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SAP-Chef geht, Aktie steigt – wie passt das zusammen?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Paukenschlag in Walldorf bei Heidelberg: Der seit 2010 amtierende SAP-Vorstandschef Bill McDermott tritt überraschend zurück. Die Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein sollen als Führungsduo mit sofortiger Wirkung seine Nachfolge antreten und Europas größten Software-Hersteller führen, wie der DAX-Konzern +0,58% am frühen Freitagmorgen überraschend mitteilte.

Seit 2014 lenkte der heute 58-jährige McDermott die Geschicke des wertvollsten deutschen börsennotierten Konzerns an der Vorstandsspitze allein. Der US-Amerikaner hat den Konzern stark in Richtung Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet umgebaut. "Von dieser Weichenstellung wird das Wachstum von SAP noch viele Jahre profitieren", sagte Aufsichtsratschef und SAP-Mitgründer Hasso Plattner. Mit dem Führungswechsel greife die langfristige Nachfolgeplanung des Kontrollgremiums, hieß es. Einen konkreten Grund für den Rücktritt McDermotts nannte das Unternehmen zunächst nicht.

Neue Doppel-Spitze kommt gut an

Die Aktionäre des Software-Konzerns SAP blicken trotz des überraschenden Rücktritts des langjährigen Konzernchefs Bill McDermott optimistisch in die Zukunft. Das neue Führungsduo aus den Vorstandsmitgliedern Jennifer Morgan (erstmals eine Frau an der Spitze eines DAX-Konzerns!) und Christian Klein kommt offenbar ebenso so positiv an wie die überraschend guten Zahlen zum dritten Quartal.

Die Zahlen zeigten, dass das Unternehmen sowohl das Wachstum als auch die Gewinnmargen vorantreiben könne, erklärte Analyst Mark Moerdler von Bernstein Research. Die SAP-Aktie -0,43%  schnellte am Freitag-Vormittag um gut sieben Prozent auf fast 113 Euro nach oben. Damit überwanden sie auch ihre 50-Tage-Linie.

12-Monats-Chart SAP (in Euro, Tradegate)


Damit nehmen die Papiere des wertvollsten deutschen Konzerns wieder Kurs auf ihr Rekordhoch von 125 Euro von Anfang Juli. Damals brachte es SAP auf einen Börsenwert von mehr als 153 Milliarden Euro. Der schrumpfte zuletzt auf knapp 130 Milliarden Euro, auch weil das Unternehmen Mitte Juli mit den Zahlen für das zweite Quartal enttäuscht hatte. Selbst nach dem Kursrückschlag ist SAP allerdings immer noch der einzige DAX-Konzern, der es auf mehr als 100 Milliarden Euro bringt.

Quartalszahlen übertreffen Erwartungen

Nachdem SAP im zweiten Jahresviertel noch den Handelsstreit zwischen den USA und China zu spüren bekommen hatte, übertrafen die Walldorfer nun die Markterwartungen: Umsatz und Gewinn kletterten im dritten Quartal überraschend kräftig. Im Tagesgeschäft steuerte auch das Cloudgeschäft spürbar mehr Gewinn bei. Die operative Marge war mit 30,6 Prozent überraschend hoch. Die Kostensenkungen des Konzerns schienen Früchte zu tragen, sagte Analyst Knut Woller von der Baader Bank.

Der nun zurückgetretene McDermott hatte den Konzern in den vergangenen Jahren stark auf das Cloudgeschäft rund um Software ausgerichtet, die über das Internet genutzt wird und im Abo-Modell oder gegen Nutzungsgebühr bezahlt wird. Für das Wachstum in der Cloud steckte SAP viele Milliarden in teure Zukäufe.

Analyst lobt

Bernstein-Analyst Moerdler hob zudem hervor, dass SAP damit zum sehr erfolgreichen Modell einer Doppelspitze zurückkehre. Der Zeitpunkt des Chefwechsels dürfte Folge einer wohl auch für das Unternehmen unerwarteten Situation sein, sollte aber keinen größeren Umbruch bedeuten. Die beiden neuen Chefs hätten unterschiedliche Hintergründe und würden sich gut ergänzen. Die eine Führungskraft sitze in den USA und habe Vertriebserfahrung, die andere sitze in Europa bringe Erfahrung im Management mit.

Mit Material von dpa-AFX

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