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SAP-Aktie: Das kann nicht wahr sein!

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das laufende Abfindungsprogramm wird für Europas größten Software-Anbieter SAP kostspieliger als ursprünglich geplant. Der Quartalsgewinn sackte im zweiten Quartal um fast ein Fünftel ab. Auch im laufenden Geschäft hatten sich Analysten mehr vom operativen Ergebnis versprochen. In der Cloud-Sparte mit Software zur Miete konnte SAP erneut auch dank des Qualtrics-Zukaufs ordentlich wachsen, allerdings verlangsamten sich in dem Geschäft die Auftragseingänge. Die SAP-Aktie geriet kräftig unter Druck.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte SAP nicht so stark steigern wie erwartet, es kletterte um 11 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro. Die entsprechende Marge verharrte bei 27,3 Prozent. Dabei hatte SAP die von Experten viel beachtete Profitabilität im Cloud-Geschäft deutlich steigern können. Allerdings entwickelten sich die besonders profitablen Einmalgeschäfte mit Lizenz-Software schwächer als von Experten geschätzt.

Quartalsgewinn 19 Prozent niedriger 

Unterm Strich ging das Ergebnis um 19 Prozent auf 582 Millionen Euro zurück. Nachdem sich in Deutschland mehr Mitarbeiter als erwartet für das Vorruhestandsprogramm registriert haben, legte SAP noch einmal knapp 200 Millionen Euro beiseite. Damit summieren sich die Kosten dafür in diesem Jahr auf knapp 1,1 Milliarden Euro. 

Im Januar hatte der Konzern die erste größere Umbaurunde nach 2015 angestoßen, bis zu 4.400 Mitarbeiter sollen in andere Funktionen wechseln oder auch mittels Abfindungen die Firma verlassen. Zuletzt beschäftigte SAP weltweit 98.300 Mitarbeiter. Zum Jahresende sollen es aber trotz der Abfindungen mehr sein. Denn gleichzeitig wird in anderen Bereichen eingestellt. Auf diese Weise will die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten.

Neben dem Abfindungsprogramm schlug auch die aktienbasierte Vergütung mit fast 600 Millionen Euro stärker zu Buche, weil sich der Kurs der SAP-Aktie so gut entwickelt hat. Statt bis zu 1,55 Milliarden Euro rechnet SAP für das Gesamtjahr hier jetzt mit Kosten von bis zu 1,9 Milliarden Euro.

Jahresziele bleiben bestehen 

Der Umsatz kletterte von April bis Juni vor allem dank des boomenden Cloud-Geschäfts um 11 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Der Umsatz in der Cloud wuchs um 40 Prozent, allerdings verlangsamten sich die Auftragseingänge in der Sparte spürbar. Der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China bremste zudem insgesamt das Asiengeschäft. Vorstandschef Bill McDermott rechnet aber damit, dass die verschobenen Projekte der SAP-Kunden noch realisiert werden. 

An seinen Zielen für das Gesamtzahl rüttelte der SAP-Vorstand deshalb nicht. McDermott hatte mit den Zahlen zum ersten Quartal eine positive Entwicklung bei der Profitabilität versprochen. Mit dem Schwenk zur Cloud-Software aus dem Internet war sie mehrere Jahre in Folge gesunken. Die Software zur Miete konnte noch nicht mit den Gewinnen aus großen Einmalzahlungen für Softwarelizenzen mithalten. SAP hat seine Kernsoftware zur Unternehmenssteuerung inzwischen in die Cloud gehievt und verzeichnet auch hier mehr Kundschaft. Künftig soll eine Kooperation mit dem Chiphersteller Intel -0,43% das noch beschleunigen. 

SAP-Aktie unter Druck 

McDermott muss nach seiner Ansage zur Marge nun unter Beweis stellen, dass sich die milliardenschweren Zukäufe der vergangenen Jahre auszahlen und das Cloudgeschäft die versprochenen Gewinne auch einfahren kann. Für den Vetriebsspezialisten Callidus hat SAP vergangenes Jahr 2,4 Milliarden US-Dollar ausgegeben, für Qualtrics rund 8 Milliarden Dollar. 

Der Konzern wildert damit immer stärker im Revier des US-Rivalen Salesforce, der auf Software für Vertrieb und Kundenkontakt spezialisiert ist. Nun sind größere Zukäufe bei SAP vorerst tabu: Schulden sollen abgebaut werden, auch Aktienrückkäufe sind geplant. Details dazu werden aber erst im November bekannt geben.

Die Aktien des Dax-Schwergewichts SAP -0,21% sackten zum Xetra-Start um über acht Prozent bis auf 108,10 Euro ab. Das war der niedrigste Stand seit Ende April. Zuletzt notierten sie bei 112 Euro. Der SAP-Kursrutsch belasteten auch den Kurs der Aktien der Software AG +0,03%, der um 2,4 Prozent nachgab. 

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart SAP (in Euro)
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