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SJB FondsEcho. DJE - Dividende & Substanz.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 15 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Werthaltigkeit. Gesucht.

Nach einer langen Phase ohne nennenswerte Korrekturen knickten die meisten Aktienmärkte im Februar ein und verzeichneten teils kräftige Kursverluste. Trotz der aktuellen Marktberuhigung liegen die Risiken weiter auf der Unterseite – die Verlustserie an den internationalen Börsen könnte sich noch weiter fortsetzen.

Die Risiken für die Marktteilnehmer sind vielfältig. Angesichts steigender Löhne und eines enger werdenden Arbeitsmarktes in den USA hat die Erwartung von bis zu vier Zinserhöhungen der Fed im laufenden Jahr die Aktienmärkte belastet, zudem beeinträchtigen die Diskussionen um mögliche US-Importzölle die Börsen. Unruhe gibt es auch an der Währungsfront: Immer mehr zur Belastung insbesondere europäischer Unternehmen wird der relativ starke Euro. In einem solchen Marktumfeld sind Investoren gut beraten, sich auf vergleichsweise substanzstarke Aktien mit relativ hohen Dividendenzahlungen zu konzentrieren. Dividenden können langfristig einen hohen Beitrag zur Gesamtperformance einer Aktienanlage leisten, zudem entsteht durch reinvestierte Dividenden ein beachtlicher Zinseszinseffekt. FondsManager Dr. Jan Ehrhardt macht sich diese Umstände in dem von ihm verwalteten DJE - Dividende & Substanz zu Nutze. Wie Ehrhardt betont, werde die Bedeutung von Dividendenzahlungen oft unterschätzt. In seinem international anlegenden Fonds bevorzugt der Marktstratege Aktien mit einer hohen Rendite, wobei er den Fokus aber nicht auf die höchste Dividendenrendite, sondern auf eine nachhaltige und idealerweise steigende Dividendenzahlung legt. In der Konsequenz favorisiert Ehrhardt Werte mit einer niedrigen Ausschüttungsquote. Ein gewichtiges Argument für seine Dividendenstrategie: Empirische Analysen haben gezeigt, dass dividendenstarke Werte insbesondere in schwierigen Marktphasen eine wesentlich stabilere Anlageform sein können als dividendenschwache Papiere, da eine Dividende als Puffer vorübergehende Kursverluste abmildern kann. Sein Vorgehen ist damit klar: Aktien mit einer guten Substanz fürs FondsPortfolio auswählen und dabei Wert auf ausgezeichnete Bilanzqualität sowie eine hohe Dividendenrendite bei möglichst abgesicherter Ertragslage legen. So erhöhe sich die Chance zur Erzielung eines nachhaltigen Anlageerfolges deutlich, hebt der Marktstratege hervor.

Der DJE - Dividende & Substanz (WKN 164325, ISIN LU0159550150) wurde am 27. Januar 2003 aufgelegt und besitzt aktuell ein FondsVolumen von 1,25 Milliarden Euro. Sein Ziel, mit dem Fokus auf dividenden- und substanzstarke Aktien den Vergleichsindex MSCI World EUR zu übertreffen, hat der international anlegende Aktienfonds langfristig erreicht: Seit Auflage verzeichnete der DJE-Fonds eine Wertentwicklung von +300,73 Prozent in Euro bzw. eine Rendite von +9,60 Prozent p.a., während die Benchmark lediglich eine Performance von +145,63 Prozent auf Eurobasis bzw. eine jährliche Rendite von +6,12 Prozent aufwies. Mit welcher Strategie wird diese attraktive Mehrrendite zum weltweiten Aktienmarkt erreicht?

FondsStrategie. Substanz. Ermittelt.

Der DJE - Dividende & Substanz verfolgt die Zielsetzung, für seine FondsAnleger einen mittel- bis langfristigen Wertzuwachs des investierten Vermögens zu erzielen, wobei die Wertsteigerung überwiegend aus Dividendenerträgen und Aktienkurssteigerungen generiert werden soll. FondsManager Dr. Jan Ehrhardt investiert überwiegend in Aktien von Unternehmen, die eine besondere Substanzstärke, eine solide Finanzbasis, hohe stabile Ausschüttungen und eine vergleichsweise günstige Bewertung aufweisen. Diese Value-Aktien werden aus einem weltweiten Anlageuniversum herausgefiltert, wobei der Schwerpunkt auf europäischen und asiatischen Aktien liegt. Prinzipiell geschieht die Zusammenstellung des Portfolios benchmarkunabhängig und frei von jeglichen Sektoren- und Ländervorgaben. Auch mit Blick auf die Marktkapitalisierung ist FondsManager Ehrhardt in seinen Investmententscheidungen frei. Bei der Auswahl der Einzelwerte werden die Unternehmen nach quantitativen und qualitativen Kriterien analysiert. Dabei stehen für Ehrhardt nicht nur die Ertragskennzahlen im Vordergrund, sondern er nutzt ein umfassendes Spektrum an Bilanzkennziffern, welche für die Auswahl substanzstarker Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind. Ehrhardt charakterisiert seine Anlagestrategie als einen aktiven Value-Ansatz, der sich auf die Werthaltigkeit und die Fundamentaldaten der Unternehmen konzentriert. Von der Möglichkeit, auch fest und variabel verzinsliche Wertpapiere ins Portfolio aufzunehmen, macht er derzeit keinen Gebrauch: 90,94 Prozent des FondsVermögens sind in Aktien angelegt, der Kassenbestand ist per Ende Februar mit 9,06 Prozent recht hoch. Wie ist das Portfolio des Dividendenfonds im Detail zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Deutschland. Vorneweg.

