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SJB FondsEcho. DNB Asian Small Cap.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 16 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nebenwerte. Präferiert.

Während die großen Börsen der Industrieländer nach einer über neunjährigen Hausse auf sehr ambitionierten Bewertungsniveaus angekommen sind, besteht bei den Schwellenländern noch einiges an Nachholpotenzial: Hier hat die Aufwärtsbewegung erst mit hoher zeitlicher Verzögerung eingesetzt, und gerade bei den asiatischen Emerging Markets treffen robuste Wachstumszahlen auf eine sich verbessernde Grundstimmung.

Einen positiven Start ins neue Jahr 2018 legten in Asien insbesondere die chinesischen und indischen Märkte hin. So konnten in China die Bankenwerte kräftige Kursgewinne verzeichnen, nachdem offenbar wurde, dass die jüngsten Reformen zur Entschuldung der Wirtschaft das chinesische Wachstum bislang nicht belastet haben. Auch Indien stand auf der Gewinnerseite, nachdem die letzten makroökonomischen Daten darauf hindeuteten, dass sich das künftige Wirtschaftswachstum um die 7,0-Prozent-Marke einpendeln dürfte. Marktbeobachter werteten dies als ein Zeichen, dass die Auswirkungen der Geldentwertung und der Einführung der Waren- und Dienstleistungssteuer allmählich abklingen. DNB-FondsManagerAbhishek Thepadezeigtsichüberzeugt, dass die Aussichten auf ein stärkeres weltweites Wachstum vor allem Asien und den dortigen Schwellenländern zugutekommen. Nach der steilen Kursrallye der vergangenen 12 Monate in Indien hält er das dortige KGV mittlerweile für hoch, betont aber, dass die besser werdenden Aussichten auf eine Steigerung der Gewinne den Bewertungen Unterstützung bieten.

AbhishekThepade ist verantwortlicher FondsManager des DNB Asian Small Cap A EUR (WKN 986071, ISIN LU0067059799), der vorzugsweise Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung aus den asiatischen Schwellenländern erwirbt. Thepade ist seit knapp zehn Jahren für den norwegischen Asset Manager DNB tätig und absolvierte seine universitäre Ausbildung im Finanzbereich an der Universität Pune in Indien sowie an der Universität Exeter, Großbritannien. Als Anlageuniversum seines Fonds dient der gesamte asiatisch-pazifische Raum (ex Japan), wobei der besondere Fokus auf den Volkswirtschaften in China sowie Indien liegt.Der DNB Asian Small Cap wurde am 31. Mai 1995 aufgelegt, besitzt den Euro als Basiswährung und verfügt aktuell über ein FondsVolumen von 247,81 Millionen Euro. Als Benchmark wird der MSCI AC Asia Pacific ex Japan Net verwendet, an dessen Länder- und Sektorengewichtung der Fondsim Rahmen des aktiven Portfoliomanagements nicht gebunden ist. Mit seiner individuellen Titelselektion asiatischer Nebenwerte konnte DNB-FondsManager Thepade langfristig ausgezeichnete Ergebnisse erzielen: Seit FondsAuflage generierte der Asien-Fonds eine jährliche Rendite von +10,82 Prozent in Euro, über die letzten fünf Jahre wurde eine Rendite p.a. von +13,71 Prozent erwirtschaftet. Auch kurzfristig hat sich das Anlagekonzept bewährt: In der Citywire-Rangliste der Aktienfonds für Small und Mid Caps der Region Asien/Pazifik liegt AbhishekThepade als erfolgreichster FondsManager über ein Jahr auf dem ersten Platz. Wie stellt sich die Anlagestrategie des DNB-Asienexperten im Detail dar?

FondsStrategie. Stockpicking. Praktiziert.

Der DNB Asian Small Cap hat sich einen langfristigen Kapitalzuwachs zum Ziel gesetzt und investiert hierzu in Aktien von Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung. Die Nebenwerte mit einem geographischen Fokus auf China und Indien werden von FondsManagerThepade im Rahmen einer ausgeprägten Bottom-up-Strategie ausgewählt. In seinen Analysen konzentriert sich der Marktstratege besonders auf die fundamentale Bewertung der Aktien und stellt so nach Stockpicking-Kriterien ein gut diversifiziertes Portfolio von aktuell 47 Einzeltiteln zusammen. Prinzipiell werden die Anlageentscheidungen unabhängig von der Benchmark getroffen, wobei Thepade die Aktien frei von ihrer Branchenzugehörigkeit und Indexgewichtung auswählt. Schwerpunkt der Analysen sind neben dem aktuellen Bewertungsniveau die künftigen Wachstumsaussichten der Titel. Der DNB-FondsManager berichtet von Gewinnmitnahmen bei indischen Mid-Caps im Laufe des Januars, die im Zusammenhang mit der Sorge um die Erhebung einer neuen Steuer auf langfristige Kapitalerträge aufkamen. Für eine kurzzeitige Underperformance des DNB-Fonds gegenüber der MSCI-Benchmark sorgte zum Jahresauftakt die Position bei Q Technology, einem chinesischen Hersteller von Kameras für Mobilfunkgeräte. Die Aktie entwickelte sich aufgrund von Sorgen über eine mögliche Abkühlung der Smartphone-Nachfrage unterdurchschnittlich, doch Thepade bleibt zuversichtlich, dass das Unternehmen ein stärkeres Wachstum als seine Konkurrenten erzielen und Marktanteile hinzugewinnen dürfte. Angesichts des äußerst soliden Ertragsausblicks bleibt der Titel der Q Technology Group weiterhin im Portfolio. Wie ist dieses im Einzelnen zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Indien. Favorisiert.

