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Rohstoffe vs. Produzenten – ein detaillierter Vergleich

| Quelle: ETF Securities

Rohstoffe sind eine wichtige alternative Anlageform, die zur Diversifizierung von Portfolios beitragen und Investments insgesamt aufwerten können. Beim Zugang zu dieser Anlageklasse gehen die Vorlieben der Anleger jedoch auseinander: Einige bevorzugen ein direktes Engagement über Rohstoff-Futures, während andere lieber indirekt in Anteile an den jeweiligen Rohstoffproduzenten investieren.

Preise und Rendite – die ewige Diskussion

Die Abneigung zahlreicher Investoren gegenüber Rohstoffen in den letzten Jahren basiert auf einer gefühlten negativen Performance. Bei objektiver Betrachtung wird jedoch klar, dass Rohstoffe in den letzten zwanzig Jahren positive risikobereinigte Erträge generiert haben – und zwar sowohl über die Preise für Futures als auch über Anteile an Produzenten.

In diesem Zeitraum entwickelten sich Aktien von Rohstoffproduzenten (~6,2 Prozent) im Hinblick auf den Gesamtertrag um ca. 400 Basispunkte besser als die jeweiligen Rohstoffe (~2,2 Prozent). Dem stehen jedoch eine um 42 Prozent höhere Volatilität relativ zu den Rohstoffpreisen sowie eine höhere Kapitalkorrelation gegenüber. Dies bedeutet aber nicht, dass Rohstoffe in ihrer Entwicklung hinter der wirtschaftlichen Aktivität ihrer jeweiligen Produzenten zurückbleiben.

Tatsächlich schneidet der Rohstoffkomplex beim Spotpreis in der Regel deutlich besser ab als Rohstoffproduzenten. Zwar bieten Rohstoffe keinen Zugang zu Cashflows, wie dies bei Aktien von Produzenten der Fall ist, doch die schwächere Performance geht vor allem darauf zurück, dass Rohstoff-Futures zum Ende ihrer Laufzeit in neue Kontrakte mit höheren Preisen übergehen (Contango). Diese negative Rollrendite gewinnt mit der Zeit an Gewicht im Vergleich zur positiven Dividendenrendite bei Rohstoffaktien.

Rohstoffkontrakte mit längerer Laufzeit wählen. In der historischen Betrachtung generiert die Rollrendite für Rohstoffindizes mit längerer Laufzeit einen höheren Gesamtertrag als Aktien von Rohstoffproduzenten (6,38 Prozent vs. 6,23 Prozent) bei gleichzeitig geringerer Volatilität als bei Produzenten oder Standard-Rohstoffpreisen.

Diversifizierung über Rohstoffe

Abgesehen von der reinen Wertentwicklung sollten Anleger auch Faktoren wie Diversifizierung und Risikomanagement berücksichtigen, die Rohstoffe bei der Asset-Allokation bieten. In dieser Kategorie bietet der Rohstoffkomplex für ein Portfolio mehrere Vorteile gegenüber Aktien von Rohstoffproduzenten.

Bei einem Portfolio mit moderatem Risiko (60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen) kann die Beimischung von 10 Prozent Rohstoffen oder Aktien von Rohstoffproduzenten dazu beitragen, Verluste zu reduzieren und die Effizienz des Portfolios zu steigern, was in einer höheren Sharpe Ratio ersichtlich wird. Aktien von Rohstoffproduzenten und Rohstoff-Futures mit langer Laufzeit könnten den Portfolioertrag von 4,9 Prozent per Bloomberg Commodity Index (BCOM) auf 5,3 Prozent steigern. Da es sich bei einer Beteiligung an einem Rohstoffproduzenten um ein Aktieninvestment handelt, steigen dadurch die Gesamtvolatilität und das Beta des Portfolios, während ein direktes Rohstoffengagement diese Werte sinken lässt. Dies verdeutlicht auch die bessere Eignung als Werkzeug zum Risikomanagement.

