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Professionelles „Stopp-Fishing“: Ärgernis und Chance zugleich

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Über kaum eine Aktie ist in den vergangenen Tagen auf den Börsenseiten im Internet so viel Positives geschrieben worden wie über den TecDAX-Wert Evotec. Dabei ging es allerdings nicht um neue Nachrichten des Biotech-Unternehmens, sondern ausschließlich um vermeintliche charttechnische Kaufsignale. Die Artikel wurden mit meist sehr reißerischen Überschritten wie „Ein überaus wichtiges Signal“, „Jetzt wird Gas gegeben“ oder auch „Der Knaller!“ versehen. Wenn man in solchen Berichten neben wenig spektakulären Aussagen zum Ecotec-Kursverlauf selbst dann allerdings lesen muss, dass „die nächsten 5 Minuten über Ihr Vermögen und Ihre Existenz entscheiden“ und man sich deshalb unbedingt einen kostenlosen Spezialreport zum Thema „Trumps Dollar-Plan“ ansehen sollte, stellt sich halbwegs intelligenten Menschen schon die Frage, wie seriös das alles sein kann.

Unabhängig davon könnte sich ein Blick auf die Evotec-Aktie aber tatsächlich lohnen. Warum das so ist und wie gefährlich es oftmals sein kann, einfach „blind“ solchen Empfehlungen zu folgen, hat einer der erfolgreichsten Trader auf der Social Trading-Plattform wikifolio.com in den vergangenen Tagen sehr eindrucksvoll und verständlich erläutert. Michael Flender, der dort unter dem Namen „GoldeselTrading“ zu finden ist, verdient sein Geld nach eigenen Angaben seit über einem Jahrzehnt als hauptberuflicher Daytrader. Hier äußert sich also jemand, der tatsächlich auch mit seinem eigenen Geld handelt und nicht nur theoretisch unterwegs ist. Das schafft in Kombination mit einer eindrucksvollen Performance Vertrauen bei den Anlegern. Die Zertifikate auf seine beiden Musterdepots weisen zusammen ein investiertes Kapital von über 18 Mio. Euro aus und zählen jeweils zu den Top-10 der beliebtesten wikifolios.

In einem dieser Depots ist auch die Evotec-Aktie vertreten. Nach Ansicht des Traders konnte man zum Ende der vergangenen Woche am Kursverhalten der Aktie „sehr gut die ‚Psychologie des Marktes‘ erkennen und auch den Grund, warum die meisten Trader Geld verlieren, insbesondere mit Stop-Strategien, die gerne in Büchern/Seminaren gelehrt werden“. Am vergangenen Dienstag war die Aktie intraday kurz über einen kleinen Widerstand bei 14,60 Euro gestiegen, was von vielen Marktteilnehmern umgehend als Kaufsignal interpretiert und daher von Anlegern zum Einstieg genutzt wurde. Dann aber kam von Seiten der Verkäufer noch mal Druck auf und die Aktie fiel wieder zurück. Flender ist davon überzeugt, dass hier „massive Stops ausgelöst“ wurden, so dass viele dieser kurzfristig orientierten Anleger die Aktie mit Verlust verkauft haben. Dazu passt, dass der Kurs am Mittwochnachmittag in der letzten halben Stunde des Xetra-Handels ohne erkennbaren Grund plötzlich unter Druck geriet und um fast 7 Prozent einbrach. Seit diesem Kursrutsch ist die Aktie innerhalb von nur drei Handelstagen um über 20 (!) Prozent gestiegen.

Der Trader erklärt dieses häufiger vorkommende Phänomen damit, dass Aktien durch solche Rücksetzer „quasi bereinigt“ werden: „Erst werden Stops abgeholt und viele Marktteilnehmer rausgespült, danach geht es dann nach oben“. Der eine oder andere Leser wird das sicherlich kennen, dass eine Aktie „genau dann“ explodiert, wenn man kurz vorher ausgestoppt wurde. Und tatsächlich gibt es an der Börse den einen oder anderen Profi, der es sich zu Nutze macht, dass viele Anleger ihre Kauf- und Stop-Limits „gemäß Lehrbuch“ an markanten Chartmarken platzieren, die dadurch für jedermann ersichtlich sind und genau solche „Stopp-fishing“-Strategien ermöglichen.

Trotz oder gerade wegen des starken Kursanstiegs der vergangenen Tage sieht die Evotec-Aktie charttechnisch nun aber wirklich gut aus, da das Dezember-Hoch klar überschritten wurde und sich damit ein weiterer Aufwärtstrend etabliert hat. Die Marke von 20 Euro erscheint für die kommenden Wochen ein durchaus machbares Ziel, wenngleich kurzfristig mal mit Gewinnmitnahmen kurzfristiger Trader gerechnet werden sollte. Auch Flender hat einen Teil seiner Evotec-Aktien zum Wochenstart mit einem deutlichen Plus verkauft. Als sehr groß ist rein charttechnisch gesehen aber die Chance, dass das Doppel-Tief aus dem Vorjahr bei 11,30 / 11,50 Euro so schnell nicht mehr unterschritten wird. Vor diesem Hintergrund könnte sich der Einstieg in ein noch bis Ende September laufendes Capped Bonuszertifikat der Commerzbank auf die Evotec-Aktie lohnen, das mit einer Barriere von 11,20 Euro ausgestattet ist und trotz dieses recht üppigen Risikopuffers (33 Prozent) einen Gewinn von über 15 Prozent ermöglicht (WKN: CE9JL6).

Wer aufmerksam gelesen hat, wird zu Recht darauf hinweisen, dass die Barriere hier unmittelbar unter den angesprochenen Tiefpunkten liegt und damit auch wieder ein „gefundenes Fressen“ für alle Trader sein dürfte, die solche „Stopp-fishing“-Strategien anwenden. Von daher sollten Anleger bei dem ohne Aufgeld gehandelten Zertifikat wohl besser einen individuellen Stoppkurs platzieren, der greift, bevor die Barriere in Gefahr gerät. Bei einem aktuellen Aktienkurs von rund 16,80 Euro ist bis dahin ja noch einiges an Luft. Alternativ kann aber auch ein Capped Bonuszertifikat (ebenfalls ohne Aufgeld) mit einer Barriere bei 10,50 Euro (37 Prozent Puffer) gewählt werden, das bei identischer Laufzeit immerhin noch rund 13 Prozent Gewinnchance bietet (WKN: CE9JL5).

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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