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SJB FondsEcho. AB Short Duration High Yield Portfolio.

| Quelle: Gerd Bennewirtz

Duration. Niedrig.

Steigende Renditen am Anleihenmarkt, wie sie nach den jüngsten Zinserhöhungen der Fed in den USA längst Realität geworden sind, zeichnen sich jetzt auch für die Eurozone ab. Jüngste Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi wurden von den Marktteilnehmern so interpretiert, dass auch die Europäische Zentralbank allmählich über ein Ende ihres Anleihenkaufprogramms nachdenkt und ab Mitte 2018 erste Zinsanhebungen erwägen könnte.

Anziehende Renditen an den Bondmärkten stellen für die im Anleihenmarkt engagierten Investoren die Frage, wie sie sich zukünftig am besten positionieren sollten. Naheliegend ist es in diesem Marktumfeld, die Duration möglichst niedrig zu halten, um von Zinsänderungen nach oben weniger stark betroffen zu werden. Denn klar ist: Der Kurs eines festverzinslichen Wertpapiers reagiert umso stärker auf Änderungen des Zinsniveaus, je länger die Laufzeit ist. Wertpapiere mit hoher Duration unterliegen bei Zinserhöhungen stärkeren Kursschwankungen, so dass Bond-Investoren mit Verlusten rechnen müssen. Als Ausweg aus dieser Problematik bietet sich das verstärkte Investment in Anleihen mit kurzer Laufzeit aus dem High-Yield-Sektor an. Während kurzlaufende Staatsanleihen aktuell noch keine attraktiven Renditen bieten können, sieht dies im Bereich der Unternehmensanleihen ganz anders aus. Genau in diesem Sektor ist der AB Short Duration High Yield Portfolio unterwegs, der hohe risikoadjustierte Erträge durch Investitionen in ein diversifiziertes Portfolio aus hochverzinslichen Wertpapieren anstrebt, deren durchschnittliche Duration weniger als vier Jahre beträgt. Der von der US-FondsGesellschaft Alliance Bernstein aufgelegte Fonds verfolgt eine weltweit anlegende High-Yield-Strategie, bei der ein dem internationalen Hochzinsmarkt entsprechender Ertrag mit einer geringeren Volatilität und weniger Risiko erzielt werden soll.

Der AB Short Duration High Yield Portfolio A2 (WKN A1JDQJ, ISIN LU0654559516) wurde am 29. Juli 2011 aufgelegt, besitzt den US-Dollar als Basiswährung und verfügt aktuell über ein Fonds-Volumen von umgerechnet 1,34 Milliarden Euro. Mit den beiden Portfoliomanagern GershonDistenfeld und Ivan Rudolph-Shabinsky leiten zwei Anleiheexperten mit großer Erfahrung den Fonds: Distenfeld ist zugleich Direktor des High-Yield-Bereiches bei Alliance Bernstein in New York und verfügt über 20 Jahre Investmenterfahrung, Rudolph-Shabinsky kann auf eine 29-jährige Anlageerfahrung zurückblicken. Mit ihrer Strategie, Hochzinsanleihen mit einer vergleichsweise kurzen Restlaufzeit zu erwerben, die schwerpunktmäßig ein Rating unterhalb des Investment Grade besitzen, sind die beiden FondsManager sehr gut gefahren: Im Gesamtjahr 2016 konnte der AB Short Duration High Yield Portfolio eine Wertentwicklung von +7,80 Prozent in der FondsWährung US-Dollar erzielen, über die letzten fünf Jahre wurde eine jährliche Performance von +4,19 Prozent auf USD-Basis generiert. Wie sieht die so erfolgreiche Anlagestrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Risikobegrenzung. Praktiziert.

Der AB Short Duration High Yield Portfolio investiert hauptsächlich in hochverzinsliche Schuldtitel von Unternehmen weltweit, die ein vergleichsweise niedriges Rating aufweisen. Mit seinem Fokus auf das relativ höher bewertete High-Yield-Segment sieht der Alliance Bernstein-Fonds von hochspekulativen „CCC“ und niedriger bewerteten Anleihen ab. Klassischerweise werden mindestens zwei Drittel des Portfolios in Anleihen mit einem Rating unterhalb von Investment Grade und mindestens 80 Prozent in Unternehmensanleihen investiert. Die beiden FondsManagerDistenfeld und Rudolph-Shabinsky bevorzugen Anleihen mit einer durchschnittlichen Duration von weniger als vier Jahren, um so Sensitivitäten bezüglich Kreditmarktabverkäufen und Zinsbewegungen zu reduzieren. Attraktive Renditen bei vergleichsweise geringem Risiko werden innerhalb des FondsPortfolios durch eine aktive Sektorenallokation und die fundierte Einzeltitelauswahl generiert. Um das Ziel hoher risikoadjustierter Erträge zu erreichen, wendet das FondsManagerteam Absicherungsstrategien an. So werden mindestens 90 Prozent aller nicht auf die FondsWährung US-Dollar lautenden Anlagen gegen Währungsschwankungen abgesichert, zudem werden Derivate eingesetzt, um ein effizientes Portfoliomanagement sicherzustellen und potenzielle Abwärtsrisiken zu verringern. Mit einer Gesamtzahl von 537 Positionen ist das FondsPortfolio breit gestreut, die Rendite im schlechtesten Fall (Yield toWorst) von 3,81 Prozent fällt angesichts der Bevorzugung kurzlaufender Titel attraktiv aus. Die durchschnittliche Duration der im Portfolio enthaltenen Anleihen von 2,28 Jahren macht deutlich, dass die Titel gegen die Konsequenzen eines baldigen Zinsanstiegs gut abgesichert sind. Wie setzt sich das AB-FondsPortfolio im Einzelnen zusammen?