Auf Platz eins der Länderallokation des DNB Asian Small Cap befindet sich Indien mit 45,42 Prozent Portfolioanteil. Der zweite geographische Schwerpunkt des Nebenwerte-Fonds liegt im „Reich der Mitte“, wo 37,91 Prozent des FondsVermögens in der Volksrepublik China investiert sind. Alle anderen asiatischen Schwellenländer kommen auf FondsEbene nicht über den Charakter einer Beimischung hinaus: Den dritten Platz in der Ländergewichtung belegen die Philippinen, wo 3,53 Prozent des FondsVolumens investiert sind. Dahinter folgt Thailand mit 3,25 Prozent, Aktien aus Hong Kong machen 3,15 Prozent der FondsBestände aus. In Indonesien sind 2,42 Prozent der Anlegergelder investiert, Malaysia bringt es auf einen Anteil von 2,11 Prozent am FondsVolumen. Eine kleinere Position in Südkorea (1,91 Prozent) sowie ein Mini-Bestand in Großbritannien (0,01 Prozent) runden die geographische Zusammensetzung des Fonds ab.

In der Branchenallokation des DNB Asian Small Cap liegen Unternehmen aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter mit 29,6 Prozent Portfolioanteil vorn. Den zweiten Platz in der Branchenstruktur nehmen nicht zyklische Verbrauchsgüter mit 15,55 Prozent des FondsVermögens ein. Finanzdienstleister sind im Portfolio des Asien-Fonds mit 12,92 Prozent gewichtet, Rohstoffwerte decken 9,53 Prozent vom FondsVolumen ab. Gesundheitstitel repräsentieren 8,53 Prozent des Portfolios, Industriewerte sind in dem DNB-Produkt mit 7,83 Prozent vertreten. Energieaktien liegen mit 5,42 Prozent des FondsVermögens im unteren Bereich der Sektorenallokation, auch Technologietitel sind mit 5,24 Prozent nur unterdurchschnittlich präsent. Immobilienaktien (4,30 Prozent) sowie Telekommunikationswerte (0,60 Prozent) runden das Nebenwerte-Portfolio des DNB-Fonds ab.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Der DNB Asian Small Cap wird in unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse dem MSCI AC Asia Pacific ex Japan Small Cap EUR NETR als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt eine deutliche Übereinstimmung der Kursverläufe. Die Korrelation zwischen Fonds und Referenzindex liegt über drei Jahre bei 0,86, für ein Jahr ist sie mit 0,78 kaum schwächer ausgeprägt. Die Kursentwicklung des DNB-Fonds mit der von der SJB ausgewählten Benchmark vollzieht sich damit weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,73, über ein Jahr geht sie auf 0,61 zurück. Damit haben sich mittelfristig 27 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 39 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManagerThepade mit seiner individuellen Länder- und Branchenselektion zuletzt stärker von der MSCI-Benchmark abgewichen ist. Der Tracking Error von 8,46 Prozent über drei Jahre demonstriert, dass der DNB-Asienexperte keine übermäßigen Risiken im Vergleich zum asiatischen Gesamtmarkt eingeht – über ein Jahr geht die Spurabweichung auf moderate 5,73 Prozent zurück. Mit welchen Volatilitätswerten wartet der DNB-Nebenwertefonds auf?

FondsRisiko. Schwankungsfreude. Gedämpft.

Der DNB Asian Small Cap weist für drei Jahre eine Volatilität von 17,57 Prozent auf, die leicht oberhalb des Niveaus liegt, das der MSCI AC Asia Pacific ex Japan Small Cap EUR NETR mit 16,41 Prozent zu verzeichnen hat. Über ein Jahr kehrt sich das Szenario um: Jetzt fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds niedriger als diejenige der passiven Benchmark aus. Die „Vola“ des Fonds beträgt 9,41 Prozent, während der Referenzindex eine Schwankungsbreite von 11,01 Prozent aufzuweisen hat. Längerfristig verzeichnet das DNB-Produkt die stärkeren Kursschwankungen als der asiatisch-pazifische Aktienmarkt, kurzfristig kann es mit seiner gedämpften Volatilität punkten – mit Blick auf das Risikoprofil des Small Cap-Fonds lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch keine klare Wertung ableiten. Welche Erkenntnisse liefert die Analyse der Beta-Werte des Fonds?

