DAX ®10.780,51+1,49%TecDAX ®2.522,81+1,68%Dow Jones24.517,11+0,38%NASDAQ 1006.743,16+0,90%
finanztreff.de

Scholz: Handelskonflikt und Verschuldung Risiken für Wachstum

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Andreas Kißler

NUSA DUA (Dow Jones)Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine Eskalation der gegenwärtigen Handelskonflikte und eine Verschuldungskrise in Schwellen- und Entwicklungsländern als mögliche Risiken für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft betont. Die Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) seien bei ihrem Treffen auf Bali übereinstimmend der Ansicht gewesen, dass es weiteres, abgeschwächtes Wachstum gebe, doch die Risiken "sind alle leicht und gut zu benennen", sagte Scholz zu Journalisten in dem Tagungsort Nusa Dua. Dort treffen die G20 im Rahmen der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammen.

Scholz zeigte sich aber zuversichtlich, dass eine Eskalation im Handelskonflikt der USA mit der Europäischen Union (EU) vermieden werden kann. "Es gibt sehr vertrauensvolle, vernünftige Gespräche zwischen der EU und den USA", sagte er. "Von denen darf man erwarten, dass es zu Ergebnissen kommt, die keine Handelseskalation erwarten lassen." Wie der US-chinesische Konflikt ausgehe, könne allerdings niemand voraussagen. Scholz wertete aber Aussagen als beruhigend, dass niemand eine Eskalation wolle.

Als weiteres Risiko machte der deutsche Finanzminister eine übermäßige Verschuldung besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern aus und forderte "transparente und gemeinsame Verhaltensregeln" für die Kreditgeber. "Unsere Vorstellung ist, dass möglichst viele Länder Mitglieder im Pariser Club sind", forderte er auch mit offenbarem Blick auf Länder wie China, das als zunehmender Kreditgeber für Entwicklungsländer noch nicht dem Club der Gläubigerstaaten angehört. "Die nächsten Krisen können ja auch von den Krediten kommen, die sozusagen ungeregelt vergeben worden sind", warnte der SPD-Politiker.



Unsicherheiten im Fokus der Tagung


Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erklärte bei derselben Pressekonferenz, er sei sich mit dem IWF einig, "dass das größte Risiko sicherlich die Eskalation des Handelsstreits darstellt". Eine solche hätte schwer wiegende Folgen für die Weltwirtschaft. Die bisher beschlossenen Maßnahmen hätten Auswirkungen für die Konjunktur, jedoch sehe man weniger Folgen, was den "Unsicherheitskanal" angehe, der Effekte vorweg nehme. Die jüngsten Aktienkursbewegungen würde er "als Korrektur einordnen" und nicht als Vorboten einer Krise etwa wegen der Handelskonflikte.

Weidmann betonte, die deutsche Wirtschaft laufe "weiterhin über Potenzial". Dieses werde sich nach den Erwartungen der Notenbank "bis Mitte der 20er-Jahre demografiebedingt auf weniger als ein Prozent" von derzeit 1,5 Prozent abschwächen, sagte er voraus.

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 berieten bei ihrem Treffen in Indonesien über die schwächere Konjunkturlage angesichts internationaler Unsicherheiten und damit verbundene Risiken an den Finanzmärkten. Scholz wolle "immer wieder in den Gesprächen dafür werben, einen konsequenten Schuldenabbau vorzunehmen", um auf Krisen regieren zu können, hieß es zuvor in deutschen Regierungskreisen. Ein hohes Schuldenniveau erfülle "viele mit großen Sorgen", sowohl über den staatlichen wie den privaten Schuldenstand.

Ein zentrales Thema der Jahrestagung von IWF und Weltbank sollte deshalb die Konjunkturlage angesichts internationaler Unsicherheiten sein. Geprägt wird sie auch durch Themen wie das Budget Italiens, die Währungskrise in der Türkei, den drohenden Brexit ohne Abkommen und den US-chinesischen Handelskonflikt. Überschattet wird die Finanztagung auf der indonesischen Ferieninsel durch die jüngsten Naturkatastrophen in dem Land, nach denen mehr als 1.000 Tote zu beklagen waren. Die Tagung findet statt, obwohl es auch unmittelbar zuvor ein Erdbeben nahe Bali gegeben hat.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/

END) Dow Jones Newswires

October 11, 2018 23:27 ET ( 03:27 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Werbung

Weitere Nachrichten

Quelle: Dow Jones Newswire Web
13:21 MAGNIT PJSC: PJSC 'Magnit' Announces the Acquisition of Shares by JSC 'Tander'
13:14 Lufthansa erhöht Passagieraufkommen dank Zürich und Wien
13:12 DGAP-PVR: Tele Columbus AG: Release according to Article 40, Section 1 of the WpHG [the German Securities Trading Act] with the objective of Europe-wide distribution
13:12 DGAP-PVR: Tele Columbus AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung
13:02 DGAP-Adhoc: OVB Holding AG erschließt mit Belgien einen weiteren europäischen Markt
13:02 DGAP-Adhoc: OVB Holding AG is entering another European Market with Belgium
13:00 PRESS RELEASE: Report of Decrease in Beneficial Ownership of Common Shares of SilverCrest Metals Inc.
12:48 DGAP-PVR: Covestro AG: Release according to Article 40, Section 1 of the WpHG [the German Securities Trading Act] with the objective of Europe-wide distribution
12:48 DGAP-PVR: Covestro AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung
12:47 Ifo-Institut ruft Europäer zu Zugeständnissen bei Brexit auf
Rubrik: Finanzmarkt
21:09 WDH/Kreise: Vivendi will Telecom-Italia-Verwaltungsratschef Conti ablösen
21:06 DGAP-Adhoc: Signifikante Aufwertung des Immobilienportfolios der TLG IMMOBILIEN AG zum 31. Dezember 2018 (deutsch)
20:50 ROUNDUP 3/Furcht vor Brexit-Chaos: EU will May helfen - aber wie?
20:31 BVB mit XXL-Rotation in das Gruppenfinale gegen Monaco
20:30 Kreise: Vivendi will Verwaltungsratschef Conti ablösen - Machtkampf geht weiter
20:21 OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Einer tanzt noch / Kommentar zur Lage ...
20:15 BUSINESS WIRE: CrowdStrike Services Cyber Intrusion Casebook: Unternehmen sind bei der Optimierung der Angriffserkennung nicht schnell genug
20:12 IRW-News: Ucore Rare Metals Inc.: Ucore berichtet über aktuelle Entwicklungen hinsichtlich seiner Absicht zur Ausübung der Option auf den Erwerb von IBC
20:01 DGAP-DD: Ferratum Oyj (deutsch)
20:01 DGAP-DD: Ferratum Oyj (deutsch)
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung
Werbung
Black Pearl Digital AG: Investieren in die Blockchain war nie einfacher – jetzt zeichnen!
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Wir machen Sie fit für die Börse!

Aktuelle Nachrichten, umfangreiche Hintergrundinformationen und essentielles Finanzwissen rund um das Thema Börse.

Jetzt kostenfrei zum Anlegerclub anmelden.
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Premierministerin Theresa May verschiebt die Abstimmung über das Brexit-Abkommen. Wackelt das Brexit-Votum?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
schliessen