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„Sell the rumor, buy the fact“

| Quelle: Commerzbank_TagesInfo_Rohstoffe | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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Energie: Die Ölpreise starten mit leichten Zuwächsen in die neue Handelswoche. Brent steigt auf knapp 78 USD je Barrel, WTI auf 74 USD. Die Gewinne fallen zwar deutlich geringer aus als bspw. bei den Industriemetallen. Allerdings waren die Ölpreise in der letzten Woche im Gegensatz zu den Metallen auch nicht nennenswert gefallen. In dieser Woche veröffentlichen die US-Energiebehörde, die OPEC und die IEA ihre aktualisierten Einschätzungen zum Ölmarkt. Diese werden zeigen, wie angespannt der Markt vor der für das zweite Halbjahr beschlossenen Produktionsanhebung der OPEC und einiger Nicht-OPEC-Länder gewesen ist. Aufgrund unplanmäßiger Ausfälle in Libyen und Kanada wird die angekündigte Produktionsausweitung größtenteils aufgezehrt, so dass der Ölmarkt angespannt bleibt. Sollten dann noch ab Herbst Ausfälle beim iranischen Ölangebot aufgrund der US-Sanktionen hinzukommen, droht eine weitere Verknappung (siehe auch Rohstoffe kompakt Energie – Ölmarkt vor turbulentem Herbst vom 6. Juli). Die Ölpreise bleiben daher gut unterstützt. Brent sollte in den kommenden Tagen weiter in Richtung 80 USD steigen. Widersprüchliche Nachrichten gibt es derzeit hinsichtlich der Dauer des Ausfalls der Ölsandverarbeitungsanlage in Kanada. Hieß es letzte Woche zunächst, die Anlage könnte Mitte Juli wieder in Betrieb gehen, so gab es am Freitag Meldungen, der Prozess könnte sich bis Ende August hinziehen. Die Produktion soll demnach in drei Schritten wieder hochgefahren werden. Erst im Oktober soll die Anlage wieder ihre volle Produktionskapazität von 360 Tsd. Barrel pro Tag erreichen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold erholt sich zum Wochenauftakt etwas und steigt auf rund 1.260 USD je Feinunze. Unterstützt wird es dabei vom schwächeren US-Dollar, der schon am Freitag nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes abgewertet hat. Zwar wurden in den USA im Juni mehr neue Jobs geschaffen als erwartet, allerdings ist die Arbeitslosenquote überraschend gestiegen (deutlich mehr Personen haben sich um einen Job bemüht) und der Lohnanstieg blieb verhalten. Die Daten stehen im Einklang mit unserer Prognose, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr noch zweimal anheben wird. Gold profitiert heute Morgen wohl auch vom Rücktritt des britischen Brexit-Ministers und Verhandlungsführer Davis sowie weiteren Staatssekretären am Wochenende. Premierministerin May ist damit gezwungen, das Brexit-Ministerium neu aufzustellen, was die Unsicherheit erhöht. Großbritannien scheidet in knapp neun Monaten offiziell aus der EU aus. Nachdem Indien im Juni und im ersten Halbjahr insgesamt deutlich weniger Gold importiert hat als im Vorjahr (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 5. Juli), könnten die Einfuhren im Juli wieder steigen. Indischen Goldhändlern zufolge hat die Goldindustrie damit begonnen, ihre Vorräte wieder aufzufüllen. Dagegen hält sich China weiter mit Goldkäufen zurück. Die Bestände der chinesischen Zentralbank blieben auch im Juni unverändert. Sie hat damit seit mittlerweile 20 Monaten kein Gold mehr gekauft. Seit Januar sind die Währungsreserven allerdings auch wieder gefallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Nach den starken Verlusten der letzten Wochen setzen die Metallpreise zum Wochenauftakt zu einer Erholungsrally an. Unterstützt von festen asiatischen Aktienmärkten steigt Kupfer heute Morgen um über 2% auf gut 6.400 USD je Tonne. Aluminium verteuert sich auf 2.100 USD und Nickel erobert wieder die Marke von 14.000 USD zurück. Man könnte fast meinen, dass die Unsicherheit aus dem Markt gewichen ist, nachdem letzten Freitag möglicherweise der Startschuss zu einem Handelskrieg zwischen den USA und China abgegeben wurde. Anscheinend handeln die Marktteilnehmer aktuell getreu nach dem etwas abgewandelten Motto „sell the rumour, buy the fact“. Dass dies jedoch der Beginn einer Trendwende bei den Metallpreisen ist, halten wir für unwahrscheinlich. Denn der Handelskonflikt könnte sich noch deutlich hochschaukeln. So hat zumindest US-Präsident Trump gedroht, quasi alle Importe aus China mit Strafzöllen zu belegen, sollte die chinesische Regierung nicht nachgeben. Ebenso steht auch noch die Drohung im Raum, Zölle auf Autos und Autoteile aus der EU einzuführen. Die Risiken bestehen also unseres Erachtens weiter, auch wenn sie aktuell etwas in den Hintergrund getreten sind. In der chinesischen Handelsstatistik für Juni, die Ende der Woche veröffentlicht wird, wird wohl noch nichts vom Handelskonflikt zu sehen sein. Von den US-Importzöllen auf Stahl und Aluminium, die seit Ende März gelten, hat sich China bislang nicht beeindrucken lassen.

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