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Semper idem Underberg AG: Interview mit Vorstand Ralf Brinkhoff zur Anleiheemission

| Quelle: Deutsche Börse | Lesedauer etwa 7 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Semper idem Underberg AG emittiert eine neue Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 60 Mio. Euro und mit Fälligkeit im Jahr 2025. Die neue Anleihe 2019/2025 soll mit 4,00% bis 4,25% jährlich zu verzinst und in den Freiverkehr (Open Market) einbezogen werden. Der endgültige Kupon und Gesamtnennbetrag der neuen Anleihe 2019/25 soll voraussichtlich am 12. November 2019 festgelegt werden. Die Emission umfasst auch ein Umtauschangebot einschließlich Mehrerwerbsoption an die Inhaber der Anleihen 2015/2020 (ISIN DE000A13SHW9) sowie 2014/2021 (ISIN DE000A11QR16). Die Frist für das freiwillige Umtauschangebot soll vom 23. Oktober bis 6. November 2019, 18:00 Uhr (MEZ), laufen. Anleihegläubiger, die das Umtauschangebot annehmen, sollen für jede eingetauschte Anleihe eine neue Anleihe 2019/2025 (ISIN DE000A2YPAJ3) zuzüglich eines Barausgleichsbetrags in Höhe von 15,00 Euro je Anleihe 2015/2020 bzw. 27,50 Euro je Anleihe 2014/2021 sowie der jeweils anteiligen Stückzinsen erhalten. Die Zeichnungsfrist für das öffentliche Angebot soll vom 7. November bis 12. November 2019, 14:00 Uhr (MEZ), laufen. Im Gespräch mit finanztreff.de erläutert Vorstand Ralf Brinkhoff die Trends im Spirituosenmarkt und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens.

finanztreff.de: In welchen Bereichen ist die Semper idem Underberg AG tätig?
Ralf Brinkhoff:
Die Semper idem Underberg AG ist als Familienunternehmen ein führendes deutsches Premium-Spirituosenhaus, das seit über 170 Jahren am Markt ist, mittlerweile in 6. Generation. Unser breit diversifiziertes Portfolio umfasst die Kernmarken Underberg, Asbach und PITÚ sowie zahlreiche weitere Eigenmarken der Underberg Gruppe wie u.a. XUXU, Grasovka, Bar- und Fruchtsirupe von Riemerschmid sowie Sangrita. Zudem vertreiben wir verschiedenste Distributionsmarken wie Amarula, Southern Comfort, Ouzo Plomari und seit diesem Jahr auch BOLS.

finanztreff.de: Bitte erläutern Sie die Eckpunkte der Anleiheemission und des Umtauschangebots.
Brinkhoff:
Unsere neue Anleihe 2019/2025 mit einem Volumen von bis zu 60 Mio. Euro und einer Laufzeit von 6 Jahren richtet sich an institutionelle Investoren und Privatanleger und soll im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet werden. Der jährliche Zinssatz wird in einer Spanne zwischen 4,00% und 4,25% liegen. Die Transaktion umfasst ein Umtauschangebot inklusive Mehrerwerbsoption für unsere bestehenden Gläubiger der Anleihen 2015/2020 und 2014/2021 sowie ein öffentliches Angebot und eine Privatplatzierung. Das Umtauschverhältnis beträgt 1:1. Darüber hinaus wird je umgetauschte Anleihe ein Barausgleich in Höhe von 15,00 Euro je Anteil der Anleihe 2015/2020 und 27,50 Euro je Anteil der Anleihe 2014/2021 – zuzüglich der jeweils fälligen Stückzinsen – gezahlt.

finanztreff.de: Weshalb haben Sie sich nach einer Reihe von Private Placements für ein öffentliches Angebot entschieden?
Brinkhoff:
Bei unserer aktuellen Anleiheemission haben wir uns bewusst für den Weg einer öffentlichen Platzierung entschieden, um das gesamte Spektrum an interessierten Investoren – darunter auch Privatanleger – ansprechen zu können. Wir hatten bereits unsere Debütanleihe im Jahr 2011 sehr erfolgreich im Rahmen eines öffentlichen Angebots platziert. Die 50 Mio. Euro Emission wurde damals vorzeitig beendet und war fünffach überzeichnet.

