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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Rekordjagd an US-Börsen sorgt für Schwung

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rekordjagd an den US-Börsen hat am Mittwoch auch dem zuletzt schwächelnden deutschen Aktienmarkt wieder Schwung gegeben. Der Dax schaffte es wieder über die viel beachtete Schwelle von 13 000 Punkten und der TecDax notierte erstmals seit dem Jahr 2001 über 2600 Zählern.

Allerdings konnten sich beide Indizes nicht über diesen Marken behaupten: Der Leitindex rettete einen Kursgewinn von 0,83 Prozent auf 12 978,21 Punkte zum Handelsschluss, während der Index der deutschen Technologiewerte am Ende ein Plus von 1,64 Prozent auf 2596,91 Zähler behauptete. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verabschiedete sich 1,04 Prozent fester bei 26 392,90 Punkten.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,56 Prozent auf 3509,88 Punkte hoch. Auch die nationalen Indizes in Paris und London legten zu. In den USA eroberten mit dem Dow Jones Industrial , dem S&P 500 , dem Nasdaq Composite und dem Nasdaq 100 die wichtigsten Börsenindizes des Landes Bestmarken. Der Dow Jones stand zum europäischen Handelsschluss moderat in der Gewinnzone.

Als Kurstreiber sahen Experten die optimistischen Wachstumserwartungen der Anleger für die Weltwirtschaft. Am Mittwoch untermauerten erfreuliche Arbeitsmarktdaten aus Deutschland und insbesondere positive US-Konjunkturdaten diese Einschätzung. Sowohl die Stimmung in der Industrie der weltgrößten Volkswirtschaft als auch die Bauausgaben hatten sich zuletzt besser als erwartet entwickelt.

Analyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK sah Europas Börsen auch durch den wieder nachgebenden Eurokurs gestützt. Eine schwächere Gemeinschaftswährung birgt die Chance, dass sich die Exporte der Unternehmen für Käufer außerhalb der Eurozone verbilligen. Ein Euro kostete zuletzt 1,2031 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf 1,2023 (Dienstag: 1,2065) US-Dollar festgesetzt.

Die Aktien deutscher Tech-Unternehmen folgten der Entwicklung an der US-Technologiebörse Nasdaq und legten überdurchschnittlich zu. So zählten im Dax die Papiere des Halbleiterkonzerns Infineon mit einem Plus von 3,25 Prozent zu den Favoriten.

Im TecDax ging es für die schon jüngst erholten Aktien des Solartechnikherstellers SMA Solar um weitere 3,37 Prozent bergauf, womit sie ihre deutlichen Verluste nach der Senkung des Umsatzziels im November weiter eindämmten.

Dax-Spitzenreiter waren die Anteilssheine des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp mit einem Kurssprung von 4,24 Prozent auf 25,10 Euro - damit waren sie so teuer wie seit Anfang Oktober nicht mehr. Einem Händler zufolge stützte hier auch eine Meldung, wonach China die Produktionskapazitäten für Stahl weiter reduziere. Allerdings wollen sich die Essener mit der geplanten Fusion ihres europäischen Stahlgeschäfts mit dem des indischen Konzerns Tata aus diesem Bereich zurückziehen.

Im SDax der gering kapitalisierten Werte schnellten die Aktien von Grenke um über 8 Prozent nach oben und profitierten damit von dem starken Neugeschäft im Jahr 2017. Ein Marktteilnehmer hob hervor, dass der Leasinganbieter die hohe Profitabilität gehalten habe. Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson setzte dank eines positiven Analystenkommentars seinen Rekordlauf fort: Die Aktien stiegen bis auf 31,42 Euro. Zu Schluss notierten sie bei 31,20 Euro und damit um 5,95 Prozent höher.

Gegen den Trend fielen die Anteilscheine von Brenntag im MDax um 1,18 Prozent. Der Digitalisierungstrend gefährde das Geschäftsmodell des Chemikalienhändlers, schrieb Analyst Karl Green von der schweizerischen Bank Credit Suisse. Denn die Kunden könnten zunehmend zum Direkteinkauf bei den Herstellern übergehen.

Dagegen erholten sich die wochenlang gebeutelten Aktien des Möbelkonzerns Steinhoff weiter: Mit einem Kursanstieg von 32,22 Prozent auf 0,46 Euro waren sie wie schon am Vortag unangefochtener Favorit der Anleger im MDax. Von seiner Bewertung vor Bekanntwerden des Bilanzskandals Anfang Dezember ist der Ikea-Rivale allerdings meilenweit entfernt: Damals hatte die Aktie mehr als 3 Euro gekostet. Im Sommer 2016 war sie sogar noch über 6 Euro wert gewesen.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite am Mittwoch bei 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 140,49 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,17 Prozent auf 161,61 Punkte./gl/he

Von Gerold Löhle, dpa-AFX


Quelle: dpa-AFX
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