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Schnell nochmal Tanken - Öl auf dem Weg zur 100-Dollar-Marke!

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Wiedereinführung der amerikanischen Sanktionen gegen den Iran schlagen jetzt endgültig auf den Ölpreis durch. Der Preis der vor allem für den europäischen Markt bedeutsamen Sorte Brent stieg gestern auf den höchsten Stand seit vier Jahren und hat dabei nun auch wieder deutlich die Marke von 80-Dollar übersprungen. Auslöser des aktuellen Kurssprungs ist das ergebnislos gebliebene Treffen der Ölförderländer am Wochenende. Sie hatten Forderungen nach einer Ausweitung ihrer Produktionsmengen eine Absage erteilt und sich damit auch gegen Donald Trump gestellt, der im Vorfeld des Treffens via Twitter eine Produktionsausweitung der OPEC verlangt hatte.

Nach aktuellen Schätzungen könnten dem Ölmarkt mit dem Start der Sanktionen am 4. November rund zwei Millionen Barrel und damit die Hälfte der derzeitigen täglichen Fördermenge des Iran fehlen. Hinzu kommen Lieferprobleme in dem krisengeschüttelten Venezuela, wo die Produktion zuletzt ebenfalls stetig zurückging.

Keine guten Aussichten also, zumal jetzt die Wintersaison anläuft und damit auch eine der Hochphasen bei der Nachfrage nach Ölprodukten.

In der aufgeheizten Situation könnten vor allem spekulativ getriebene Finanzinvestoren den Preis in den nächsten Wochen und Monaten damit in Richtung der 100-Dollar-Marke treiben. Dazu beitragen könnte auch, dass die Lagerbestände in den USA trotz einer Rekordproduktion auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2015 liegen, wie die Börsenzeitung in der heutigen Ausgabe vermeldet.

Die ersten Analysten großer Banken haben jetzt mit einer Aufstockung ihrer Preisprognosen reagiert und so sorgte kürzlich JP Morgan mit einer Anhebung der Preisschätzungen um rund 20 Prozent auf 85 Dollar bei Brent und knapp 76 Dollar für das US-Öl WTI für Aufsehen. Weniger bekannte Namen werden inzwischen allenthalben mit den ersten 100er-Prognosen zitiert.

Für Anleger, die auf diesen Zug aufspringen wollen, erweist sich die aktuelle Verfassung der Ölmärkte dabei als günstig. Vor allem Brent wird derzeit mit einer deutlichen „Backwardation“ bepreist, was bedeutet, dass die zeitlich nahen Kontrakte teurer sind als die weiter in der Zukunft fällig werdenden. In einer solchen Konstellation können sich jetzt anstelle der gefürchteten „Roll-Verluste“ bei Open-End-Produkten sogar zusätzliche Erträge ergeben. Hintergrund ist, dass bei Anlageinstrumenten ohne feste Fälligkeit regelmäßig von einem Kontrakt in den nächsten umgeschichtet („gerollt“) werden muss. Und dabei ist es naturgemäß günstiger, wenn man beim Verkauf des „alten“ Kontrakts mehr Geld bekommt, als für den Kauf des „neuen“ Kontrakts benötigt wird.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass über diese Rolleffekte ein wesentlicher Beitrag zur Gesamtrendite von Ölinvestments generiert werden konnte – bis der Markt im Boom gekippt ist und plötzlich regelmäßig negative Effekte festzustellen waren. Derzeit sieht es nun aber wieder besser aus, sodass der eine oder andere Euro vielleicht tatsächlich wieder auf die Öl-Karte gesetzt werden kann.

Das Produktangebot für den Ölpreis ist allerdings inzwischen stark ausgedünnt und bei vielen der noch in den Datenbanken herumschwirrenden Öl-Tracker werden vom jeweiligen Emittenten nur noch Rücknahmepreise gestellt („Bid“). Für Neueinsteiger sind diese Papiere damit tabu. Auch weiterhin überzeugende Tracker mit solider Preisstellung bietet aber zum Beispiel die Commerzbank an. Dabei stehen die Papiere mit und ohne Währungssicherung zur Verfügung.

Anhand des währungsgesicherten Trackers CE70J1 lässt sich zudem leicht die besondere Umsetzung bei den Öl-Trackern der Commerzbank erkennen und erläutern. Der Emittent verrechnet die anfallenden Kosten und Gebühren nämlich in dem er sukzessive kleine Aufschläge bei dem ursprünglich auf 0 liegenden Basispreis vornimmt. Nach fast zwei Jahren Laufzeit beginnt die Rechnung damit jetzt bei 1,47 Dollar. Wenn man diesen Betrag auf den aktuellen Preis des Zertifikats aufschlägt, ergibt sich ziemlich exakt der Gegenwert des aktuellen Future-Preises für Brent-Öl. Soll heißen: Das Vorgehen klingt ein bisschen komisch, ist aber unbedenklich.

Wer den US-Dollar eher als zusätzliche Chance statt als Risiko sieht, für den ist das Schwesterprodukt ohne eingebaute Währungsneutralisierung die richtige Wahl. Auch bei diesem wird der Basispreis derzeit mit 1,47 Dollar angegeben (CE70J2).

Ralf Andreß

 

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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