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Siemens: Das ist total enttäuschend

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dem Technologiekonzern Siemens machte die Eintrübung in Schlüsselmärkten wie der Autoindustrie und im Maschinenbau im dritten Quartal zu schaffen. Trotz voller Auftragsbücher und eines steigenden Umsatzes gingen die Ergebnisse zurück. Die für die Finanzmärkte wichtige operative Marge nahm deutlich ab. Das Management wurde daher bei seiner Jahresprognose vorsichtiger.

Der Umsatz stieg zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent von knapp 20,5 auf knapp 21,3 Milliarden Euro. Damit lag Siemens im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Nettogewinn sank jedoch leicht von 1,2 auf 1,1 Milliarden Euro. Und das bereinigte EBITA des Industriegeschäfts sank sogar um zwölf Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro.

Update: Zwar bestätigte das Management am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen grundsätzlich seine Prognose. Allerdings geht Siemens nun davon aus, bei der bereinigten operativen Marge (Ebita) für das Industriegeschäft das untere Ende der erwarteten Spanne von 11 bis 12 Prozent zu erreichen. Die Umsätze sollen vergleichbar moderat wachsen. Allerdings sei dieses Ziel "herausfordernder" geworden, erklärte Finanzchef Ralf Thomas. Die Prognose für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie wurde bekräftigt. Kosten für Personalabbau sind dabei herausgerechnet.

Geopolitik und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft schadeten einer ansonsten positiven Investitionsneigung, kommentierte Konzernchef Joe Kaeser. Er vertraut beim Erreichen der Jahresziele auf die weiter vollen Auftragsbücher. Probleme bereitet jedoch das kurzzyklische Geschäft in der Digitalsparte. Der Bereich macht einen hohen Anteil seiner Umsätze mit der Auto- und der Maschinenbauindustrie. Und für die beiden Branchen erwartet Thomas für "die kommenden drei bis vier Quartale" eine anhaltende Abschwächung. 

Siemens will nun gegensteuern: Investitionspläne sollen überprüft werden, wobei Zukunftsthemen wie Cloud-basierte Lösungen jedoch ausgeklammert sind. Auch setzt Siemens auf strikte Kostenkontrolle. So soll die Profitabilität der Sparte im Schlussquartal stabilisiert werden. "Wir erwarten eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorquartal", sagte Thomas.

Aber auch das vor der Ausgliederung stehende Energiegeschäft Gas and Power verzeichnete sinkende Ergebnisse. Der Bereich, der derzeit einen erheblichen Kapazitäts- und Stellenabbau durchläuft, leidet weiter unter hohem Wettbewerbs- und Preisdruck sowie einer zu niedrigen Auslastung. Zudem seien auch die Margen in allen Segmenten außer Mobilität enttäuschend ausgefallen, urteilte Analyst Andreas Willi von der US-Bank JPMorgan.

Auch der Cash Flow habe sich schwach entwickelt. Das Zahlenwerk dürfte zu einer Senkung der Konsensschätzungen für das zweite Halbjahr führen. Auch für 2020 könnte Anpassungsbedarf bestehen. Willi hat die Einstufung für Siemens jedoch auf "Overweight" mit einem Kursziel von 124 Euro belassen.

Die Aktien von Siemens -1,32% rauschten als Reaktion auf die schwachen Quartalszahlen in die Tiefe. Zeitweise betrug das Minus 5,5 Prozent auf 93,55 Euro. Die Aktie ist damit nach der unterdurchschnittlichen Entwicklung der vergangenen Wochen auf dem Weg zu den bisherigen Jahrestiefs im Bereich von 91 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Siemens (in Euro)
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