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ROUNDUP 4/Aufschrei der Athleten: Olympia-Verschiebung scheint unausweichlich

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
BERLIN (dpa-AFX) - Der Druck auf Thomas Bach nimmt zu. Wegen der verheerenden Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie werden es jeden Tag mehr Sportler, die eine Verschiebung der Olympischen Spiele fordern. Nachdem nun selbst Japans Premierminister Shinzo Abe eine Verlegung nicht mehr ausschließt, scheint das Verschiebungs-Szenario nur noch eine Frage der Zeit. Das Internationale Olympische Komitee und sein Chef Thomas Bach haben sich noch eine Wartefrist von einem Monat auferlegt und ernten dafür Kritik. Was macht der Fußball?

Notfall-Plan: Bundesligisten warten auf DFL-Signale am Dienstag

Die Deutsche Fußball Liga bastelt unter Hochdruck an einem neuen Notfallplan für die 1. und 2. Bundesliga. Das Präsidium mit Christian Seifert an der Spitze tagt am Dienstag via Schaltkonferenz, um das weitere Vorgehen vorzubereiten. Die bundesweite Kontaktsperre im Kampf gegen das Corona-Virus hat die Lage auch im Fußball verschärft. Beschlüsse sind von der DFL nach dpa-Informationen erstmal nicht zu erwarten. Diese sollen - soweit es die Gesamtlage zulässt - bei der außerplanmäßigen Vollversammlung voraussichtlich am 31. März fallen.

Japan schwenkt um: Drei Szenarien für eine Verschiebung

"Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen", sagte Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees von Tokio, am Montag. Trotzdem soll der Fackellauf in Fukushima erst einmal wie geplant beginnen. Doch selbst Japans Premier zögert, an der Zeremonie teilzunehmen. Shinzo Abe hatte dem Parlament am Montag mitgeteilt, dass mit einer Verlegung gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein. Denkbar ist eine Verschiebung der vom 24. Juli bis 9. August geplanten Sommerspiele auf den Herbst, auf Sommer 2021 oder gar auf 2022. Die Verschiebung würde das Gastgeberland nach Meinung verschiedener Experten bis zu 5,7 Milliarden Euro kosten.

DOSB bevorzugt Olympia-Verlegung um ein Jahr

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte eine eindeutigere Position vom IOC in der Debatte um eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio erwartet. Man habe sich "eine klare Aussage dahingehend gewünscht, dass die Spiele definitiv nicht zum geplanten Termin stattfinden können und nun über denkbare Alternativen beraten wird", sagte Hörmann. Auch der Deutsche Behindertensportverband verlangt eine Verschiebung der Paralympics in Tokio.

Aufschrei der Athleten, heftige Kritik von Dagmar Freitag

Vier Wochen seien "ein sehr, sehr langer Zeitraum", sagte Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler im Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Wir arbeiten aktuell daran, dass noch schnellere, noch präzisere Entscheidungen getroffen werden", sagte der Athletenvertreter im Leichtathletik-Weltverband. Dessen Chef Sebastian Coe fordert in einem Brief an Bach nachdrücklich die Verschiebung. Heftige Kritik übte die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages an der Vier-Wochen-Frist und dem IOC. "Ich finde die Entscheidung respektlos gegenüber den Athleten und angesichts der Lage auf der Welt verantwortungslos", sagte Dagmar Freitag (SPD) im HR-Interview Diese Hinhaltetaktik produziere "einen massiven Vertrauensverlust" und zeige "ein eklatantes Führungsversagen".

Bach-E-Mail an Olympia-Teilnehmer: "In beispielloser Krise vereint"

IOC-Präsident Thomas Bach wandte sich in einer persönlichen E-Mail an die Sportler in aller Welt und appellierte an ihr Gemeinschaftsgefühl. In dem Schreiben warb der 66-Jährige um Verständnis für die schwierige Entscheidung, die Spiele möglicherweise verschieben zu müssen. Bach versicherte, das IOC wolle "die Gesundheit aller Beteiligten" schützen.

Kanada und Australien sorgen für klare Verhältnisse

Kanadas Olympisches Komitee gab schon bekannt, dass man in diesem Sommer auf eine Entsendung von Sportlern verzichten werde. Auch die Australier schlossen eine Teilnahme zum ursprünglichen Zeitpunkt aus.

Keine Formel 1 in Baku - Rennen im Juni wird verschoben

Der achte Grand Prix dieser Formel-1-Saison ist vorerst abgesagt. Der Große Preis von Aserbaidschan, der am 7. Juni in Baku stattfinden sollte, wird verschoben./fth/DP/stw


Quelle: dpa-AFX
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