Auch der geringere Risikobeitrag zur Volatilität des Gesamtportfolios spricht dafür, dass Rohstoffe besser zur Diversifizierung eines Portfolios geeignet sind als Aktien von Rohstoffproduzenten. Die fundamentalen Faktoren für die Entwicklung der Rohstoffpreise tragen direkt dazu bei, die typischen Faktoren bei Aktien von Rohstoffproduzenten auszugleichen. Aus diesem Grund bieten zahlreiche Rohstoffe eine effiziente Möglichkeit zur Diversifizierung, da ihr Anteil am Portfoliorisiko (11,5 Prozent) deutlich unter dem Anteil von Rohstoffaktien (18,7 Prozent) liegt.

Ausblick: Rohstoffe könnten weiter von relativen Bewertungen und Produktionskürzungen profitieren

Die jüngste Erholung der Rohstoffmärkte hat bisher eher Rohstoffe als Rohstoffproduzenten begünstigt, die über Kostensenkungen und Schuldentilgungen von steigenden Aktienindizes und höheren Gewinnmargen profitieren.

Rohstoffe könnten auch weiter von der Entwicklung der Preise profitieren, da jahrelange Überproduktion einen Abbau der bestehenden Kapazitäten provoziert hat. Und obwohl die Drosselung der Investitionen kurzfristig die Rentabilität der Unternehmen stützt, dürfte sich ein Mangel an Investitionen in neue Projekte und Technologien auf lange Sicht rächen.

Die Auswirkungen auf die Produktionskosten werden insbesondere im Metallsektor sichtbar, wobei die schwachen Investitionen in den letzten vier Jahren allmählich das Angebot für das nächste Jahr belasten.

Im Fokus: Gold vs. Goldminen

Goldminen stellen zwar eine valide Wertanlage dar, stellen aber immer noch ein Aktieninvestment dar und können ein direktes Engagement bei Gold nicht vollständig ersetzen. Anleger sollten eine Beteiligung an Goldminen getrennt von einer möglichen Goldallokation betrachten, um von den einzigartigen Eigenschaften von Gold als Wertanlage und im Risikomanagement zu profitieren.

Goldminen sind kein geeigneter Ersatz für eine Goldallokation, da sie neben dem Goldpreis auch unternehmens- und branchenspezifischen Faktoren unterliegen. Ihre Bewertungen sind abhängig von Rentabilität, operativen Kosten, Finanzkennzahlen und sonstigen spezifischen Risiken, während der Branchen- und Wachstumsausblick die Stimmung der Marktteilnehmer beeinflusst.

In der historischen Betrachtung seit 1987 hat Gold in Phasen, in denen der S&P 500 um über 10 Prozent nachgegeben hat, ein durchschnittliches Plus von 7 Prozent verbucht. Dagegen ist die Fähigkeit der Goldproduzenten zur Absicherung gegen Einbrüche am Aktienmarkt weniger verlockend. Der Philadelphia Stock Exchange Gold & Silver Index[1] für den Goldbergbau verzeichnete einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von -7.2 Prozent und bietet damit keine umfassende Absicherung.

 

[1] Der Philadelphia Stock Exchange Gold & Silver Index (XAU) ist ein kapitalisierungsgewichteter Index für Unternehmen im Gold- und Silberbergbau

 

ETF Securities

ETF Securities Die ETF Securities Group ist weltweiter Vorreiter auf dem Gebiet börsengehandelter Produkte (Exchange Traded Products, ETPs). Mit spezialisierten Lösungen können Anleger weltweit ihre Portfolios auf intelligente Weise konstruieren und diversifizieren. Als Pionier auf dem Gebiet der alternativen Investmentkonzepte hat ETF Securities das weltweit erste Gold-ETP aufgelegt. Heute bietet das Unternehmen eine der innovativsten Produktangebote an spezialisierten ETPs in den Bereichen Rohstoffe, Währungen, Aktien und Anleihen an. Dank dieser Vorreiterrolle und umfangreichen Erfahrungen, die durch Zusammenarbeit mit den besten Drittanbietern weiter vertieft werden, können interessante Anlagechancen identifiziert und Anlegern eine intelligente Anlagealternative geboten werden.

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