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ROUNDUP: Chemie-Industrie sorgt sich ums zweite Halbjahr

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz glänzender Geschäfte im ersten Halbjahr hat sich die Stimmung in der deutschen Chemie-Industrie eingetrübt. Bei Vorlage seiner Halbjahresbilanz nannte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag den möglichen globalen Handelskrieg zwischen den USA, China und der EU, einen harten Brexit und die stürmische Ölpreisentwicklung als größte Risiken für die drittgrößte deutsche Industriebranche. Für das zweite Halbjahr erwartet der Verband deshalb ein schwächeres Wachstum. An seiner Prognose eines Umsatzzuwachses von 4,5 Prozent auf 204 Milliarden Euro für das Gesamtjahr hielt der Verband gleichwohl fest.

Mit 100,4 Milliarden Euro haben die Unternehmen in den ersten sechs Monaten einen guten Teil davon geschafft. Das war ein Zuwachs von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktion legte im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 5,0 Prozent zu. Für das Gesamtjahr erwartet der VCI hier unverändert nur 3,5 Prozent mehr.

"Das Tempo des Wachstums hat nachgelassen, gleichzeitig haben die konjunkturellen Risiken zugenommen. Der Gegenwind wird stärker", bewertete der scheidende VCI-Präsident und frühere BASF-Chef Kurt Bock die Lage der Branche. Kräftig steigende Ölpreise drückten auf die Gewinnmargen, entzögen Deutschland Kaufkraft und belasteten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie.

Erneut verlangte der VCI eine stärkere steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung, wie sie in fast allen Industrienationen üblich sei. VCI-Präsident Bock forderte die Bundesregierung auf, im Herbst einen konkreten Gesetzentwurf vorzulegen. Nur so könnten die Investitionen auf das im Koalitionsvertrag genannte Ziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesteigert werden.

Im ersten Halbjahr waren 455 200 Mitarbeiter in der Chemieindustrie beschäftigt. Das waren 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bock begründete die Neueinstellungen vor allem mit dem strukturellen Wandel, weshalb Unternehmen vor allem Fachkräfte etwa für die Digitalisierung einstellten./ceb/mne/fba


Quelle: dpa-AFX
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