FondsPortfolio. Nordamerika. Favorisiert.

Das Portfolio des AB Short Duration High Yield Portfolio ist in den zyklischen Sektoren wie Energie, Chemie und Einzelhandel recht konservativ aufgestellt, wie FondsManagerDistenfeld betont. Während der Anleiheexperte diese Bereiche klar untergewichtet, sieht er eine attraktive Bewertung bei Hochzinsanleihen aus den Bereichen Finanzen, Pharma, Technologie, Medien und Telekommunikation vorherrschen. Im Bereich der Bonitätsstruktur wurde im Portfolio zuletzt die Gewichtung von BBB-Unternehmensanleihen angehoben, die historisch betrachtet attraktiv bewertet sind. Bei den mit „BB“ gerateten Bonds zeigt sich Distenfeld hingegen vorsichtig und geht selektiv vor, da das geringe Aufwärtspotenzial bei Rallys und das hohe Korrekturpotenzial bei Abverkäufen in einem schlechten Verhältnis zueinander stehen.

In der Länderallokation des Alliance Bernstein-Fonds liegt Nordamerika mit 79,19 Prozent klar vorn. Hochzinsanleihen aus Europa decken 16,14 Prozent der FondsBestände ab. High Yield-Titel aus den Schwellenländern dienen mit einer Gewichtung von 2,76 Prozent lediglich als Beimischung, sonstige Regionen mit 1,91 Prozent runden die geographische FondsAllokation ab. In der Sektorenallokation des AB Short Duration High Yield Portfolio sind Unternehmensanleihen aus dem Industriesektor mit 78,40 Prozent des FondsVolumens am stärksten vertreten, 10,48 Prozent der Bestände werden durch High-Yield-Anleihen aus dem Finanzbereich abgedeckt. Eine relativ geringe Gewichtung im FondsPortfolio erfahren kurzlaufende Bonds von Versorgern (1,93 Prozent), Staatsanleihen aus Schwellenländern sind mit 0,92 Prozent vertreten.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse haben wir den AB Short Duration High Yield Portfolio dem Barclays Capital High Yield Bond als Vergleichsindex gegenübergestellt. Die Korrelation über die letzten drei Jahre fällt mit 0,90 deutlich aus, für ein Jahr liegt sie mit 0,89 auf einem ähnlich hohen Niveau. Damit ist die Parallelität der Kursverläufe von Fonds und Index stark ausgeprägt, was auch der Blick auf die Kennzahl R² bestätigt: Im Dreijahreszeitraum liegt die Kennziffer bei 0,81, über ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,80 an. Somit haben sich mittelfristig 19 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 20 Prozent. Die insgesamt geringe Abweichung von der SJB-Benchmark wird durch den niedrigen Tracking Error verdeutlicht: Die Spurabweichung liegt über drei Jahre bei moderaten 4,12 Prozent, auf Jahressicht geht sie weiter auf 1,95 Prozent zurück. Damit geht der Hochzinsanleihenfonds von Alliance Bernstein ein nur geringes aktives Risiko ein – ein Ergebnis, das in Einklang mit der von FondsManagerDistenfeld selbst betonten „defensiven Positionierung“ steht. Mit welchen Volatilitätswerten hat der AB-Fonds aufzuwarten?

FondsRisiko. Schwankungen. Geringer.

Der AB Short Duration High Yield Portfolio weist über drei Jahre eine Volatilität von 8,34 Prozent auf, die noch unterhalb der 10,27 Prozent liegt, die der von der SJB ausgewählte Vergleichsindex zu verzeichnen hat. Auch über ein Jahr kann der AB-Fonds mit seinen niedrigeren Kursschwankungen überzeugen: Hier beträgt die Volatilität des Fonds 7,79 Prozent, während der als Benchmark genutzte Barclays Capital High Yield Bond Index mit einer „Vola“ von 8,44 Prozent aufwartet. Die durchweg geringeren Schwankungen des Hochzinsanleihenfonds mit seinem Fokus auf Kurzläufer belegen die attraktive Risikostruktur. Dem FondsManagerteam von Alliance Bernstein gelingt es, trotz hoher risikoadjustierter Renditen ein wenig schwankungsintensives Portfolio zusammenzustellen – ein klarer Pluspunkt für den sicherheitsorientierten Investor.

