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ROUNDUP: BVB nach Blackout von Bürki vor Aus - Aktie unter Druck

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NIKOSIA/LEIPZIG (dpa-AFX) - Frust beim BVB, Lust auf mehr in Leipzig. Während Borussia Dortmund den Einzug in das Achtelfinale der Champions League nach dem blamablen 1:1 bei Fußball-Zwerg Apoel Nikosia so gut wie sicher abschreiben kann, darf RB Leipzig nach dem historischen ersten Sieg in Europas Eliteklasse gegen den FC Porto (3:2) auf den Einzug in die K.o.-Runde hoffen.

An der Börse war die Reaktion auf das Ergebnis des BVB ausgesprochen negativ: BVB-Aktien gerieten unter Druck und verloren am frühen Nachmittag mehr als drei Prozent an Wert. "Wenn die Dortmunder so früh schon ausscheiden, entgehen ihnen Millioneneinnahmen", sagte ein Händler. Dazu zählten nicht nur die entgangenen Prämien, sondern auch Einnahmen aus TV-Übertragungen sowie Zuschauer- und Marketingerlöse.

"Man muss ehrlich sein. Das wird jetzt sehr, sehr schwer. Unsere einzige Chance ist es, die nächsten drei Spiele zu gewinnen", sagte BVB-Cheftrainer Peter Bosz. Auch Sportdirektor Michael Zorc machte sich nach dem dritten sieglosen Gruppenspiel keine Illusionen: "Ich bin kein Träumer, sondern Realist, für uns geht es jetzt darum, den dritten Platz zu sichern."

Als Gruppenzweiter mit vier Punkten hat Königsklassen-Debütant RB seine Chancen auf das Weiterkommen hingegen deutlich gesteigert. Es dürfte auf einen Zweikampf zwischen den Sachsen und Porto (3) hinauslaufen. Enteilt scheint Besiktas Istanbul mit neun Zählern. Bei den Türken hatten die Leipziger 0:2 verloren; gegen AS Monaco spielten sie 1:1.

Ebenso wie drei Tage zuvor im Bundesligaspiel beim BVB (3:2) begeisterten die Leipziger wieder mit ihrem Turbo-Fußball, der für Trainer Ralph Hasenhüttel nur noch einen Makel hat: "Wenn wir die Leichtsinnigkeiten hinten auch in den Griff kriegen, haben wir eine schöne Zukunft vor uns."

Weitere Siege in den kommenden beiden Englischen Wochen sollen dem Liga-Dritten dabei helfen. Am Samstag beim VfB Stuttgart, im DFB-Pokal gegen Bayern München und danach im Bundesligaspiel beim Rekordmeister sowie am 1. November beim FC Porto. "Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft nicht nachlassen wird", versicherte RB-Profi Kevin Kampl.

Nach dem Patzer gegen Leipzig und der Blamage in Nikosia müssen sich die Dortmunder wieder sammeln, um den Negativtrend bei Hannover 96 am Samstag zu stoppen und die Tabellenführung in der Bundesliga nicht als nächstes zu verlieren. "Wir haben jetzt zweimal in Folge nicht gewonnen. Das darf einer Mannschaft wie Borussia Dortmund nicht passieren", klagte Bosz.

Entscheidenden Anteil am mageren 1:1 auf Zypern hatte Roman Bürki. Der BVB-Torhüter hatte in der 62. Minute einen Blackout. Ohne Not spielte der Keeper nach einem Rückpass den Ball in die Füße von Lorenzo Ebecilio. Dessen 16-Meter-Schuss ließ er nach vorne vor die Füße von Mikaël Poté abprallen. Das nutzte der ehemalige Dresdner zur überraschenden Führung seines Teams. "Es stimmt, er hat gepatzt. Das weiß er selbst. Aber er hat uns schon oft geholfen. Jetzt muss die Mannschaft für ihn da sein", sagte Bosz.

Ähnlich wie Bosz machte sich BVB-Kapitän Marcel Schmelzer für den in dieser Saison vor allem nach Champions-League-Spielen wiederholt kritisierten Schlussmann Bürki stark: "Das passiert auch den Besten der Welt - selbst Manuel Neuer ab und an. Es gibt bei uns in der Mannschaft keine Diskussion. Roman ist ganz klar unsere Nummer eins."

Die Chancen auf den fünften Einzug in die K.o.-Runde eines europäischen Wettbewerbs in Serie sind nach dem Remis auf ein Minimum gesunken. Schließlich weisen die beiden anderen Gruppenkonkurrenten Real Madrid und Tottenham Hotspur nach drei Spielen bereits sieben Punkte und damit sechs mehr auf als der noch immer sieglose BVB.

Doch weder der Coach noch Profi Julian Weigl wollten von einer negativen Trendwende sprechen. "Wir haben jetzt keine Krise", sagte der Mittelfeldspieler. Ähnlich antwortete Schmelzer auf die Frage, ob es zuletzt einen Knick gab: "Natürlich hatten wir jetzt eine kleine Phase. Aber wir dürfen uns das jetzt nicht einreden - und selbst wenn es so ist nicht eingestehen."/ac/DP/stb


Quelle: dpa-AFX
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