DAX ®12.385,60-0,53%TecDAX ®2.563,38-0,57%Dow Jones25.219,38+0,08%NASDAQ 1006.770,66-0,36%
finanztreff.de

Reverse Discounter – Gibt es nicht mehr? Doch, es gibt sie noch!

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | ► Text vorlesen ❚❚ Pause

In dem vergangene Woche abgehaltenen Webinar von HSBC zu der Funktionsweise von Reverse Bonuszertifikaten hat uns eine eher beiläufige Aussage hellhörig gemacht: „Nach einem Bruch der Barriere wird ein Reverse Cap Bonuszertifikat zu einem Reverse Discounter“. Darauf hätte man zwar auch selbst kommen können, aber so genau haben wir uns die Produkte nach einem Barrierebruch ehrlich gesagt noch nicht angesehen. Und vielen Anlegern wird es wohl ähnlich gehen. Zumal die allermeisten Emittenten die Papiere dann auf „Bid only“ stellen, so dass sie von Investoren zwar weiterhin verkauft, aber nicht mehr gekauft werden können. Wahrscheinlich soll damit verhindert werden, dass Anleger wegen der deutlich gesunkenen Kurse einsteigen, ohne vorher registriert zu haben, dass die Barriere gebrochen wurde und der Bonusanspruch damit erloschen ist. Im aktuellen Umfeld ist diese Gefahr zwar relativ gering, aber wenn der Dax mal auf 10000 Punkte fallen sollte, sieht man es einem Produkt mit einer Barriere von zum Beispiel 12000 Punkten nicht auf Anhieb an, ob es sich hier um ein neu aufgelegtes Zertifikat mit unverletzter Barriere oder um ein altes Zertifikat mit erloschenem Bonusanspruch handelt. Bei Finanztreff.de ist deshalb bei jedem Zertifikat unter „Barriere Information“ angegeben, ob die Barriere aktiv ist bzw. an welchem Tag sie inaktiv geworden ist.

Aber zurück zu den Reverse Discountern, die so als Zertifikat aktuell von keinem Emittenten mehr angeboten werden, was mit der fehlenden Nachfrage oder auch den aktuellen Konditionen zu tun haben dürfte. Mit Vontobel haben wir aber zumindest einen Anbieter gefunden, der für seine Reverse Cap Bonuszertifikate auch nach der Verletzung der Barriere noch Kurse stellt. Damit gibt es die Struktur der Reverse Discounter also doch am Markt, wenn auch unter „falschem“ Namen. Leider laufen die aktuell erhältlichen Papiere nur noch wenige Wochen oder Monate, so dass interessierte Anleger mit Laufzeiten bis maximal März 2018 vorlieb nehmen müssen. Weil der Cap zudem immer recht deutlich unter dem aktuellen Dax-Niveau liegt, sind positive Seitwärtsrenditen (auf die Anleger bei Discountern ja gerne spekulieren) hier nicht zu holen. Und dennoch sehen die Zertifikate zumindest für risikofreudige Pessimisten nicht uninteressant aus.

Ein im März 2018 fälliges Papier zahlt am Ende zum Beispiel die mit dem Bezugsverhältnis (0,01) multiplizierte Differenz zwischen 15.000 Punkten (doppelter Basispreis) und dem dann aktuellen Dax-Stand aus. Bei einem aktuellen Indexstand von rund 12.700 Punkten wären das 23 Euro, was ungefähr dem aktuellen Kurs des Zertifikats entspricht. Bei künftigen Bewegungen des Dax wirkt nun ein nicht unerheblicher Hebel, wie auch die Szenario-Tabelle bei Finanztreff.de zeigt. Ein Rückgang des Dax um 10 Prozent auf 11.430 Punkte würde dem Zertifikat ein Plus von über 50 Prozent auf 35,70 Euro bescheren, während ein Indexanstieg von 10 Prozent einen Verlust von mehr als 50 Prozent auf 10,30 Euro zur Folge hätte. Damit ähnelt das Zertifikat aktuell einem gehebelten Bear-Zertifikat mit dem vermeintlichen Vorteil, dass Gewinne bis zu fast 200 Prozent winken (dafür müsste der Dax allerdings auf/unter den Cap bei 8.000 Punkten fallen), auf der anderen Seite aber „nur“ 100 Prozent Verlust (ab einem Dax von 15.000 Punkten) möglich sind (WKN: VN4ED7). Im Unterschied zu klassischen Hebelprodukten gibt es hier keine nachteiligen Finanzierungskosten. Dafür notieren die Zertifikate in den meisten Fällen etwas oberhalb ihres inneren Wertes, was geringfügig negative Seitwärtsrenditen zur Folge hat.

Thomas Koch

Schlagworte:
,
Werbung

Passende Hebelprodukte von

WKN Bezeichnung Hebel
DL9470 DAX ® WaveXXL L 11670 (DBK) 13,134
DS1LXP DAX ® Wave S 13300 2018/07 (DBK) 12,742
Werbung

Im Artikel erwähnt...

DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 12.385,60 -0,53%
PKT -66,36
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
DT. BANK 13,19 +2,63%
RWE ST 16,32 +1,51%
COMMERZBANK 12,89 +1,27%
MÜNCH. RÜCK 182,80 +1,13%
LUFTHANSA 27,04 +0,86%
Flops
Henkel VZ 106,95 -0,60%
FMC 86,42 -0,61%
VONOVIA 37,02 -0,70%
LINDE AG O.N. Z.UMT. 181,55 -0,81%
DAIMLER 71,01 -1,92%
Nachrichten

19.02.
boerse.ARD.de
Dax-Anleger ziehen sich zurück
19.02. NACHBÖRSE (19.40)/XDAX -0,1% auf 12.376 Pkt - Wirecard unter Druck
19.02. LATE BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Weitere Wertpapiere...
DAX ® BonusRevCap 12400 2018/03 (VON) 26,25 +4,08%
EUR +1,03
Werbung

Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

» Alle News von Investmentecke
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung
Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018
Werbung

Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclubschliessen
Börse Stuttgart

Corning, Bechtle, Geely Automotive etc.

Das neue Anlegermagazin gibt wieder
spannende Einblicke in vielversprechende Unternehmen verschiedenster Branchen. Hier kostenfrei lesen!

Jetzt kostenlos Mitglied werden
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Laut einer Studie soll es in 10-15 Jahren durch zunehmenden Wettbewerb und Digitalisierung statt wie bisher 1.600 Kreditinstitute nur noch 150 bis 300 Banken in Deutschland geben. Denken Sie, dass das zutreffen könnte?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen