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Pro Sieben – Schlechte Stimmung, starke Chancen

| Quelle: INV

Es ist immer wieder bemerkenswert, wenn in der zahlen-verliebten Börsenwelt ein ganz und gar menschlicher Anlass die Kurse bewegt. So geschehen am letzten Montag, als der baldige vorzeitige Rückzug des Vorstandsvorsitzenden bei ProSiebenSat1-Media vermeldet wurde. Schreck, Panik, Entsetzen? Mitnichten. Die Börsianer verhängten für den vorzeitig scheidenden Thomas Ebeling die Höchststrafe und zündeten ein Kursfeuerwerk.  Bis Dienstag hatte die Aktie um 5 Prozent zugelegt.

Hintergrund der eigenwilligen Reaktion war augenscheinlich, dass Ebeling Das Vertrauen und den Rückhalt der Investoren hat. Nachdem er seit seinem Amtsantritt 2009 das Unternehmen systematisch umgebaut und wieder in die Erfolgsspur gebracht hat, musste er zuletzt dann doch wieder eine Serie von schwachen Ergebnistrends vermelden. Allein in diesem Jahr musste Analysten zufolge gleich viermal der Unternehmensausblick gesenkt werden.

Als eigentlichen Auslöser für den Vertrauensbruch und die nun vollzogene Rücktrittsankündigung verweisen Berichterstatter aber auf eine im Rahmen einer Analystenkonferenz gemachte Äußerung Ebelings zum eigenen Fernsehpublikum. Es gebe Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und unterhalten werden wollten, heißt es da. Diese Kernzielgruppe ändere sich auch in Zeiten von Netflix und Streaming-Diensten nicht. So richtig falsch dürfte er mit dieser Einschätzung nicht gelegen haben, aber sagen darf man das offenbar nicht. Zumindest erklären im Nachgang der jüngsten Ereignisse einige Analysten, dass Ebeling nach eben jener Äußerung nicht mehr zu halten gewesen sei.

Aber vielleicht ist ja doch alles ein bisschen anders und der Kurssprung kam nicht wegen sondern trotz des Abgangs von Ebeling. Immerhin wurden am Montag auch einige äußerst positive Analystenstudien publik, die logischerweise vorher erstellt wurden und bei denen die Meldung vom Wochenende mithin noch keine Rolle gespielt hat.

So hat beispielsweise die Commerzbank das Kursziel der Aktie von 30 auf 35 Euro und die Einschätzung auf „Kaufen“ erhöht. Ein Grund dafür sei die niedrige Bewertung, die der aus den Jahren 2012 entspreche, als die Aktie auf ihrem Tiefpunkt notierte. Dabei ließe sich auch anmerken, dass ProSieben auf Basis der Schätzungen für die kommenden Jahre tatsächlich mit Dividendenrenditen von mehr als 7% pro Jahr (!) aufwarten kann.

Noch einen Schritt weiter geht JP Morgan. Auch hier wurde die Einstufung in die grüne Zone gesetzt, wobei das Kursziel sogar auf imposante 45 Euro nach oben geschoben wurde. Das liegt über den Jahreshöchstständen aus dem Frühjahr, bevor der Medientitel bei den Anlegern in Ungnade gefallen ist. Zu Unrecht befindet nun JP Morgan, die Pro Sieben sogar als „Key Pick“  unter den europäischen Medienwerten sehen. Interessanterweise auch wegen der „besten Unternehmensstrategie“ – vielleicht hat Ebeling ja doch nicht alles falsch gemacht…

Für den am 6. Dezember anstehenden Kapitalmarkt-Tag von Pro Sieben ist jetzt jedenfalls Spannung garantiert. Da kann es dann vielleicht auch Sinn machen, sich schon im Vorfeld zu positionieren, zumal das vierte Quartal mit der vorweihnachtliche Werbewelle für alle übergewichtigen Geschenkekäufer gerade erst angelaufen ist und dem TV-Anbieter durchaus gute Ergebnisse einspielen könnte.

Ein abgesicherter indirekter Einstieg über Zertifikate scheint – auch wegen der derzeit eher dürftigen Kennzahlen bei Bonussen oder Discountern – eher unattraktiv. Denkbar wäre aber ein Einstieg über defensiv aufgestellte Turbos. Zum Beispiel ein bis September 2018 laufendes Hebelinstrument von HSBC mit einem Basispreis bei 20 Euro (TR08UT). Bei dem derzeit für etwa 6 Euro angebotenen Papier zählt am Ende jeder Euro oberhalb von 20 voll mit. Steigt die Aktie wie von den Analysten erwartet auf 45 Euro, würde der Turbo also zu 25 Euro zurückgezahlt. Die Aktie hätte dann um 70Prozent zugelegt, bei dem Hebelpapier wären es aber mehr als 300 Prozent!

Im Umkehrschluss hieße das, für Anleger denen die 70 Prozent reichen würden, könnten mit einer entsprechend geringeren Summe einsteigen (und den Rest sicher auf dem Nullzinskonto liegen lassen). So kann dann auch ein eigentlich riskantes Anlageinstrument für eine insgesamt abgesicherte Aufstellung genutzt werden.

Ralf Andreß

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