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SAP schraubt seine Ziele rauf – Aktie fällt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Europas größter Software-Hersteller SAP hat sich für das gerade begonnene Jahr ein etwas stärkeres Wachstum bei Umsatz und Ergebnis vorgenommen als zuletzt in Aussicht gestellt. Beim um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnis strebt das Management um die Co-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein auf der Basis konstanter Wechselkurse einen Wert zwischen 8,9 und 9,3 Milliarden Euro an, wie der DAX-Konzern am Dienstag in Walldorf mitteilte.

Das sind am oberen Ende der Prognosespanne 200 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt, Analysten gingen allerdings bereits von einem Wert in der Mitte der neuen Spanne aus. Der Konzern rechnet damit, dass der Anstieg der Profitabilität sich in diesem Jahr beschleunigen wird, wie Finanzchef Luka Mucic in einer Telefonkonferenz sagte. Bei der Profitabilität der Cloudgeschäfte sei der Konzern derzeit sogar weiter als geplant.

Der Gesamtumsatz soll 2020 zwischen 29,2 und 29,7 Milliarden Euro landen und damit über der bisher ausgegebenen Marke von maximal 29,2 Milliarden Euro. Analysten hatten bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne gerechnet. Größter Treiber bleibt das Wachstum bei der Software zur Miete aus dem Internet (Cloud), in diesem Bereich engte SAP die Aussichten etwas ein. Die Kernsoftware S4 Hana laufe gut, sagte Co-Chef Klein. Auch die Dienstleistungen wüchsen derzeit stark, sagte Mucic.

Spürbarer Gewinneinbruch

Im vergangenen Jahr konnte die Profitabilität deutlich gesteigert werden. Aber: Der vor rund einem Jahr angekündigte Stellenabbau bescherte den Walldorfern einen spürbaren Gewinneinbruch unter dem Strich, wie das im DAX -0,62% notierte Schwergewicht mitteilte. Umsatz und Betriebsergebnis kletterten dagegen deutlich, weil die Geschäfte mit der Software zur Miete aus dem Internet (Cloud) weiter kräftig wuchsen und Zukäufe zum Tragen kamen.

Die seit Mitte Oktober amtierenden neuen Co-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein hatten den Anlegern versprochen, den zuletzt eingeschlagenen Effizienzkurs ihres Vorgängers Bill McDermott fortzusetzen. Nach vielen Jahren mit sinkender oder stagnierender operativer Marge soll diese nun kontinuierlich steigen und 2023 um fünf Prozentpunkte höher liegen als 2018. Dafür baut der Konzern sein Cloudangebot um, setzt auch bei den zugekauften Töchtern zunehmend auf die eigene Datenbanktechnik Hana und verschlankt die Infrastruktur der betriebenen Rechenzentren.

Cloudsparte brummt

Das schlug sich bereits im vergangenen Jahr deutlich in einer höheren Profitabilität in der Cloudsparte nieder. Jahrelang hatten Investitionen in Rechenzentren, die zunächst gegenüber dem herkömmlichen Lizenzverkauf niedrigen Erlöse und das starke Wachstum in dem Geschäft die Marge des Konzerns belastet. McDermott hatte die Weichen in früheren Jahren vor allem auf Wachstum gestellt, um in dem Feld gegen Konkurrenten bestehen zu können.

Das Umsteuern auf Gewinne ließ das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis im vergangenen Jahr wie von Experten erwartet um 15 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro steigen. Das war ein stärkerer Anstieg als beim Umsatz mit 12 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro, auch dank des milliardenschweren Zukaufs des US-Unternehmens Qualtrics.

Aktie unter Druck

Die SAP-Aktie ±0,00% gehörte nach der mageren Vortagesentwicklung auch am Dienstag-Vormittag zu den schwächsten Werten im DAX. Der Kurs fiel im frühen Handel unter 120 Euro.

Die Baader Bank hat die Einstufung für SAP nach Zahlen und Ausblick auf "Add" mit einem Kursziel von 125 Euro belassen. Die Walldorfer hätten 2019 ihre Versprechen gehalten, schrieb Analyst Knut Woller in einer ersten Reaktion. Auch die Signale für das neue Jahr entsprächen den Erwartungen.

Das Analysehaus Jefferies ist optimistischer. Analyst Julian Serafini hat die Einstufung für SAP auf "Buy" mit einem Kursziel von 142 Euro belassen. Ein geringerer Anteil der profitableren Cloud-Umsätze bremse allerdings das Ergebniswachstum 2020. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart SAP (in Euro)
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