finanztreff.de: Die Trinkgewohnheiten haben sich, gerade bei jungen Menschen, deutlich verändert. Welche Trends sehen Sie am Spirituosenmarkt?
Brinkhoff:
Wir sehen einen Trend zu frischen und jungen Produkten bei geringerem Alkoholgehalt sowie nachhaltigen Produkten mit weniger bzw. ohne Zucker. Insbesondere die Gastronomieszene wird durch neue Trends getrieben und verzeichnet hier ein deutliches Wachstum.

finanztreff.de: Welche Produktinnovationen bieten Sie und welche weiteren Trends sehen Sie? Es gibt beispielsweise ein starkes Wachstum bei Gin, wo Sie auch positioniert sind.
Brinkhoff:
Mit unseren neuen Produkten Asbach Aperitif sowie PITU Caipirinha, Erdbeere und Batida folgen wir diesem Trend und verjüngen unsere Marken. Zudem verfolgen wir bei Underberg konsequent die Themen „Natürlichkeit“, „ohne Zucker“ sowie „Nachhaltigkeit“ und profitieren von unserer langjährigen Kräuterkompetenz. Gleichzeitig sehen wir eine zunehmende Premiumisierung, also einen Trend hin zu hochwertigen Marken, der unserem Geschäftsmodell natürlich entgegenkommt.

Das Segment Gin weist weiterhin einen zweistelligen Zuwachs auf. Hier fühlen wir uns mit der Marke LAW IBIZA GIN sowie TOBERMORY GIN – unserer Neuaufnahme in diesem Jahr – gut aufgestellt. An weiteren Alternativen arbeiten wir.

finanztreff.de: Wie ist Ihre aktuelle Geschäftsentwicklung?
Brinkhoff:
Das letzte Geschäftsjahr war eines der besten, seit ich für die Semper idem Underberg AG tätig bin. Auf Konzernebene haben wir ein Umsatzwachstum um 4,5 Mio. Euro auf insgesamt 129,9 Mio. Euro erzielt. Bereinigt um einmalige Sondereffekte liegt unser EBITDA bei 16,7 Mio. Euro und damit rund 2,2 Mio. Euro bzw. mehr als 15% über Vorjahr. Hieraus ergibt sich eine EBITDA-Marge von rund 13%.

finanztreff.de: Und wie sind Ihre bondspezifischen Kennzahlen?
Brinkhoff:
Unsere bondspezifischen Kennzahlen zur Zinsdeckung und zum Verschuldungsgrad haben sich alle durchweg verbessert. So haben wir im vergangenen Geschäftsjahr 2018/2019 – um nur mal ein Beispiel herauszugreifen – das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA durch Rückführung der Verschuldung und Verbesserung des EBITDA von 5,1 auf 4,1 weiter verbessert, dies bei einem Kassenbestand von ca. 24 Mio. Euro. Mit unseren Geschäftszahlen zum 31. März 2019 haben wir auch erstmals auf Konzernbasis berichtet.

finanztreff.de: Sie haben die Bilanzstruktur durch die Einbringung von Beteiligungen weiter optimiert. Welche Maßnahmen haben Sie konkret ergriffen?
Brinkhoff:
In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Strukturen innerhalb der Underberg Gruppe deutlich gestrafft und durch interne Optimierungen erfolgreich konsolidiert und unsere „Corporate Fitness“ deutlich verbessert. In unserer Bilanz ist zudem die Gurktaler AG, Wien, konsolidiert sowie die Beteiligung an der Zwack Unicum bilanziert. Wir sehen hier interessante Möglichkeiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Für das laufende Geschäftsjahr haben wir zudem die Bereiche Produktinnovationen und -variationen, Gastronomie sowie die Internationalisierung unserer Eigenmarken durch umfangreiche Wachstumsinvestitionen erfolgreich gestärkt. Die Ergebnisse werden wir in den kommenden Geschäftsjahren sehen.

