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ROUNDUP: Ärztepräsident fordert Werbeverbot auch für E-Zigaretten

| Quelle: dpa-AFX (SW) | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
BERLIN (dpa-AFX) - Mögliche weitere Werbeverbote für Tabak sollten aus Sicht von Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer umfassen. Die große Koalition dürfe nicht auf halbem Weg stehen bleiben, sondern müsse endlich Nägel mit Köpfen machen, sagte der Präsident der Bundesärztekammer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Notwendig sei ein umfassendes Werbeverbot für alle Rauchprodukte. Es wäre ein Unding, wenn die Industrie etwa weiter für E-Zigaretten werben dürfe.

In die lange festgefahrene Debatte um ein Verbot der Tabakwerbung auf Plakatflächen ist Bewegung gekommen, nachdem die Union generellen Widerstand dagegen aufgegeben hat. Nunmehr wird darüber diskutiert, bestehende Beschränkungen auf Außenwerbung und Kinos auszuweiten. Offen ist, ob nur klassische Tabakprodukte einbezogen werden sollen.

Der SPD-Fachpolitiker Dirk Heidenblut sagte am Dienstag, er teile die Einschätzung des Ärztepräsidenten aus gesundheitspolitischer Sicht. "Auch E-Zigaretten enthalten todbringende Inhaltsstoffe. Ob die Union weiterhin stur bleibt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen." Nötig sei, endlich gesetzgeberisch tätig zu werden und Tabakwerbung umfassend zu verbieten. Bisherige Selbstverpflichtungen der Branche funktionierten nicht.

Montgomery argumentierte, die gesetzliche Krankenversicherung müsse Milliarden aufwenden, um die Folgen des Rauchens zu bekämpfen. "Ein vollständiges Werbeverbot und höhere Tabaksteuern können dazu beitragen, diese völlig überflüssigen Ausgaben zu vermeiden." Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung sterben schätzungsweise 120 000 Menschen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums.

In der vorigen Wahlperiode war ein Anlauf zu einem Außenwerbeverbot am Widerstand der Union gescheitert. Das Kabinett stimmte 2016 einem Entwurf zu, ein Gesetz wurde daraus nie. Verboten ist Tabakwerbung etwa schon in Radio und Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften./sam/toz/DP/he


Quelle: dpa-AFX
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