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Punktlandung

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Gegen den Strom zu schwimmen ist schwer. Der Taoismus empfahl stets, möglichst mit dem Strom zu schwimmen, um schneller unterwegs zu sein. In den vergangenen 6 Monaten zu behaupten, dass die deutsche Konjunktur, insbesondere die Industrie, vor einer nachhaltigen Wende stehen wird, war frech, aber richtig.

 

Sämtliche bekannten Indikatoren wie ZEW, PMI und ifo haben von Oktober bis Dezember ihre jeweiligen Böden einwandfrei und nachweislich erreicht und mit der letzten Zahl einen klaren Ansatz einer deutlichen Erholung markiert. Nun wird es wirklich spannend: Wie schnell wird sich die deutsche Industrie, Schwerpunkt Autobau, erholen? So schnell wie 2009/2010 oder deutlich langsamer? Die Börse hat mit dem Ergebnis von + 25 % im letzten Jahr zweifellos einiges vorweggenommen. Der Performance-DAX  ist aber eine Mogelpackung. In seinem Gewicht von + 25 % stecken etwa 6 – 7 Prozentpunkte als addierte Dividenden, die mit dem Wert der Unternehmen überhaupt nichts zu tun haben. Dazu dient der Vergleich mit dem Kursindex. Was bleibt übrig?

 

Geschätzt 15 % - 18 % DAX-Gewinn entfallen auf den zitierten Vorgriff. Nun kommt es darauf an, was die Industrie liefert. Dann lässt sich wohl ab dem zweiten Quartal erkennen, wie das Restpotenzial für den Gesamtverlauf des Jahres aussehen dürfte. Jedenfalls:

 

Die Börse bewies erneut, wie Finanzmärkte die Entwicklung an den realen Märkten relativ sicher einpreisen. Jeweils unter der Bedingung keiner militärischen oder politischen Störung. Im amerikanischen Wahljahr stecken deshalb Erwartungen und Risiken, während in der deutschen Politikszene nur noch Erwartungen gehandelt werden können, weil es größere, wie sie jetzt schon in Berlin ausgelöst werden, nicht geben kann.

 

Die  heiß diskutierten Politikthemen des alten Jahres, Zollkonflikt und Brexit, sind ein guter Beleg dafür, warum und wie die Börse beide Themen zwar permanent vor der Nase hatte, aber abgesehen von technischer Unruhe eigentlich ignorierte. Der Zollkrieg wird noch längere Zeit anhalten, aber am Ende zu dem führen, was gewollt war: Halbierung des Handelsdefizites der Amerikaner bis 2021. Per November erreichte dieses Defizit bereits ein Jahrestief. Der Brexit wird eine wunderbare Kombination von gekonnter englischer Handelspolitik mit der Erfahrung eines Weltmarktführers, wofür London steht, und dem brauchbaren Kompromiss, den die „Continentals“  nun unter 26 bzw. 19 Nationen irgendwie aushandeln müssen, um zu einem einheitlichen Standpunkt in den Verhandlungen zu kommen. Das wird schwer.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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