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Schlechte Nachrichten eingepreist? Neue Hoffnung für alle Autofans

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die erste Gewinnwarnung der laufenden Börsenwoche hat nicht lange auf sich warten lassen. Um 10:16 Uhr und damit zu einer sehr ungewöhnlichen Uhrzeit mitten im Handel verkündete der Autozulieferer Leoni gestern Morgen eine Anpassung seiner Jahresprognose. Nach einem schwachen dritten Quartal rechnet der Vorstand für 2018 nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT), das ungefähr im Bereich des Vorjahresgewinns von 196 Millionen Euro liegen dürfte. Zuvor war hier ein Wert zwischen 215 Millionen und 235 Millionen Euro angestrebt worden. Der Umsatz soll gleichzeitig leicht auf „rund 5,0 Millionen Euro“ statt auf „mindestens 5,1 Millionen Euro“ steigen. Beim freien Cashflow vor Dividende wird es in diesem Jahr einen negativen Wert von bis zu 150 Millionen Euro geben, wodurch am Markt umgehend Sorgen aufkamen, dass Leoni seine Gewinnausschüttung an die Aktionäre kürzen oder sogar ganz streichen könnte. Als Grund für die Anpassung der Prognose verwies das Unternehmen auf die schwächere Entwicklung des Automarktes in China, internationale Handelskonflikte sowie die Auswirkungen des neuen Abgastests.

Soweit ist das ja alles nicht mehr neu, wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt. Bemerkenswert waren daraufhin allerdings die Reaktionen der Marktteilnehmer. Zwar verlor die Aktie nach der Meldung in weniger als fünf Minuten über 7 Prozent an Wert. Anschlussverkäufe blieben aber aus. Stattdessen erholte sich der Titel recht schnell und drehte zur Mittagszeit sogar ins Plus. Zum Handelsschluss stand eine Tagesperformance von plus 2,1 Prozent geschrieben. Damit landete Leoni sogar noch unter den Top-10-Performern im SDAX. Wer hätte das gedacht? Nachdem sich die Aktie seit dem Januar-Hoch mehr als halbiert hatte, war die Gewinnwarnung hier womöglich schon eingepreist. Ähnliches hatte man schon am Freitag beobachten können, als der befürchtete Ausverkauf bei Daimler nach deren Gewinnwarnung ebenfalls ausgeblieben war.

Wirklich überraschend kommen die negativen Nachrichten aus der Automobilindustrie ja auch längst nicht mehr. Dafür wurde über die Probleme schon viel zu viel berichtet. Von daher könnten sich die Kurse in diesem Sektor in den kommenden Monaten zumindest stabilisieren, wenn es am Gesamtmarkt nicht zu einer starken Verkaufswelle kommt. Zumal die Politik doch wieder alles dafür tut, dass sich die negativen Folgen des Abgasskandals für die deutsche Automobilbranche in Grenzen halten. Bei Leoni lohnt vor diesem Hintergrund ein näherer Blick auf Capped Bonuszertifikate. Charttechnisch sinnvolle Marken für die Auswahl der Barriere könnte man unterhalb von 23 bzw. 20 Euro ausmachen. Zertifikate mit einer Laufzeit größer sechs Monaten und einem moderaten Aufgeld finden wir aktuell zum Beispiel bei HSBC mit Barrieren bei 22 Euro (28 Prozent Risikopuffer) und einer Bonusrendite von 15 Prozent bis Dezember 2019 (WKN: TR4U0W). Bei einer Barriere von 18 Euro (41 Prozent Puffer) müssen sich Anleger bei identischer Laufzeit mit einem Aufgeld von 15 Prozent und einer „nur“ bei 9 Prozent liegenden Bonusrendite anfreunden (WKN: TR43XH).

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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