Die größte Länderposition im Portfolio des DJE - Dividende & Substanz stellen Aktien aus Deutschland dar, die 21,32 Prozent des FondsVermögens ausmachen. Ähnlich hoch gewichtet ist FondsManager Ehrhardt in den USA, wo 20,10 Prozent der FondsBestände investiert sind. Substanzstarke Aktien aus Hong Kong machen 8,84 Prozent im FondsPortfolio aus, während 8,11 Prozent des FondsVolumens der Schweiz entstammen. Frankreich steuert 7,26 Prozent zum Gesamtbestand an Aktien mit hoher Dividendenrendite bei, sonstige Länder repräsentieren per Ende Juli 25,31 Prozent des FondsVermögens.

Das Branchenportfolio des DJE-Fonds bevorzugt Titel aus dem Chemiesektor, die 10,77 Prozent des FondsVolumens darstellen. Überdurchschnittlich stark investiert ist FondsManager Ehrhardt auch in den Sektoren Reisen & Freizeit (9,20 Prozent), Haushaltswaren (8,26 Prozent) sowie Technologie (7,27 Prozent). Industrietitel bringen es in dem Portfolio dividendenstarker Titel auf einen Anteil von 7,11 Prozent, der Gesundheits-Sektor bildet 6,31 Prozent der Bestände ab. Nahrungsmittel- & Getränkeproduzenten sind auf FondsEbene mit 6,04 Prozent gewichtet, Finanzdienstleister bilden 5,32 Prozent des Portfolios ab. Komplettiert wird die Branchenstruktur des global investierten Aktienfonds durch Versicherer (5,11 Prozent) sowie Grundstoffproduzenten mit 4,60 Prozent. Welche substanzstarken Einzeltitel favorisiert FondsManager Ehrhardt? Auf Platz eins der größten Einzelpositionen befindet sich der französische Nahrungsmittelkonzern Danone, gefolgt von dem Hongkonger Immobilienunternehmen Great Eagle Holdings sowie dem US-Finanzdienstleister Blackrock. Die größten positiven Beiträge zur Wertentwicklung des Fonds kamen zuletzt von den Technologiekonzernen Apple (USA) und Panasonic (Japan) sowie von der DBS Bank aus Singapur.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den DJE - Dividende & Substanz dem MSCI World EUR NETR als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit dem breit gestreuten globalen Aktienindex zeigt einen hohen Gleichlauf der Kursbewegungen. Über drei Jahre ist die Korrelation mit 0,90 stark ausgeprägt, für ein Jahr fällt sie mit 0,85 ähnlich deutlich aus. Die Kennzahl R² demonstriert, dass FondsManager Ehrhardt die Unabhängigkeit seiner Länder- und Branchengewichtung zuletzt gesteigert hat. Für drei Jahre liegt R² bei 0,81, über ein Jahr nimmt die Kennziffer einen Wert von 0,73 an. In der Konsequenz haben sich mittelfristig 19 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 27 Prozent. Der Tracking Error des weltweit investierenden Aktienfonds liegt über drei Jahre bei 5,03 Prozent, auf Jahressicht geht die Spurabweichung auf 3,42 Prozent zurück. Damit stellt sich das von FondsSeite eingegangene aktive Risiko als moderat dar, was den defensiven Charakter des Investments in Dividenden- und Substanztitel unterstreicht. Welche Kursschwankungen hat der DJE-Fonds aufzuweisen?

FondsRisiko. Beta. Attraktiv.