finanztreff.de: Zum 31.03.2019 wurde das Joint Venture Diversa mit der Cointreau Holding beendet. Welchen Hintergrund und welche Auswirkungen hat dies?
Brinkhoff:
Rémy Cointreau war nach zehn Jahren turnusgemäß aus unserem gemeinsamen Joint Venture ausgeschieden. Durch die Übernahme der Anteile können wir nun die strategische Neuausrichtung der Diversa Spezialitäten GmbH in Eigenregie und somit noch intensiver und effizienter vorantreiben. So haben wir das Sortiment bereits richtungsweisend ausgebaut und haben nun die Möglichkeit, gestärkt zu wachsen.

finanztreff.de: Im Onlinehandel bekommt man erlesene Spirituosen z.T. deutlich günstiger als im Fachhandel oder bei C&C-Märkten. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihr Geschäft?
Brinkhoff:
Der Onlinehandel spielt bei Spirituosen mit einem Anteil von unter 3% aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Aber wir sind bereits dabei, uns hier gut aufzustellen und werden das auch künftig weiterentwickeln, insbesondere im Hinblick auf eigene Aktivitäten.

finanztreff.de: Ich habe den Eindruck, dass z.T. sehr viel Geld für erlesene Spirituosen ausgegeben wird. Es gibt u.a. Sammler exklusiver Whiskys, Whisky-Reisen usw. Sind exklusive Spirituosen und „Events“ auch ein Thema für Sie?
Brinkhoff: Wir verfügen über ein umfangreiches Sortiment von hochwertigen Single Malt Whiskys, u.a. die Marken Bunnahabhain, Tobermory und Ledaig, um nur einige zu nennen. Zudem natürlich auch mit amerikanischen Bourbon Whiskys wie Buffalo Trace und Eagle Rare sowie irischen Whiskys. Diese zahlen in den von Ihnen angeführten Trend ein, den wir auch sehen. Der Trend hin zu hochwertigen Marken kommt wie bereits gesagt unserem Geschäftsmodell natürlich entgegen. Gleiches gilt für das Wachstum in der Gastronomieszene, das durch neue Trends getrieben wird.

finanztreff.de: Bei Ihrer ersten Anleiheemission wurden Sie und andere bekannte Markenartikelhersteller von der Nachfrage nach Ihren Anleihen förmlich überrannt. Inzwischen stehen wohl stärker die Zahlen als die Emotionen im Vordergrund. Wie haben Sie die letzten Jahre am Kapitalmarkt erlebt?
Brinkhoff:
Wir haben in den letzten Jahren sehr positive Erfahrungen mit dem Kapitalmarkt gemacht und uns seit 2011 als verlässlicher Anleiheemittent mit einer starken Sekundärmarktperformance etabliert. Wir blicken auf eine solide Investorenbasis, die uns ihr Vertrauen bereits seit der Begebung unserer ersten Anleihe schenkt. Auch in Zukunft möchten wir diese vertrauensvolle Basis nutzen. Unternehmensanleihen werden daher auch weiterhin ein wesentlicher Bestandteil unserer Finanzierung bleiben. Wir stellen fest, dass Investoren sich heute deutlich intensiver an den Kennzahlen und der Leistungsfähigkeit orientieren. Diese konnten wir in den letzten Jahren kontinuierlich verbessern, wie es auch durch unser Unternehmensrating extern bestätigt wird.

finanztreff.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher.

Eckdaten der neuen Semper idem Underberg-Anleihe

 Emittent

 Semper idem Underberg AG

 Kupon

 4,000%–4,250%

 Emissionsvolumen

 bis zu 60 Mio. Euro

 Umtauschfrist

 23.10.–06.11.2019

 Zeichnungsfrist

 07.11.–12.11.2019

 Laufzeit

 18.11.2025

 Bookrunner

 IKB Deutsche Industriebank

 Listing

 Open Market

 Internet

 www.semper-idem-underberg.com

 

Semper idem Underberg AG – bondspezifische Kennzahlen

 

2019

2018

Empfehlungen*

 EBITDA Interest Coverage

2,0

1,8

mind. 2,5

 EBIT Interest Coverage

1,6

1,3

mind. 1,5

 Net Debt/EBITDA

4,1

5,1

max. 5

 Eigenkapitalquote

37,1%

35,9%

mind. 30%

*) Empfehlungen des ehemaligen Best Practice Guide für Unternehmensanleihen im Entry Standard

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