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Sartorius-Aktie nach Q2-Zahlen kaum zu bremsen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Eine unverändert starke Nachfrage nach Technologien zur Herstellung von Biopharmazeutika hat dem Pharma- und Laborzulieferer Sartorius im zweiten Quartal weiteren Schwung verliehen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn legten kräftig zu, wie das MDax -0,13%-Unternehmen am Freitag in Göttingen mitteilte. Damit übertrafen die Niedersachsen die Erwartungen der Analysten. Bei den Auftragseingängen verzeichnete Sartorius ebenfalls deutliche Zuwächse.

Weil es im bisherigen Jahresverlauf so gut lief, hob der Vorstand die Umsatzziele an. Im Gesamtjahr 2019 soll der Konzernumsatz nun um etwa 10 bis 14 Prozent steigen. Bislang war Sartorius bei den Erlösen von einer Steigerung zwischen 7 und 11 Prozent ausgegangen. Vom Umsatz sollen weiterhin etwas mehr als 27 Prozent als bereinigter operativer Gewinn beim Unternehmen hängenbleiben. Im Vorjahr hatte die bereinigte Ebitda-Marge bei 25,9 Prozent gelegen. Teilweise liegt der erwartete Anstieg an einer neuen Bilanzierungsregel.

Neuer historischer Höchststand 

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Sartorius-Vorzugsaktie  -0,76% markierte am Vormittag mit einem Plus von rund drei Prozent bei 190,80 Euro ein neues Rekordhoch. Seit Jahresbeginn haben die Anteilsscheine rund 70 Prozent zugelegt. Sie sind damit hinter Zalando +0,86% der zweitbeste Titel im Index der mittelgroßen Unternehmen. In den zurückliegenden zwölf Monaten steht für Sartorius immerhin ein Plus von rund 30 Prozent zu Buche. 

Analyst Michael Leuchten von der Schweizer Großbank UBS ging in einer ersten Einschätzung davon aus, dass die Sartorius-Aktie von den vorgelegten Resultaten profitieren sollte. Der Laborzulieferer habe die Markterwartungen im zweiten Quartal übertroffen, hielt Leucht fest. Er beließ seine Einstufung auf "Neutral" mit einem Kursziel von 184 Euro.

Starkes Wachstum im Bereich Bio-Pharmazeutika

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz der Niedersachsen bereinigt um Wechselkurseffekte um 15,2 Prozent auf 459 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 22,6 Prozent auf rund 123,6 Millionen Euro. Als bereinigter Gewinn blieben in den Monaten April bis Juni 52,9 Millionen Euro hängen, nach 42,6 Millionen im zweiten Quartal des Vorjahres.

Zu verdanken hat Sartorius sein starkes Wachstum vor allem der Sparte Bioprocess Solutions, die Produkte für die Herstellung von Bio-Pharmazeutika liefert. Dagegen verlangsamte sich der Umsatzanstieg der Labor-Sparte. 

Konzernchef Joachim Kreuzburg zeigte sich mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden. Er verwies jedoch darauf, dass die beiden Sparten eine unterschiedliche Wachstumsdynamik hätten. Das Laborgeschäft sei gerade zum Ende des zweiten Quartals vom momentan unsicheren und schwächeren konjunkturellen Umfeld beeinflusst gewesen.

Guter Auftragseingang 

Die positiven Geschäftsaussichten sind auch auf einen starken Zuwachs bei den Auftragseingängen zurückzuführen. Hier stand ein um Währungsschwankungen bereinigtes Plus von knapp 21 Prozent auf 491,5 Millionen Euro zu Buche. 

Die Niedersachsen wuchsen weltweit in allen Regionen zweistellig. Im mit einem Anteil von 41 Prozent umsatzstärksten Markt Europa-Naher Osten-Afrika fiel die Wachstumsrate allerdings am geringsten aus. In Amerika und der Region Asien-Pazifik betrug der Erlöszuwachs jeweils fast 20 Prozent.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Sartorius Vz. (in Euro)
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