DAX ®12.767,74+0,16%TecDAX ®2.837,36+0,05%S&P FUTURE3.006,40-0,00%Nasdaq 100 Future7.960,25+0,15%
finanztreff.de

ProSiebenSat.1: Verblüffende Analyse nach Berlusconi-Einstieg

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der von Silvio Berlusconi geleitete Medienkonzern, Mediaset, hat sich zehn Prozent der Anteile des deutschen Fernsehsenders ProSiebenSat.1 +0,11% gesichert. Der unerwartete Einstieg führt zu Kursgewinnen, während die positive Entwicklung nach Ankündigung des möglichen Axel Springer Abgangs die Aktie nur temporär beförderte.

Das ist los bei ProSiebenSat.1:

Der italienische Medienkonzern Mediaset steigt beim Münchner Sender ein. In der Vergangenheit war mehrfach darüber spekuliert worden, doch ProSiebenSat.1 hatte die Gerüchte stets zurückgewiesen. Man arbeite schon in Rahmen der Europäischen Medien-Allianz, der European Media Alliance, mit dem von Italiens Ex-Ministerpräsident gegründeten Unternehmen zusammen. Mehr sei nicht geplant. Auf die überraschende Nachricht, dass die Italiener 9,6 Prozent der ProSiebenSat.1-Anteile gekauft haben, reagierten Anleger beider Firmen mit Aktienkäufen.

Nach dem großen Schock mit Gewinnwarnung und Dividendenkürzung Ende 2018 bewegen aktuell die Streaming-Pläne des Konzerns die Aktie . Die neue Streaming-Plattform Joyn, ehemals 7TV, soll im Juni starten. Vor allem in eigene Programminhalte hatte der Sender zuletzt viel Geld gesteckt. Max Conze, der ProSiebenSat.1-Chef, will den Konzern damit unabhängiger von eingekauften Filme und Serien machen. Denn selbst erstellte Produktionen kann er auf all seine Ausspielungskanäle heben.

Mit lokalen und eigenen Inhalten will der deutsche Sender der US-Konkurrenz um Netflix und Amazon Prime entgegentreten. Das wird nicht einfach, da die US-Riesen eine Menge Geld dafür ebenso wie der Luxemburger Rivale RTL für TV Now viel Geld ausgeben. Ob hier wirklich Vielfalt das Geschäft belebt, muss sich noch zeigen.

Das sagen die Analysten:

Der Einstieg von Mediaset kam wohl auch für einige Analysten unerwartet. Deutsche-Bank-Experte Laurie Davison bezeichnete den Anteilskauf der Italiener als Überraschung. Er rät weiterhin dazu, die Aktie des Konzerns zu halten.

Analyst Daniel Kerven von JPMorgan rechnet unterdessen damit, dass die Italiener ihre Anteile noch aufstocken. Mediaset verfolge das Ziel, unterbewertete, frei empfangbare Fernsehsender zu kaufen und dann Kosteneinsparungen zu realisieren.

Die Analysten der US-Bank Goldman Sachs stehen möglichen Vorteilen aus dem Einstieg von Mediaset aber skeptisch gegenüber. Es gebe nur begrenzte Synergien, da etwa TV-Werbung auf nationaler Basis verkauft werde. Auch Programminhalte seinen meist lokal ausgerichtet. Die Experten sehen den Aktienkurs absehbar bei 15,60 Euro.

Die Privatbank Berenberg rechnet ein Plus zum aktuellen Kurs von mehr als 60 Prozent aus. Analystin Sarah Simon hält das E-Commerce-Geschäft für unterschätzt. Damit rechtfertigt sie ihr im Vergleich recht hohes Kursziel von 24 Euro.

Das Analysehaus Independent Research ist vorsichtiger. Rückläufige TV-Werbeerlöse hätten auch im ersten Quartal belastet, schrieb Analyst Markus Friebel. Er geht von einem Kursziel von 16,30 Euro aus.

Das macht die Aktie:

Zwei Nachrichten haben die Aktie des im MDax notierten Konzerns zuletzt deutlich bewegt: zum einen der Mediaset-Einstieg, der den Kurs beflügelte, die derweil in der Spitze für Kursgewinne von über acht Prozent sorgte.

Demgegenüber steht der mögliche Börsenabgang von Axel Springer als Folge eines Einstiegs des Finanzinvestors KKR, welcher sich zunächst positiv auf den auf Papiere im Mediensektor auswirkte. Bei ProSiebenSat.1 hielten die Branchen-Gewinne jedoch nicht lange.

ProSiebenSat.1 kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 3,3 Milliarden Euro. Seit dem Mehrjahrestief bei 12,61 Euro Ende März hat sich die ProSiebenSat.1-Aktie zuletzt wieder etwas erholt. Insgesamt bleibt die Lage jedoch trüb. Von ihrem Rekordhoch bei fast 51 Euro Ende 2015 sind die Papiere weit entfernt. Zuletzt schwankte die Aktie zwischen 14 und 15 Euro.

Mit Material von dpaAFX.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: ProSiebenSat.1.




6-Monats-Chart ProSiebenSat.1 in EURO
Werbung

Passende Hebelprodukte von

WKN Bezeichnung Hebel
Long  DC5PZ1 PROSIEBENSAT.1 Wave S 15 2019/12 (DBK) 7,169
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Glauben Sie, dass der Brexittermin tatsächlich noch einmal verlegt wird?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen