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Siemens – Neue Fantasie durch Börsengang der Medizintechnik

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es passt in das mitunter schräge Bild öffentlicher Diskussionen zu Wirtschaftsthemen, dass ein breiter gesellschaftlicher Konsens erst den Ausstieg aus der Kernenergie feiert, und dann später wieder in großer Einhelligkeit schimpft und schreit, wenn ein Unternehmen auf die sinkende Nachfrage reagiert und sich aus dem Geschäftsfeld zurückziehen will. Dabei gibt das aktuelle Treiben bei Siemens, wo jetzt – vielleicht zu spät - auf die sich ändernde Marktlage bei Großkraftwerken für Kernenergie und fossile Brennstoffe reagiert wird, im schlimmsten Fall nur einen Vorgeschmack auf das was in ein paar Jahren bei den deutschen Autobauern ansteht, die sich ja ebenfalls eher zögerlich auf die sich ändernden Trends bei Antriebssystemen einstellen.

Die Konsequenzen bei Siemens sind bitter und in einigen Regionen verheerend, erscheinen aber trotzdem nachvollziehbar. Dabei führt der jetzt häufig zu hörende Verweis auf die hohen Gewinne im Gesamtkonzern in die Irre, da diese eben zum überwiegenden Teil aus den anderen Geschäftsfeldern stammen. Allen voran aus der Medizintechnik-Sparte Healthineer, die nach aktuellem Stand der Dinge im kommenden Jahr als eigenständige AG an die Börse gebracht werden soll.

Aus Anlegersicht ist dies dann auch der spannendere Teil der derzeit von Siemens produzierten Nachrichten. Denn mit der Medizintechnik wird künftig die ertragsstärkste Perle im Siemens-Portfolio separat handelbar sein. Sie steht für rund 16 Prozent der Umsätze und für mehr als 26 Prozent des operativen Gewinns im Industriegeschäft von Siemens. Und ganz nebenbei wirft sie auch noch eine der höchsten Ertragsmargen ab.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich die Abtrennung mittelfristig auch positiv auf den Gesamtwert des Mutterkonzerns auswirkt scheint hoch. Denn ob sinnvoll oder nicht – viele Anleger mögen klare Ausrichtungen und „bestrafen“ Konglomerate eben häufig mit Bewertungsabschlägen, sodass die Summe der Einzelteile später an der Börse mehr wert ist, als das ursprüngliche Gesamtpaket.

Im ersten Schritt geht es für Siemens nun aber darum einen möglichst guten Preis für die abzugebenden Anteile an Healthineers zu erzielen, weswegen es für den Übergang interessant sein kann, doch erstmal in die Mutter zu investieren. Dies auch deshalb weil sich die Marktakteure derzeit noch uneins sind, wie der angekündigte Schritt einzuordnen ist. Einige Researchhäuser erwarten in den kommenden Monaten eine grundlegende Neubewertung von Siemens mit dann deutlich höheren Kursen. Andere mahnen, dass die positiven Erwartungen an den Börsengang der Medizintechnik schon in den Kursen enthalten sind. Im Ergebnis schwanken die zuletzt genannten Kursziele zwischen 110 und 150 Euro, wobei insbesondere einige relevante US-Adressen eher den oberen Rand gewählt haben.

Alternativ zur Aktie bietet sich auch hier ein etwas vorsichtigerer Einstieg über Bonuszertifikate an, wobei Produkte ohne Gewinnobergrenze in der aktuellen Situation interessanter scheinen. Auf kürzere Sicht hält derzeit nur die Citigroup ein entsprechendes Angebot bereit, wobei bis Juni 2019 auch ohne Kursgewinne der Siemens-Aktie gut 5% Prozent pro Jahr erzielt werden können – mit der Chance auf mehr, wenn die Aktie bis über den Bonuslevel bei 126 Euro steigen sollte. All dies solange die Aktie zwischenzeitig nicht um mehr als 20 Prozent einbricht (CQ0FW3).

Wer ein längerfristiges Investment eingehen will, findet wie üblich bei der LBBW die passende Lösung. Interessant ist zum Beispiel die LB1NVZ mit der Anleger per Februar 2022 den optimistischen Zielwert der Analysten jenseits von 150 Euro auf jeden Fall erreichen, wenn die Aktie bis dahin nie unter 84,10 Euro abstürzt. Der Puffer für etwaige Rückschläge liegt damit bei mehr als 30 Prozent.

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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