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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: US-Jobdaten treiben Dax über 13 100 Punkte

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Erfreuliche Daten vom US-Arbeitsmarkt haben am Freitag den deutschen Börsen frische Aufwärtsimpulse gegeben. Der Dax -0,58% zog an und übersprang wieder die wichtige Marke von 13 100 Punkten. Zum Handelsschluss legte der Leitindex um 0,86 Prozent auf 13 166,58 Punkte zu, was auf Wochensicht einem Verlust von 0,53 Prozent entspricht. Der MDax -0,68% gewann 0,71 Prozent auf 27 343,84 Zähler.

Die US-Wirtschaft hat im November deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft seien 266 000 Stellen entstanden, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Mittel nur mit 180 000 neuen Jobs gerechnet. Zudem wurde der Stellenzuwachs in den beiden Vormonaten um insgesamt 41 000 Stellen nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote fiel zugleich unerwartet um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent und damit wieder auf das Niveau von September, als die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt den tiefsten Stand seit 50 Jahren erreicht hatte.

Die Zahlen seien beeindruckend gewesen, schrieb CMC-Marktexperte David Madden. Auch in Europa reagierten die Märkte positiv: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 -0,35%, legte um 1,21 Prozent zu, genauso wie der französische Leitindex Cac 40 -0,25%. In Großbritannien ging es im FTSE 100 zum Börsenschluss um 1,43 Prozent nach oben, während der Dow Jones Industrial -0,03% zu dem Zeitpunkt mit 1,20 Prozent im Plus stand.

Im bisherigen Wochenverlauf hatten immer neue, widersprüchliche Meldungen zum US-chinesischen Zollstreit den Dax auf Achterbahnfahrt geschickt. Zeitweise war er so auch wieder unter 13 000 Punkte gesackt. Das Thema dürfte auch rasch wieder ins Bewusstsein der Anleger zurückkehren, denn die kommenden Tage müssen zeigen, ob es den USA und China gelingt, sich vor der nächsten, für den 15. Dezember geplanten Zollrunde auf ein erstes Teilabkommen zu einigen.

Unter den Einzelwerten im Dax richtete sich das Interesse besonders auf FMC ±0,00% und die Lufthansa +1,00%. Die Aktie des Dialysespezialisten gab um 1,64 Prozent nach und war damit Schlusslicht im Leitindex. Die US-Bank Morgan Stanley sieht Risiken für die von FMC ausgegebenen Ziele für das kommende Jahr und stufte das Papier auf "Underweight" ab. Die Papiere der Lufthansa gehörten indes zu den Dax-Favoriten mit plus 1,46 Prozent. Die Investmentbank Mainfirst rechnet 2020 für die Fluggesellschaft mit besser laufenden Geschäften als 2019. Im insgesamt starken Tech-Sektor gewannen Infineon -0,02% mehr als 4 Prozent dazu und rückten damit an die Dax-Spitze.

Im MDax war das Papier von Carl Zeiss Meditec +0,58% nach endgültigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 Schlusslicht mit minus 6,36 Prozent. Nach sehr gut gelaufenen Geschäften des Medizintechnikkonzerns wurde am Markt nun auf Gewinnmitnahmen verwiesen. Erst Ende November hatte die Aktie bei 112,70 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Spitzenwert im Index der mittelgroßen Werte war die Kion -0,75%-Aktie mit plus 4,49 Prozent, während im SDax -0,47% der Anteilsschein von Jungheinrich -0,96% um 4,19 Prozent zulegte. Beide Gabelstaplerhersteller profitierten von einer frisch ausgesprochenen Kaufempfehlung der Mainfirst-Analysten. Sie erwarten, dass es an den europäischen Endmärkten der beiden Unternehmen allmählich wieder aufwärts gehen wird.

Der Immobilienkonzern Patrizia -0,38% legte auf dem zweiten Platz im SDax zudem um 5,24 Prozent zu. Das Unternehmen kauft in Europa für über eine Milliarde Euro Logistikimmobilien mit einer Gesamtfläche von mehr als 1,4 Millionen Quadratmetern. Dass Wacker Chemie -0,79% eine Gewinnwarnung ausgab, schockierte die Anleger nicht. Schon seit Längerem ist bekannt, dass die Geschäfte mit dem Wacker-Produkt Polysilizium schlecht laufen. Laut der Baader Bank spiegele sich das auch im Aktienkurs wider. Das im bisherigen Jahresverlauf schwer gebeutelte Papier legte um 3,31 Prozent zu.

Der Euro -0,0451% kostete zuletzt 1,1052 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1094 (Donnerstag: 1,1094) Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Vortag bei minus 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex +0,04% stieg um 0,02 Prozent auf 144,30 Punkte. Der Bund-Future (März-Kontrakt) +0,17% gab um 0,04 Prozent auf 172,13 Punkte nach.

Kurz nach Börsenschluss teilte der österreichische Halbleiterhersteller AMS -2,50% mit, dass die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent für Osram +0,15% überschritten worden ist. Osram gab seinerseits bekannt, der Konzern habe die Führungsspitze von AMS "zu Zukunftsgesprächen" eingeladen. Die MDax-Aktie zog nachbörslich auf Tradegate um 10 Prozent an und lag damit über dem Angebotspreis von 41 Euro./kro/fba

Von Karolin Rothbart, dpa-AFX


Quelle: dpa-AFX
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