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Seitenwechsel

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Zum Fußball oder Tennis gehört der Seitenwechsel. An der Börse ebenfalls. Das lässt sich in der laufenden Berichtssaison schon ganz gut nachvollziehen.

 

Alle bisherigen Gewinner der letzten Monate konzentrieren sich mehr oder weniger auf den Begriff Technik oder Internet, jedenfalls die Sektoren, in denen Wachstum und Erwartungen dominieren. Auch dann, wenn die Gewinne schon reichlich üppig bewertet werden.

 

Auf der Gegenseite stehen alle Verlierer, entweder der sogenannten Old Economy oder im Sog der Konjunkturängste. Dazu gehören Autos, Stahl, Chemie etc.

 

Ein Blick auf die Charts zeigt diese Konstellation am besten. Legen Sie den SAP-Chart über den Daimler-Chart, dann können Sie nachvollziehen, wie dies funktioniert. SAP war einer der größten Gewinner im DAX mit alleine 38 % seit Januar und musste gestern kräftig Federn lassen, weil die Erwartungen nicht erfüllt wurden.

 

Daimler wurde vor 10 Tagen massiv unter Druck gesetzt, als die Berücksichtigung aller Eventualrisiken in das erste Halbjahr gepackt wurde, woraus ein Verlust entstand. Mit der tatsächlichen Ertragsqualität von Daimler hat dies nichts zu tun. Wohl aber mit taktischer Finesse des neuen Chefs. Daraufhin gab es noch ein paar Abstufungen für Daimler durch Analysten und das Chartbild ist komplett: Je nach zeitlicher Abgrenzung sind rund 40 % Kursverlust in 18 Monaten das Ergebnis.

 

Beide Aktien gehören zum DAX und sind prägend für die Markttendenz.

 

Der Dow zeigt das gleiche Bild. Apple oder Microsoft bzw. Cisco oder Intel rangieren alle um die bisherigen Topkurse. Verglichen mit den letzten 18 Monaten mit durchschnittlich 30 bis 35 % und der Dow selbst schaffte immerhin gut 17 % seit Anfang Januar. Die Luft dieser Titel ist aber dünn geworden. Wo steht das Gegenteil?

 

Ein Unternehmen wie 3M ist ein fantasieloser Laden. Über 40.000 Artikel kommen so gut wie in jedem Büro oder Haushalt vor und alle können sich bedienen. Große Fantasie oder Erwartungen gibt es nicht. 3M ist ein gut sortiertes Geschäft mit sicherer Dividende und verlor dennoch rund 30 %. Das Gleiche lässt sich für Walgreens als Apotheke sagen. Diese Titel bewegen sich auf Kellerniveau.

 

Stellen Sie die Topkurse gegen die Kellerkinder. Dann wissen Sie, wie der Seitenwechsel funktioniert. Das geht in Frankfurt genauso wie in New York, in dem die bisherigen Gewinner stückweise verlieren und die bisherigen Verlierer stückweise zulegen. Weil dieses Marktverhalten eher heimlich oder in kleinen Schritten läuft und keine Schlagzeilen produziert, kann man es eigentlich nur an den Chartbildern ablesen, wie dies funktioniert: Es braucht Zeit, aber die Potenziale sind nicht zu verachten. Das Risiko in der ersten Gruppe liegt bei gut 20 %. Auch 25 % und mehr sind möglich. Das Erholungspotenzial der Gegenpartei erreicht 25 – 30 %. Weitgehend ohne größere Perspektiven oder Erwartungen, sondern lediglich dadurch, dass ihre Werteinschätzung gegenüber den Modetiteln nun mal etwas bescheidener ausfällt.

 

Diese Wechselwirkung lässt sich von Branche zu Branche differenzieren, hat aber zur Folge, dass sich die Indizes in einer solchen Konstellation nur wenig bewegen können. Weil es innerhalb der Indizes diese Seitenwechsel gibt, die sich teilweise aufheben. Gewusst wie!

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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