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ROUNDUP/Berichte: Thyssenkrupp will bei Stahlfusion mehr - höherer Anteil?

| Quelle: dpa-AFX (SW) | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
ESSEN (dpa-AFX) - Bei den Verhandlungen für eine Stahlfusion mit Tata verlangt Thyssenkrupp laut Medienberichten in letzter Minute einen Nachschlag. Im Raum stehe ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag, berichtete das "Handelsblatt" (Mittwoch) unter Berufung auf Finanzkreise. Hintergrund sei die unterschiedliche Entwicklung der Unternehmen, die dazu geführt habe, dass der Wert der Thyssenkrupp-Stahlsparte entgegen der ursprünglichen Vereinbarung deutlich gestiegen sei. Die Zahlen sollen am Mittwoch dem Aufsichtsrat des Konzerns vorgelegt werden, hieß es. Zuvor hatten mehrere Investoren und der Betriebsrat eine Neubewertung gefordert. Ein Konzernsprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Trotz der komplizierten Verhandlungen werde das Management am Zeitplan nicht rütteln, sodass eine Einigung noch im Juni angestrebt werde, hieß es in dem Bericht weiter. Zuletzt entwickelte sich die Stahlsparte von Thyssenkrupp besser, während jene von Tata schwächelte. Durch das Gemeinschaftsunternehmen will Thyssenkrupp seine Abhängigkeit von der schwankungsanfälligen Stahlsparte reduzieren, um anschließend den Konzern neu ausrichten zu können.

Nach derzeitiger Planung sollen beide Konzerne mit je 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sein. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete jedoch am späten Mittwochnachmittag mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen von Erwägungen, den Anteil von Thyssenkrupp zu erhöhen, wobei die Stimmrechte gleich verteilt bleiben würden. Nach der Veröffentlichung des Berichts erreichte der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie ein neues Tageshoch.

Im Zuge der Stahlfusion sei ein neues Sparprogramm geplant, das vor allem die knapp 4000 Mitarbeiter der Dachgesellschaft treffen werde, heißt es im Handelsblatt-Bericht. Ohne die Stahlsparte könne die Holding "entschlackt" werden, hieß es. Der Umfang der möglichen Einschnitte stehe aber noch nicht fest.

Bei dem geplanten Umbau stehe auch die Trennung vom wenig profitablen Handelsgeschäft von Thyssen im Raum. Kernstück der Strategie bleibe jedoch weiter die Bildung eines Technologiekonzerns mit den Sparten Autokomponenten, Fabriken und Aufzüge. Neben höheren Investitionen seien auch Zukäufe denkbar, berichtete die Zeitung. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte angekündigt, die neue Strategie nach der Unterzeichnung der Verträge für die Stahlfusion vorlegen zu wollen./uta/tos/DP/zb


Quelle: dpa-AFX
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