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ROUNDUP 2: VW-Lastwagentochter Traton warnt vor schwierigem Jahr 2020

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
(Aussagen Chef aus Telefonkonferenz zu Europa und möglichen Gegenmaßnahmen im 3. Absatz, Kurs aktualisiert.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Volkswagens Lkw- und Bustochter Traton +0,64% erwartet im kommenden Jahr scharfen Gegenwind. "Wir bestätigen unsere Ziele für 2019, bereiten uns aber gleichzeitig intensiv auf ein deutlich schwierigeres Umfeld im Jahr 2020 vor", sagte VW +0,38%-Nutzfahrzeugvorstand und Traton-Chef Andreas Renschler am Montag in München. Der Auftragseingang ging in den ersten neun Monaten um 6 Prozent auf knapp 170 000 Lkw und Busse zurück.

Volkswagen-Finanzchef Frank Witter hatte bereits vergangene Woche gewarnt, dass das Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen wegen konjunktureller Probleme schwieriger werde. Der Auftragsrückgang in Europa sei spürbar. Weltmarktführer Daimler -0,48% hatte jüngst seine Prognosen für den Bereich senken müssen.

2020 rechne das Unternehmen in Europa mit einem Rückgang des Marktes zwischen 10 und 20 Prozent, verdeutlichte Renschler in einer Telefonkonferenz die Lage. In diesem Jahr geht der Manager hier noch von einer stabilen Entwicklung aus. Je nachdem wie der Abschwung aussehe, könne Traton zunächst mit dem Abbau von gut gefüllten Arbeitszeitkonten und der Reduktion von Leiharbeit reagieren, sagte Renschler. Im schwereren Fall könnte das Unternehmen auch auf Kurzarbeit und andere Kostensenkungen bei Investitionen und in der Entwicklung zurückgreifen, wie aus einer Präsentation hervorgeht.

An der Börse rechnen Experten seit längerem mit einem Abschwung in der Branche. Der Aktienkurs von Traton lag gegen Mittag denn auch bei 23,35 Euro rund 1,2 Prozent im Plus. Die gesamte Autobranche war an den Aktienmärkten gefragt. Bei Umsatz und operativem Ergebnis habe Traton im dritten Quartal etwas besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Goldman-Sachs-Analystin Daniela Costa. Allerdings habe sich der Auftragseingang schwächer entwickelt als erwartet.

Volkswagen hatte Traton Ende Juni an die Börse gebracht, allerdings wegen flauer Nachfrage Abstriche machen müssen beim Volumen. VW hält nach Traton-Angaben weiter knapp 90 Prozent an der Gesellschaft. Für die Anleger hat sich ein Einstieg bei Traton auch noch nicht gelohnt, der Ausgabepreis lag bei 27 Euro. Erstzeichner haben also bis dato einen Kursverlust von 14,5 Prozent eingefahren.

Dabei läuft es derzeit noch rund bei den Marken Scania , MAN -0,33% und der brasilianischen VW-Nutzfahrzeugtochter Volkswagen Caminhões e Ônibus. In den ersten neun Monaten setzte der Verbund mit 179 100 Fahrzeugen 8 Prozent mehr ab als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis zog mit 34 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro noch deutlich stärker an, die operative Rendite lag mit 7,5 Prozent spürbar über den 5,9 Prozent aus dem Vorjahr und am oberen Ende der Prognosespanne. Vor einem Jahr hatte ein Umbau in Indien für Belastungen von 115 Millionen Euro gesorgt, diesmal konnten sogar in geringem Umfang Rückstellungen für das brasilianische Geschäft aufgelöst werden. Zudem wurde ein größerer Anteil an teureren Fahrzeugen verkauft. Unter dem Strich legte das Nettoergebnis um 18,5 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro zu.

Zu Traton gehören auch Finanzdienstleistungen sowie die Softwaretochter Rio. Zuletzt hatte Traton-Chef Renschler die schon länger ins Auge gefasste Einkaufskooperation mit dem japanischen Anbieter Hino festgezurrt. Die beiden Unternehmen erhoffen sich davon Vorteile bei der weltweiten Beschaffung zugelieferter Teile.

Konkurrent und Weltmarktführer Daimler ist deutlich größer als Traton und verkaufte in den ersten neun Monaten 390 694 Lkws und Busse - und damit mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie Traton. Daimler ist vor allem auf den wichtigen Logistikmärkten in Nordamerika und Asien stark vertreten, während Traton in Europa und Südamerika stärker ist. Renschlers Strategie zielt darauf ab, in den USA und Asien vor allem über Kooperationen vertreten zu sein./men/eas/jha/


Quelle: dpa-AFX
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