Der DJE - Dividende & Substanz weist über drei Jahre eine Volatilität von 11,49 Prozent auf, die sich noch unterhalb der 13,13 Prozent befindet, die der MSCI World EUR NETR als SJB-Vergleichsindex zu verzeichnen hat. Über ein Jahr kehrt sich das Szenario um - jetzt hat der aktiv gemanagte Aktienfonds mit einer höheren Schwankungsneigung aufzuwarten. Die „Vola“ des DJE-Fonds fällt mit 9,45 Prozent etwas ambitionierter als die des weltweiten Aktienmarktes von 9,02 Prozent aus. Da die längerfristig erreichte geringere Schwankungsanfälligkeit des Portfolios aber stärker zu gewichten ist, ist der Dividendenfonds Gesamtsieger im Volatilitätsvergleich mit der passiven Benchmark. Die Fokussierung auf dividendenstarke Substanztitel macht sich in einer attraktiven Risikostruktur bemerkbar, die gerade stabilitätsorientierte Investoren ansprechen dürfte.

Die Analyse der Beta-Werte bestätigt das positive Risikoprofil des Fonds. Über drei Jahre befindet sich das Fonds-Beta mit 0,81 klar unter Marktniveau und weist auf unterdurchschnittliche Wertschwankungen des Portfolios hin. Für ein Jahr nimmt die Risikokennziffer einen Wert von 0,98 an und liegt damit ebenfalls unter dem Marktrisikofixwert von 1,00. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre zeigt, dass FondsManager Ehrhardt erfolgreich ein defensives FondsPortfolio zusammengestellt hat: Das Beta des Fonds liegt in allen der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume niedriger als der marktneutrale Wert von 1,00 und erreicht einen Tiefststand von 0,59. Die Quintessenz der Beta-Analyse: Der weltweit investierende DJE-Fonds weist ein überzeugendes Risikoprofil auf und macht die Schwankungen des breiten Marktes nur unterdurchschnittlich mit. Welche Renditen kann FondsManager Ehrhardt mit den ausgewählten Substanzwerten erzielen?

FondsRendite. Performanceplus. Kurzfristig.

Über drei Jahre wartet der DJE - Dividende & Substanz mit einer Wertentwicklung von +10,51 Prozent auf Eurobasis auf (Stichtag 13.03.2018). Minimal besser schnitt der MSCI World EUR NETR als SJB-Vergleichsindex ab - das Kursbarometer für den globalen Aktienmarkt hat im selben Zeitraum ein Plus von +10,58 Prozent in Euro generiert. Die Zahlen entsprechen einer Rendite von +3,39 Prozent p.a. beim Fonds gegenüber einer Jahresrendite von +3,40 Prozent bei der Benchmark. Im kurzfristigen Zeithorizont liegt der DJE-Fonds mit seiner Dividendenstrategie vorn: Einer Wertentwicklung von +6,06 Prozent für ein Jahr steht eine Rendite von +0,20 Prozent beim MSCI-Referenzindex gegenüber. Kurzfristig schlagen die von Marktexperte Ehrhardt ausgewählten Value-Aktien den breiten Markt, längerfristig ergibt sich eine fast identische Performance. Wie schlägt sich dies in der Alpha-Analyse nieder?

Der DJE - Dividende & Substanz verzeichnet über den letzten Dreijahreszeitraum einen positiven Alpha-Wert, der bei 0,05 liegt. Auf Jahressicht schiebt sich die Renditekennzahl weiter ins Plus und befindet sich mit 0,48 klar im grünen Bereich. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre wird deutlich, dass der DJE-Fonds in der Mehrzahl der Fälle mit einem Performanceplus gegenüber dem MSCI World aufwartet. In 24 der 36 analysierten Einjahresperioden erreichte das Alpha einen positiven Wert bis 0,48 in der Spitze. Nur in 12 Einzelzeiträumen rutschte die Renditekennziffer ins Minus und markierte dabei einen Wert von zutiefst -0,64. In exakt zwei Drittel der Fälle gelingt es dem DJE-Fonds also, mit Dividendenaktien eine Mehrrendite gegenüber dem internationalen Aktienmarkt zu erwirtschaften. An der Information Ratio des Fonds lässt sich dieser Pluspunkt nicht unmittelbar ablesen: Über drei Jahre liegt die IR mit 0,00 im neutralen Bereich.

SJB Fazit. DJE - Dividende & Substanz.

Gerade in Zeiten einer steigenden Marktvolatilität und nachgebender Aktienkurse sollten sich FondsAnleger die Bedeutung von Dividenden ins Gedächtnis rufen. Regelmäßige Ausschüttungen liefern langfristig einen großen Beitrag zur Gesamtperformance einer Aktienanlage, reinvestierte Dividenden erzielen zudem einen beachtlichen Zinseszinseffekt. Hier setzt FondsManager Dr. Jan Ehrhardt mit seinem DJE - Dividende & Substanz an: Der Marktstratege wählt zielgerichtet die globalen Aktien aus, die über eine nachhaltige und idealerweise steigende Dividendenzahlung verfügen. Der langfristig erzielte Anlageerfolg gibt ihm Recht.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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