Der DNB Asian Small Cap verzeichnet im letzten Dreijahreszeitraum ein unter Marktniveau liegendes Beta von 0,94. Über zwölf Monate stellt sich die Risikokennzahl noch attraktiver dar und geht auf 0,73 zurück – ein Betrag, der deutlich niedriger als der marktneutrale Wert von 1,00 ausfällt. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über die letzten drei Jahre demonstriert, dass bei dem DNB-Fonds die Phasen einer geringeren Schwankungsneigung in der Mehrheit waren: In 21 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume lag die Risikokennziffer unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte von zutiefst 0,61 an. Dem stehen lediglich 15 Zeitspannen gegenüber, in denen sich das DNB-Produkt volatiler als der Gesamtmarkt präsentierte und Beta-Werte bis 1,35 in der Spitze generierte. Als Endresultat der Beta-Analyse ist damit eine im Vergleich zur MSCI-Benchmark günstigere Risikostruktur des aktiv gemanagten Nebenwerte-Fonds zu konstatieren – die Wertschwankungen des Portfolios fallen mehrheitlich niedriger als die des passiven Referenzindex aus. Welche Renditen kann FondsManagerThepade auf dieser Basis erwirtschaften?

FondsRendite. Alpha. Positiv.

Über drei Jahre hat der DNB Asian Small Cap eine kumulierte Wertentwicklung von +20,16 Prozent in Euro und damit eine Rendite von +6,31 Prozent p.a. aufzuweisen (Stand 20.02.2018). Der MSCI AC Asia Pacific ex Japan Small Cap EUR NETR als von der SJB ausgewählter Vergleichsindex wird klar übertroffen: Dieser hat im letzten Dreijahreszeitraum eine Gesamtrendite von +12,44 Prozent in Euro erwirtschaftet, was einem Ergebnis von +3,98 Prozent p.a. entspricht. Der Renditevorsprung von knapp acht Prozentpunkten ist eine reife Leistung, und auch auf Jahressicht kann der DNB-Fonds seinen ersten Platz im Performancewettstreit behaupten: Über ein Jahr fällt die Wertentwicklung des Asien-Fonds mit +11,87 Prozent in Euro deutlich besser als die des MSCI-Referenzindex aus, der es auf ein Plus von +5,87 Prozent bringt. Die in beiden Zeithorizonten erzielte attraktive Mehrrendite macht DNB-FondsManagerThepade zum Gesamtsieger im Performancevergleich mit der Benchmark – das nach Bottom-up-Kriterien zusammengestellte FondsPortfolio demonstriert sowohl kurz- wie mittelfristig seine Stärken.

Die erfolgreiche Titelselektion des Asienexperten findet beim Blick auf die Alpha-Werte des Fonds erneut ihre Bestätigung. Über drei Jahre fällt die Renditekennzahl mit 0,23 positiv aus, auf Jahressicht schiebt sich das Alpha mit 0,59 noch weiter in den grünen Bereich. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre zeigt sich, dass der asiatische Aktienfonds mehrheitlich erfolgreicher als die Benchmark agierte. In 25 der letzten 36 Einzelperioden konnte ein positives Alpha bis 2,60 in der Spitze generiert werden. Dem stehen nur 11 Einjahreszeiträume gegenüber, in denen die Renditekennzahl mit zutiefst -1,28 negativ ausfiel. Insgesamt liegt der DNB-Fonds in der Alpha-Analyse gegenüber der MSCI-Benchmark deutlich vorn – er erzielt seine regelmäßige Outperformance bei mehrheitlich geringeren Kursschwankungen. Die überzeugende Rendite-Risiko-Struktur des Investmentproduktes kommt abschließend in der Information Ratio von 0,26 über den letzten Dreijahreszeitraum zum Ausdruck: Den durch aktives Titelmanagement eingegangenen Risiken stehen attraktive Mehrrenditen gegenüber.

SJB Fazit. DNB Asian Small Cap.

Angesichts des äußerst ambitionierten Bewertungsniveaus der großen Börsen der Industrieländer sollten antizyklische Investoren ihr Augenmerk auf die asiatischen Emerging Markets und dort besonders den Bereich der Small und Mid Cap-Titel richten. Nebenwerte aus China oder Indien versprechen eine langfristig attraktive Wertentwicklung, zumal verbesserte Wachstumszahlen eine konjunkturelle Stabilisierung nahelegen. FondsManagerAbhishek Thepadeüberzeugt durch sein nach Bottom-up-Kriterien zusammengestelltes Portfolio, das dem DNB Asian Small Cap einen nachhaltigen Performancevorsprung gegenüber dem Gesamtmarkt sichert.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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