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Reizvolle Dividendenstrategie mit Absturzsicherung

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es rumpelt, kracht und bebt schon wieder. Dieses Mal waren es wohl vor allem die US-Anleihen, deren Rendite gestern kurzfristig die von den Marktauguren kritisch beäugte 3-Prozent-Marke bei den 10-jährigen Staatsanleihen geknackt hat. Diese Schwelle wird mittlerweile als entscheidende Wendemarke für die Börsenstimmung gesehen – darüber könnte dann eben doch der lange Zeit im Zusammenhang mit der Trendumkehr bei den Zinsen beschworene Ausverkauf folgen. Zunächst natürlich vor allem für die Anleihen selbst, aber eben auch für die Aktienmärkte. Denn ab „sicheren“ Renditen von 3% gibt es bei Neuanlagen wieder ernstzunehmende Alternativen zu Aktien, so die vereinfachte Lesart.

Für Anleger in Europa ist das doppelt verdrießlich. Denn hier sind wir noch Lichtjahre von derlei Renditen am Zinsmarkt entfernt. Folglich ist es diesseits des Atlantiks mit den „ernstzunehmenden Alternativen“ deutlich schwieriger. Da die Aktienmärkte aber trotzdem vom Geld amerikanischer Investoren bestimmt werden, steckt der Euro-Anleger also im doppelten Dilemma: Er braucht weiterhin Aktien, muss sich aber auf deutlich ruppigere Zeiten einstellen.

In diesem ungemütlichen Umfeld kommt ein von der Commerzbank vor einiger Zeit lanciertes neues Konzept  gerade sehr gelegen. Die Bank bietet seit Ende des vergangenen Jahres den zweiten ETF auf eine Dividendenstrategie an, bei der in Krisenzeit automatisch eine Kurssicherung vorgenommen wird. Dass dies auch bei einem Anlagefokus auf dividendenstarke Aktien  Sinn macht, hatten wir unlängst bei einem Rückblick auf die Wertentwicklung der Dividenden-ETF in der laufenden Korrektur an dieser Stelle ausgeführt. Fazit dabei: Gerade die Hoffnung, dass Dividendenstrategien in der Schwäche Verluste abfedern, wird nur in wenigen Fällen erfüllt.

Folglich ist der Gedanke aktiv einzugreifen um die Dividendenauswahl zu schützen, wenn die Börsenluft rauer wird, mehr als stimmig. Und genau dies sollen die beiden Comstage Alpha-Dividenden-Fonds nun leisten. Dazu werden regelmäßig verschiedene (vor allem technische) Signalgeber betrachtet, um bei Bedarf eine Absicherung der Bestände vorzunehmen. „Bei Bedarf“ meint, dass nicht permanent eine teure Sicherung gefahren wird, sondern nur wenn es nötig scheint. Die selbstgesteckte Vorgabe lautet dabei, dass positive Kursbewegungen dauerhaft zu rund 75 Prozent eingesammelt werden, etwaige Markteinbrüche aber zu mindestens 50 Prozent eingedämmt werden sollen. Ob dies in der Praxis gelingt, muss natürlich erst noch bewiesen werden, aber der Ansatz an sich, ist erstmal sehr überzeugend. Zudem kann die Commerzbank als Referenz für die Funktionsfähigkeit ihres Sicherungsmodells auf ein schon seit über zehn Jahre handelbares Strategiezertifikat verweisen, bei dem die flexible Teilsicherung ebenfalls verwendet wird (CB1TV5).

Auch die angewendete Auswahl der abgedeckten Dividenden-Aktien scheint stimmig. Hierbei werden neben der Dividendenrendite auch das KGV und die aktuellen Kurstrends der in Frage kommenden Titel überprüft. Im Ergebnis findet sich in dem entsprechenden Deutschland-Portfolio (ETF751) eine breite Auswahl von 50 Einzelaktien aus allen relevanten Marktsegmenten einschließlich des Sdax! Dies ist schon deshalb reiz- und sinnvoll, weil die letzten Jahre gezeigt haben, dass die kleineren und mittleren Unternehmen deutlich bessere Anlageergebnisse gebracht haben als eine simple Investition in die großkopferten Dax-Werte.

Zweiter überzeugender Aspekt der Dividendenauswahl ist die hier genutzte Gleichgewichtung der ausgewählten Aktien. Zum einen wird dadurch die Abhängigkeit von einigen wenigen Großkonzernen reduziert, zum anderen sorgt dieser Ansatz dafür, dass die Strategie eine echte Chance hat, sich vom allgemeinen – am Dax orientierten – Markttrend abzukoppeln.

Kurzum: Beide Fonds sind mit rund 0,68 Prozent Jahresgebühr für ETFs vergleichsweise teuer, bieten dafür aber auch deutlich mehr als die sonst gängigen passiven Markt-Tracker. Für vorsichtige Anleger, die sich vielleicht gerade erst an Aktien heranwagen, sind sie deshalb einen – risikoreduzierten – Versuch wert. Dies auch vor dem Hintergrund, dass auf lange Sicht die größte Outperformance vor allem dadurch erreicht werden kann, dass die mitunter heftigen Abstürze ausgelassen werden…

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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