Das günstige Risikoprofil des AB-Fonds manifestiert sich ebenfalls in dem klar unter Marktniveau liegenden Beta von 0,75 für den letzten Dreijahreszeitraum. Die Risikokennziffer, die die Schwankungsintensität von Fonds und Referenzindex vergleicht, weist über ein Jahr einen Wert von 0,90 auf. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre ergibt, dass sich der High-Yield-Fonds in seinen Wertschwankungen stets weniger volatil als die Benchmark präsentierte: Die Risikokennziffer lag in allen der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte zwischen 0,62 im Tief und 0,92 in der Spitze an. Selbst in der schwankungsintensivsten Zeitspanne verzeichnete der Alliance Bernstein-Fonds noch eine um acht Prozent geringere Volatilität als der Gesamtmarkt. Die bis zu 38 Prozent niedrigeren Kursschwankungen gegenüber dem Barclays-Referenzindex bestätigen, dass das FondsRisiko ausgezeichnet unter Kontrolle ist. Welche Renditen kann das FondsManagement auf dieser Basis erzielen?

FondsRendite. Alpha. Generiert.

Per 04. Juli 2017 hat der AB Short Duration High Yield Portfolio eine kumulierte Wertentwicklung von +28,96 Prozent in Euro über die letzten drei Jahre aufzuweisen. Eine attraktive Performance für den Hochzinsanleihen-Fonds, die einer Rendite von +8,84 Prozent p.a. entspricht. Die Gegenüberstellung zum Barclays-Vergleichsindex macht die Qualität des Investmentproduktes greifbar: Im selben Zeitraum kommt der Barclays Capital High Yield Bond Index lediglich auf eine Performance von +7,54 Prozent bzw. eine jährliche Rendite von +2,45 Prozent auf Eurobasis. Der Fonds aus dem Hause Alliance Bernstein verfügt damit über eine hohe Mehrrendite von über sechs Prozentpunkten jährlich. Beim Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung erhält sich der Performancevorsprung des AB-Fonds: Über ein Jahr hat dieser +3,04 Prozent in Euro an Wert gewonnen, während der Referenzindex ein Plus von +2,44 Prozent schaffte. Der kurz- wie mittelfristig generierte Renditevorsprung macht den High-Yield-Fonds zum klaren Sieger im Performancevergleich.

Die überdurchschnittlichen Renditen führen in der Konsequenz zu einem positiven Alpha, das in der letzten Dreijahresperiode bei 0,55 liegt. Für ein Jahr stellt sich die Renditekennzahl mit 0,07 schwächer dar, befindet sich aber weiterhin im grünen Bereich. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre bestätigt die klar bessere Performancestruktur des Hochzinsanleihenfonds im Vergleich zur von der SJB gewählten Benchmark: In 34 der letzten 36 Einzelzeiträume erreichte der Fonds ein positives Alpha mit Werten bis 1,02 in der Spitze, nur zwei Mal gab es ein negatives Alpha von -0,14 im Tief zu verzeichnen. Damit fällt die Rendite-Risiko-Struktur des AB-Fonds rundherum überzeugend aus: Dem FondsManagerduo gelingt es, fast durchweg eine attraktive Mehrrendite zum Barclays-Referenzindex bei geringeren Schwankungen des Portfolios zu erwirtschaften. Die in der letzten Dreijahresperiode erzielte positive Information Ratio von 1,52 belegt abschließend, dass die vom Fonds eingegangenen Risiken und die generierten Erträge in einem sehr guten Verhältnis zueinander stehen.

SJB Fazit. AB Short Duration High Yield Portfolio.

Die Zinswende in den USA ist bereits Realität geworden, und selbst für die Eurozone zeichnet sich mit dem jüngsten Renditeanstieg nach den Äußerungen Mario Draghis ein Ende der Nullzinsphase zumindest für 2018 ab. Um Kursverluste lang laufender Anleihen zu vermeiden, sollten Anleger in diesem Marktumfeld Titel mit einer geringen Restlaufzeit bevorzugen. Der AB Short Duration High Yield Portfolio nimmt nur Investitionen in Anleihen mit einer im Schnitt kürzeren Duration als der High-Yield-Markt insgesamt vor, kann durch seine gelungene Titelselektion mit Blick auf Sektoren und Bonität aber trotzdem attraktive risikoadjustierte Renditen erzielen.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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