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Schwindelfrei

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wer jetzt investiert, muss schwindelfrei sein. Mindestens bis Silvester. Der Nachrichtenstand kann sich täglich ändern und führt zu flatterhaften Preisen, weil sich niemand richtig vorstellen kann, wo die Konsequenzen liegen. Einmal sehr kurzfristig und zum anderen weitsichtig.

Deutschland hat erstmals zwei kleine Spezialisten der Pharmaindustrie im Rennen um den ersten oder besten Impfstoff. Darüber gibt es täglich Erklärungen mit unterschiedlicher Interessenlage. Die einen spekulieren auf die Zeit, bis ein Impfstoff vorliegt. Die anderen denken ins Gegenteil und schätzen die Risiken ein, die entweder im Impfstoff stecken oder in der Akzeptanz im Markt, also Menge und Preis. Jeder hat dazu etwas zu sagen, obwohl niemand etwas wirklich weiß. Darauf reagieren die Notierungen von BioNTech und CureVac im Minutentakt.

Die Weitsicht sieht anders aus: Ein Impfstoff ist für alle Menschen auf der Welt nötig, um eine solche Krise in den Griff zu bekommen. Da der Virus nicht zu beseitigen ist, wird es immer wieder zu solchen Epidemien rund um Covid-19 kommen. Also ist ein permanenter Impfbedarf zu unterstellen, der zum einen medizinisch zu beurteilen ist, und zum anderen als Geschäft. Daran hängt sich der Wert der Unternehmen auf, die diesen Markt abdecken.

Keiner ist in der Lage, wirklich exakte Zahlen zu nennen, weil es um Größenordnungen geht, die es noch nie gab. Die Wirkung auf den Wert der kleineren Unternehmen ist ungleich größer als die Wirkung bei einem großen wie Pfizer. Pfizer ist Partner von BioNTech und avisierte am Mittwochmorgen eine eigene Notzulassung für den amerikanischen Markt. Bei einem Marktwert von Pfizer in der Größenordnung von 210 Mrd. Dollar hat das eine andere Gewichtung als für einen Kleinen wie BioNTech mit 22 Mrd. Euro. Die Langzeitwirkung eines anderen Produktes rufen wir in Erinnerung: 1982 entdeckte Pfizer durch Zufall Viagra, das übrigens an der Universitätsklinik in Düsseldorf ursprünglich getestet worden war. Was daraus wurde, weiß jeder: Gut 25 % des Pfizer-Gewinns der folgenden 20 Jahre beruhten auf die Sonderstellung von Viagra, bis es genügend Generika gab.

Es ist das erste Mal, dass zwei deutsche Firmen in einem solchen Markt dabei sind. Für deutsche Anleger ist dies schwierig, weil sie sich kaum vorstellen können, wie der Markt mit Erwartungen, Hoffnungen und tatsächlichen Realitäten umgeht. Die Deutschen lieben Sicherheit und kein Risiko. Wer in diesen Kategorien denkt, kommt jedoch immer zu spät. Also was tun?

Innovative Produkte beginnen stets mit neuen Nachrichten und äußerst hektischen Bewegungen der Kurse. Man ist einfach dabei, mit einem Anfangsbetrag so wie bei Lotto oder Toto und nutzt die erklärten Schwankungen aus, um die Position vorsichtig aus- oder aufzubauen. Ein anderer Weg ist nicht gangbar. Wer wartet, bis die beiden Firmen eine Dividende zahlen werden, kann schon an seine Rente denken – er wartet nämlich sehr lange. Denn wer forscht, produziert weitere Impfstoffe oder andere Präparate und benötigt das Geld, das er verdient, ausschließlich dafür. Die älteste Apotheke der Welt macht es vor. Merck in Darmstadt ist über 200 Jahre alt und tut genau das: Intensive Forschung, intensive Ausweitung der sogenannten Pipelines, steigende Gewinne und eine angemessene Dividende, die so bemessen ist, dass das Kapital verzinst wird, aber der größere Teil in der Forschung bleibt. Das gibt es auch in anderen Fällen:

Die E-Mobility wird massiv gefördert. Das beschloss die Bundesregierung soeben. Doch keiner dachte bis jetzt intensiv darüber nach, ausreichende Ladestationen zu etablieren. Ein Kleiner wagte es vor 4 Wochen, mit einer Emission über 81 Mio. Euro, rd. die Hälfte davon in den Ausbau eines Netzes von Ladeeinrichtungen zu investieren. Der Börsenhandel startete mehr als mühsam bei rd. 44 Euro. Inzwischen 74 Euro und was nun? Der Marktwert von rd. 280 Mio. Euro ist für einen Zielumsatz von etwa 30 Mio. Euro im nächsten Jahr schwer zu verstehen. Doch wie schnell kann Compleo (so der Name) dies nun mit dem neuen Geld umsetzen? Das ist die aktuelle Wette im Automarkt.

Der Unterschied zwischen kurz und lang ist also gravierend. Tägliche Informationen sind nötig - und sei es nur für drei Minuten. Dafür gibt es einen einzigen TV-Kanal, den Sie effektiv nutzen. Wir nehmen in Anspruch, zu behaupten: Mehr Erfahrung und mehr Wissen auf dem gleichen Kanal gibt es in Deutschland nicht: Bernecker.tv

Ihr

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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