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Rückt die Zinswende näher?

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25.04.2017

Rückt die Zinswende näher?

Wirtschaftsforscher fordern höhere Zinsen in Europa. Doch die Zentralbank zögert. Wie Anleger sich richtig positionieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Ansicht führender deutscher Wirtschaftsexperten noch in diesem Jahr die geldpolitische Wende einleiten – also die Zinsen wieder nach oben fahren. Das raten jetzt mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute um das IW Halle in einem aktuellen Gutachten.

Spätestens 2018 sollte die EZB die Leitzinsen erhöhen, schreiben die Forscher. Dazu sollte schon jetzt die anstehende Zinswende kommuniziert werden, um die Finanzmärkte auf steigende Zinsen vorzubereiten.

Experten wollen schon 2018 höhere Leitzinsen

„Damit könnte die EZB die langfristigen Zinsen allmählich nach oben schleusen, was sich auch günstig auf die derzeit äußerst niedrigen Margen im Finanzsektor auswirken dürfte“, heißt es in dem Gutachten. Die EZB hält ihre Leitzinsen seit längerem auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem pumpt sie über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem.

Die auf 2,28 Billionen Euro angelegten Transaktionen sollen bis mindestens Ende 2017 laufen. Die Forschungsinstitute empfehlen der EZB als zweiten Schritt, das Programm bei guter Konjunktur ab Jahresbeginn 2018 auslaufen zu lassen. „Eine erste Erhöhung des Leitzinses ist dann wohl angezeigt“, heißt es in dem Gutachten.

EZB denkt offensichtlich bereits über Zinswende nach

Ob die EZB dem Rat der Wissenschaftler folgt, ist ungewiss. EZB-Chef Mario Draghi machte bis zuletzt immer wieder deutlich, dass er an der expansiven Geldpolitik weiter festhalten wolle. Etwas anders äußerte sich kürzlich EZB-Direktor Benoît Coeuré, ein Mitglied des sechsköpfigen Führungsgremiums der Zentralbank.

Er forderte die Wirtschaftsakteure auf, sich auf ein Ende der jahrelangen Phase ultraniedriger Zinsen einzustellen. „Es ist offensichtlich, dass der Finanzsektor und andere Wirtschaftsakteure, vor allem Regierungen, sich vorbereiten müssen. Ich hoffe, dass die Regierungen in der Eurozone wissen, dass die Zinsen nicht auf dem aktuellen Niveau bleiben werden“, sagte Coeuré laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters in Paris.

Anleger sollten diese unübersichtliche Situation genau im Auge behalten. Steigende Zinsen – das klingt zwar zunächst einmal gut, doch für Anleihenbesitzer trifft das nicht unbedingt zu. Anleihenrenditen und -kurse entwickeln sich stets gegenläufig. Steigen die Marktzinsen, bedeutet das Kursrückgänge bei Anleihen.

Vorteile von Floating Rates Notes

Ein Möglichkeit, drohenden Kursverlusten entgegen zu treten, sind Investments in Anleihen mit variabler Verzinsung. Bei solchen Floating Rate Notes ist die Höhe der Verzinsung an die Entwicklung der Marktzinsen gekoppelt. Dadurch reagieren die Kurse der Floater allenfalls minimal auf eine Veränderung des Zinsniveaus.

Der Fonds Deutsche Floating Rate Notes USD investiert überwiegend in solch variable Zinspapiere die auf US-Dollar lauten. Mit einem Investment in die US-Floater werden Anleger nicht nur weitgehend unabhängig von der Zinsentwicklung in Europa und den USA. Zugleich haben sie die Chance, von den höheren Zinsen in den Vereinigten Staaten zu profitieren. Änderungen des Wechselkurses werden vom Fondsmanagement durch Sicherungsgeschäfte weitgehend neutralisiert.

Fazit für Anleger:

  • Wirtschaftsforscher halten höhere Zinsen für notwendig
  • Die EZB zögert noch mit Zinserhöhungen, doch Anleger sollten sich flexibel positionieren
  • Mit dem Fonds Deutsche Floating Rate Notes USD profitieren Anleger von höheren US-Zinsen bei geringem Zinsänderungsrisiko

Siehe auch:

Bundesanleihen: Wirklich erste Wahl?

Mit Zinsanlagen Spannung aus dem Depot nehmen

 

http://www.dws.de/Themen/Themen-im-Fokus/Zinsanlagen/R%C3%BCckt-die-Zinswende-naeher/Themenstory
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