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Pferdewechsel

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mit dem neuen Präsidenten hofften die Analysten noch vor wenigen Tagen, dass er eine wesentliche Unterstützung für die Big Techs bringen könnte oder dieses Geschäft forcieren müsste. Daran waren von vorneherein Zweifel angebracht und das Bild beginnt sich zu klären: Der Dow legt bei hohen Umsätzen zu und der Nasdaq bei noch höheren Umsätzen verliert.

Die überzogenen Bewertungen aller Techs sind hinreichend diskutiert worden. Korrekturen um rd. 20 % bis 25 % waren angesagt. Das ergibt keinen Rutsch in diesem Umfang in ganz kurzer Zeit, aber nachhaltig. Vorbild dafür sind die Korrekturen ab 2000/2001 für die damaligen Favoriten, allen voran Microsoft. Ich stelle klar:

Korrekturen müssen sein, um zu einem Marktgleichgewicht zu führen. Die Geschäfte dieser großen Adressen sind kaum berührt, aber ganz ohne Schaden wird es nicht abgehen. Ob und wie die EU nun gegen Amazon vorgeht, wird ein Beispiel dafür sein. Die Übermacht von Amazon ist ähnlich wie diejenige von Google und Facebook in ihren jeweiligen Netzwerken. Eine Begrenzung dieser Marktmacht erscheint zwingend. Das ergibt die entsprechenden Korrekturen, insbesondere infolge der sehr großen Bandbreite aller Investoren von klein bis groß. Der Größte von Apple ist Warren Buffett.

Auf der Gegenseite bauen sich die Alternativen auf. Sie waren die relativen und teilweise auch absoluten Verlierer der letzten zwei, teilweise drei Jahre. Dazu gehören bekannte Namen wie IBM, Intel und Cisco, die ihre Korrekturen schon absolviert haben. Die Bandbreite der Classics reicht immerhin im S&P 500 bis an 300 bis 400 Titel heran. Viele Namen sind bekannt. Einer rückt in einen interessanten Mittelpunkt: General Motors.

General Motors ist noch immer der größte Autokonzern Amerikas, aber ein totaler Langweiler. Marktwert von 50 Mrd. $ und damit weniger als BMW. Geführt von einer Dame, Mary Barra, der es vor etwa 5 Monaten einfiel, 1 Mrd. $ in Nikola zu investieren. Das gesamte Investment soll angeblich 2 Mrd. $ betragen. GM wurde dafür umfangreich ausgelacht, aber: Der Kurs von GM steigt seit Wochen in kleinen Schritten und erreichte soeben einen neuen Rekord. Das ist kaum aufgefallen. Nikola steht bekanntlich für Brennstofftechnik im LKW-Sektor. Die Ergebnisse sind umstritten, aber seit 2 Monaten herrscht Stille. GM hat mit Sicherheit keine 2 Mrd. $ investiert, ohne die Technik von Nikola geprüft zu haben. Davon kann man ausgehen. Dass die Brennstoffzelle/Wasserstofftechnik aber die Zukunft im LKW-Markt darstellt, ist ebenfalls nicht zu bestreiten. So entwickeln sich Verjüngungskuren von Oldies.

Viele bekannte Namen sowohl in Deutschland als auch in den USA stehen als Ergebnis der Coronakrise vor ähnlichen Herausforderungen. Entweder sie entwickeln neue Produkte oder neue Strategien der Expansion oder sie gehen unter. Darin liegt die Perspektive für fast jedes zweite Unternehmen.

Aus der Börsensicht: Pferdewechsel bedeuten, dass die Pferde gewechselt werden, aber die Kutsche und die Insassen im Wesentlichen die gleichen bleiben. Inklusive des Kutschers muss darauf geachtet werden, dass mit der nächsten Etappe die jeweiligen Ziele angepeilt und erreicht und dem Markt auch wirklich mitgeteilt werden. Das ist der Ansatz für die nächsten Investments. Mit Technik allein hat dies nicht immer zu tun, sondern mit der Kreativität der Führungsmannschaft, was man aus der aktuellen Situation für die nächsten Jahre als Ziel hat. Nur das wird eingepreist.

In der Actien-Börse habe ich diesen Sachverhalt ausführlich begründet. Jede zweite Aktie in DAX & Co steht unter der gleichen Bedingung. Es lohnt sich also, frühzeitig darüber nachzudenken, wie diese Sachverhalte funktionieren, um sie anschließend in Investments zu verwandeln. In der aktuellen Actien-Börse von dieser Woche können Sie dies aus einer besonderen Tabelle entnehmen. Nämlich die Titel, denen noch fast 50 % bis zu den Kursen fehlen, die vor rd. einem Jahr gültig waren. Spannender geht nicht.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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