. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für
Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Hinzu kommen die
unterschiedlichen Rettungspakete für Unternehmen, die entwickelt wurden, um im
Jahr 2020 ein historisches Ausmaß an Firmeninsolvenzen zu verhindern. "Die
wirtschaftlichen Probleme vieler Unternehmen durch die Corona-Krise zeigen sich
bislang nicht in einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Die Hilfszahlungen
verschleiern derzeit die wahre finanzielle Struktur einiger Unternehmen. Derzeit
haben über 300.000 Unternehmen in Deutschland finanzielle Probleme", sagt
CRIFBÜRGEL Geschäftsführer Dr. Frank Schlein.

Ab dem 1. Oktober 2020 ist in Deutschland mit einem Anstieg der
Firmeninsolvenzen zu rechnen, denn ab diesem Stichtag gilt für zahlungsunfähige
Unternehmen wieder die Insolvenzantragspflicht.

CRIFBÜRGEL geht für das Jahr 2020 von bis zu 18.000 Insolvenzen aus. Da die
Insolvenzstatistik stets die Vergangenheit abbildet, also gewissermaßen einen
Blick in den Rückspiegel darstellt, werden die genauen Auswirkungen der
Corona-Krise verstärkt im kommenden Jahr sichtbar werden. Die Insolvenz-Welle
wird auch noch weit ins Jahr 2021 hineinreichen. Die negativen Folgen des
Corona-Lockdowns und der anhaltenden Weltwirtschaftskrise wurden somit lediglich
verschoben. Geschädigte sind vor allem Gläubiger, das heißt Lieferanten oder
auch Vermieter, die befürchten müssen, durch eine Insolvenz auf ihren
Forderungen sitzen zu bleiben und so ihr Geld nicht zu bekommen. Derzeit sind
Unternehmen aus den Branchen Gastronomie, Touristik (z.B. Reisebüros),
Entertainment (z.B. Kinos) und Messebauer besonders insolvenzgefährdet.

Auch bei den Privatinsolvenzen erwartet CRIFBÜRGEL einen starken Anstieg im Jahr
2021. Die Privatpleiten sind von Januar bis September im Vergleich zu den
letzten drei Quartalen 2019 um 19 Prozent auf 53.000 (Januar bis September 2019:
65.493) Fälle zurückgegangen.

Die Gründe liegen zum einen in der längeren Bearbeitungszeit der
Insolvenzgerichte während der Corona-Pandemie. Zum anderen haben viele
Privatpersonen den Zeitpunkt ihres Insolvenzantrages zeitlich nach hinten
verschoben, da sie auf den Stichtag zur verkürzten Restschuldbefreiung warten.
Die Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens auf drei Jahre soll für alle
Insolvenzverfahren gelten, die ab dem 1. Oktober 2020 beantragt werden.

"Auch haben Kurzarbeit und eigene finanzielle Ersparnisse zunächst die
finanzielle Schieflage vieler Bundesbürger abgemildert. In einigen Fällen helfen
auch weitere Kredite", erklärt Schlein.

Durch die aktuelle Wirtschaftskrise wird die private Verschuldung aber deutlich
zunehmen. Für die Monate Oktober bis Dezember und auch im Jahr 2021 erwartet
CRIFBÜRGEL deutlich mehr Privatinsolvenzen in Deutschland. "Für das laufende
Jahr gehen wir von bis zu 85.000 Privatinsolvenzen aus - 2021 könnten es über
100.000 werden", so Schlein.

Bei höherer Arbeitslosigkeit wird es wieder mehr Insolvenzen in Deutschland
geben, da die Personen bei weiterhin hohen Kosten über weniger Geld verfügen.
Aber nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern auch der starke Anstieg von Kurzarbeit
wird die Zahl der Privatinsolvenzen erhöhen. Die Menschen werden dadurch weniger
Geld in der Tasche haben, um ihren Verpflichtungen wie Kreditzahlungen, Mieten
oder Finanzierungen nachzukommen. Auf Dauer führt weniger Einkommen erst in die
Überschuldung und dann in die Privatinsolvenz.

Bereits jetzt gelten circa 6,8 Millionen Bürger als überschuldet. Für viele
dieser Personen kann ein Schock auf der Einkommensseite für ein erhöhtes Risiko
einer Privatinsolvenz sorgen. Hinzu kommt, dass Soloselbstständige und
Honorarkräfte aus unterschiedlichsten Branchen von einem Tag auf den anderen ihr
komplettes Einkommen verloren haben. Durch die Corona-Pandemie sind so viele
Bürger völlig unerwartet in eine finanzielle Schieflage geraten.

Die CRIF Bürgel GmbH ist in Deutschland einer der führenden
Informationsdienstleister für Firmen und Privatpersonen und kann auf über 130
Jahre Markterfahrung verweisen. Das Unternehmen bietet passgenaue Lösungen für
die Identifikation, Bonitätsprüfung und Betrugsprävention, für Kreditrisiko- und
Adressmanagement sowie zu Digitalisierung und Predictive Analytics für
Unternehmen und Finanzinstitute. CRIFBÜRGEL gehört zur global agierenden
Wirtschaftsauskunftei-Gruppe CRIF mit Hauptsitz in Bologna, Italien.

Pressekontakt:

Oliver Ollrogge, CRIF Bürgel GmbH, Bereich Marketing/PR
E-Mail: mailto:Oliver.Ollrogge@buergel.de, Tel.: 040 / 89 803 582

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22285/4721954
OTS: CRIF Bürgel GmbH


Quelle: dpa-AFX
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