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ROUNDUP: Frankreichs Staatschef Macron verteidigt Pläne für Rentenreform

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
PARIS (dpa-AFX) - Nach mehr als einer Woche mit massiven Ausfällen im Fern- und Nahverkehr hat Frankreichs Umwelt- und Verkehrsministerin Élisabeth Borne die Angestellten der Verkehrsbetriebe aufgefordert, ihren Streik gegen die geplante Rentenreform zu beenden. Sie denke vor allem an Menschen, die von den Verkehrsbehinderungen und dem damit verbundenen Stress betroffen seien, sagte Borne am Freitag dem Fernsehsender CNews. Dass sich der Streik möglicherweise bis Weihnachten ziehen könnte, nannte Borne erneut "unverantwortlich" von den Gewerkschaften. Sie forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Die Ministerin rief die Lokführer auf, an die Schwierigkeiten für die Franzosen zu denken. Dreiviertel der Lokführer der Staatsbahn SNCF und der Pariser Verkehrsbetriebe RATP seien von der geplanten Rentenreform nicht betroffen, so Borne. Die Gewerkschaften hatten angedeutet, dass sie auch an Weihnachten den Streik nicht aussetzen werden. Es werde keine "Waffenruhe" während der Festtage geben, wenn die Regierung nicht wieder zu Sinnen komme, drohte der Eisenbahngewerkschafter Laurent Brun am Donnerstag.

Der Wegfall vieler Zugverbindungen vor allem im Fernverkehr würde Chaos im Heimreiseverkehr vor Weihnachten ab kommenden Freitag bedeuten. Premierminister Édouard Philippe hoffte auf eine Einigung und ein Ende des Streiks vor den Festtagen. Der Premierminister wolle die Gewerkschafts- und Arbeitgeberverbände so früh wie möglich in der kommenden Woche zu einem Dialog treffen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verteidigte die Reformpläne. Frankreich und künftige Generationen bräuchten die Reform, sagte Macron bei einer Pressekonferenz im Rahmen des EU-Gipfels in Brüssel. Dabei gehe es um mehr Vertrauen in Gerechtigkeit durch ein universelles Rentensystem, so der französische Staatschef. Die Reform werde das Land transformieren und erst im Laufe der Zeit ihre volle Kraft entfalten. Die Reform sei historisch für das Land, betonte Macron in Brüssel. Auf Dauer werde sie Frankreich stärken.

In der vom Streik am härtesten getroffenen Stadt Paris machte sich kurz vor dem Wochenende eine Mischung aus Resignation und Nervenzusammenbruch bei den Fahrgästen breit. Zu den Stoßzeiten fahren nur wenige Züge; die Bahnhöfe und Züge sind dann völlig überfüllt. Bei der Staatsbahn SNCF legten am Freitag knapp 67 Prozent der Lokführer die Arbeit nieder - weniger als noch am Vortag, als 72 Prozent am Ausstand teilnahmen. Der Fernverkehr war am Freitag weiterhin stark gestört. Von jeweils vier geplanten TGV-Hochgeschwindigkeitszügen fuhr nach Angaben der Staatsbahn nur einer.

Die Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Rentenpläne der Regierung. Seit Donnerstag vergangener Woche haben verschiedene Berufsgruppen die Arbeit niedergelegt. Im ganzen Land gingen Menschen gegen die Reform auf die Straße. Am Mittwoch hatte Premierminister Philippe die Details der Reform vorgestellt. Er hielt zwar an den Grundprinzipien fest, schwächte die Reform aber ab. So sollen für Mitarbeiter von Polizei oder Feuerwehr Sonderregeln beim Renteneintrittsalter erhalten bleiben.

Auch für das Wochenende werden Störungen erwartet. Die Pariser Verkehrsbetriebe rechneten nach eigenen Angaben mit ähnlich vielen Zugausfällen wie in den vergangenen Tagen. Da weniger Menschen zur Arbeit müssten, werde man sich bei der Bahntaktung am Wochenende auf den Zeitraum zwischen 13 Uhr und 18 Uhr konzentrieren. Für Samstag wurden zudem erneut Demonstrationen in Paris und weiteren Städten erwartet./ari/DP/eas


Quelle: dpa-AFX
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