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Schwere Kritik an Pilotenrevolte und neuer Investor für Air Berlin

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)Die Bundesregierung ist mit den Piloten von Air Berlin wegen ihrer Blockade des Unternehmens hart ins Gericht gegangen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) riefen in der Bild-Zeitung die Flugkapitäne auf, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren.

Die Insolvenz von Air Berlin ist eine große Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze. Aber gerade deswegen ist es wichtig den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen", sagte Dobrindt.

Seine Kabinettskollegin appellierte an den Zusammenhalt der Belegschaft in dem schwer angeschlagenen Unternehmen. "Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten an den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen", sagte Zypries. Die Bundesregierung hatte der Fluggesellschaft ein Überbrückungsdarlehen von 150 Millionen Euro gewährt und dies damit begründet, dass die Fluggäste nicht an den Flughäfen stranden dürften.



Weitere Verbindungen fallen aus


Wegen der Krankmeldungen musste Air Berlin auch am Mittwoch rund 30 Flüge streichen. Dabei sind die Flughäfen Tegel und Düsseldorf am stärksten betroffen. Im Laufe des Tages könnten aber noch weitere Verbindungen ausfallen.

Unterdessen hat sich im Bieterverfahren für die Fluggesellschaft ein neuer Interessent gemeldet. Die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim, Linkglobal, hat laut der Bild-Zeitung ihr Interesse schriftlich angezeigt. "Wir wurden informiert, dass Air Berlin einen verlässlichen Investor für eine Übernahme sucht. Hiermit bekunden wir unser Interesse und unsere Absicht in dieser Angelegenheit", erklärte der Geschäftsführer von Linkglobal, Jonathan Pang, in einem Schreiben. Bis zum Ende der Frist am kommenden Freitag wolle das Unternehmen ein Angebot einreichen.



Wöhrl kritisiert abgekartetes Spiel


Massiv unzufrieden mit dem Verkaufsprozess ist der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der ursprünglich die Fluglinie komplett übernehmen wollte. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Stern unterstellt Wöhrl Lufthansa-Chef Carsten Spohr, die Politiker über den Tisch gezogen zu haben. "Ich bin überzeugt davon, die Regierung wurde vorgeführt, der Deal ist nicht sauber", klagte Wöhrl. Erst an diesem Montag hatte er ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt. Das aber, fürchtet er, werde keine faire Chance haben, weil es "bereits interne Zusagen gibt, aus denen keiner mehr raus kann".

Der Franke wollte für Air Berlin bis zu eine halben Milliarde Euro zahlen. Ähnliche Kritik an einem "abgekarteten Spiel" hatte jüngst auch Ryanair-Chef Michael O'Leary kundgetan. Die Bundesregierung macht sich dafür stark, dass die Lufthansa wesentliche Teile der bisherigen Nummer 2 auf dem deutschen Markt erhalten soll.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/cbr

END) Dow Jones Newswires

September 13, 2017 04:01 ET ( 08:01 GMT)

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