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SJB FondsEcho. DNB ECO Absolute Return.

| Quelle: Gerd Bennewirtz

Sektor. Strategisch.

Im Bereich der Erneuerbaren Energien liegt seit jeher ein besonderer Schwerpunkt der Expertise der norwegischen FondsGesellschaft DNB. Unternehmen, die für eine Energieerzeugung aus nachhaltigen und umweltverträglichen Quellen sorgen, stehen im Fokus diverser DNB-Aktienfonds.

Klar ist: Die Stromgewinnung aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft muss weiter ausgebaut werden, damit die aktuelle Klimaerwärmung gestoppt und die Nutzung fossiler Brennstoffe zurückgefahren werden kann. Die Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien erzielen immer mehr Fortschritte in ihrer Technologie, die Produktionskosten für „saubere“ Energien sinken. Im Feld „Renewable Energy“ ist ein sehr heterogener und dynamischer Sektor entstanden, der sich als ideales Anlageuniversum für eine Kombination von Long- und Shortstrategien darstellt, wie DNB-FondsManager Jon Sigurdsen betont. Denn mit seinen zahlreichen Firmen von teils sehr unterschiedlicher Qualität sind sowohl Kandidaten für Long-Positionen als auch für Short-Positionen in ausreichender Anzahl vorhanden. Gerade im Bereich der Erneuerbaren Energien fallen die Kursbewegungen der zugehörigen Aktien oft besonders deutlich aus. Damit bietet der Sektor dem DNB-Fonds ein ausgezeichnetes Betätigungsfeld für seine Absolute-Return-Strategie, die von den Aufwärts- wie Abwärtsbewegungen ausgewählter Titel profitieren kann.

Der DNB ECO Absolute Return (WKN A1CWCY, ISIN LU0547714286) legt seinen Schwerpunkt auf Aktienanlagen in Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien und der ökologischen Stromerzeugung (ECO). Der Fonds agiert marktneutral und geht bei den Aktien dieses Segments sowohl Long- als auch Shortpositionen ein. Seine Renditen werden in erster Linie durch Aktienselektion erzielt und sind nur in geringem Maß davon abhängig, wie die allgemeine Marktentwicklung verläuft. Die Titelauswahl ist international ausgerichtet, Schwerpunkte im Aktienbereich liegen in Asien und Europa. Basiswährung des DNB ECO Absolute Return ist der Euro, der Fonds wurde am 20. Oktober 2010 aufgelegt. Als Vergleichsindex fungiert der deutsche 3-Monats-Bubill, das FondsVolumen liegt aktuell bei 12,72 Millionen Euro. FondsManager Jon Sigurdsen ist gemeinsam mit seinem Kollegen Christian Skalleberg Rom für die Strategie verantwortlich und hat sein Ziel, durch Long- und Shortpositionierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien ungeachtet der Marktbedingungen eine positive absolute Rendite zu erzielen, 2017 bislang erreicht: Im bisherigen Jahresverlauf gelang es dem DNB ECO Absolute Return, eine Performance von +1,81 Prozent in Euro zu erzielen. Nochmals deutlich besser stellte sich die Wertentwicklung für 2016 mit +18,75 Prozent dar. Wie sieht die Anlagestrategie des DNB-Produktes im Detail aus?

FondsStrategie. Aktienselektion. Gezielt.

Der DNB ECO Absolute Return hat sich eine langfristig positive Rendite unabhängig von den herrschenden Marktbedingungen zum Ziel gesetzt und generiert den größten Teil seiner Performance aus der gezielten Aktienselektion. FondsManager Jon Sigurdsen geht Long- und Short-Positionen in Aktien von internationalen Unternehmen ein, die in den Sektoren Erneuerbare Energien, Reduzierung von Klimagas-Emissionen und Umweltschutz-Technologien tätig sind. Geographisch ist der Fonds voll flexibel und hat keine Vorgaben bei der Ländergewichtung zu beachten. Ein wichtiges Kennzeichen der Strategie des Absolute-Return-Fonds ist der Einsatz von Derivaten. Mit deren Hilfe baut der DNB ECO Absolute Return Shortpositionen in überbewerteten Aktien auf, während in attraktiv bewerteten Titeln Longpositionen eingegangen werden. Der Bereich der Erneuerbaren Energien erweist sich für die Anwendung dieser Anlagestrategie als besonders günstig, hebt Marktstratege Sigurdsen hervor. Zum einen überzeuge er durch seine hohe Liquidität, zum anderen biete er ausreichend Potenzial für Long- wie Shortpositionierungen, da sich hier Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial genauso wie überbewertete Aktien finden. Im April konnte der DNB-Fonds zulegen, wobei Gewinne bei Grundstoffen und im Bereich Energieeinsparung zu verzeichnen waren. Negative Erträge steuerten hingegen die Sektoren Energiespeicherung und Netze bei. Wie ist das Portfolio im Einzelnen zusammengesetzt?

FondsPortfolio. US-Firmen. Favorisiert.

Bei der geographischen Allokation ist der DNB ECO Absolute Return am stärksten bei Firmen aus den USA engagiert – 150,0 Prozent des insgesamt 322,0 Prozent des FondsVermögens betragenden Brutto-Exposures sind dort investiert. Long- und Shortpositionen bei europäischen Aktien bringen es auf einen Anteil von 125,0 Prozent des FondsVolumens, in Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) sind 33,0 Prozent der Bestände angelegt. Japanische Aktien in Höhe von 14,0 Prozent des FondsVermögens komplettieren die geographische Struktur des Absolute-Return-Fonds. Rechnet man die Long- und Shortpositionen innerhalb des Portfolios gegeneinander auf, ergibt sich eine Netto-Shortpositionierung von -16,6 Prozent – aktuell hält FondsManagerSigurdsen somit mehrheitlich Verkaufspositionen bei tendenziell überbewerteten Aktien.

In welchen Titeln aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien ist der Fonds aktuell am stärksten engagiert? Größte Einzelposition des DNB-Produktes ist der US-Biodiesel-Hersteller Renewable Energy Group, knapp gefolgt von dem Ethanol-Produzenten Green Plains. Im Biokraftstoffsektor waren jüngst kräftige Gewinne zu verzeichnen, nachdem in den USA Anti-Dumping-Maßnahmen gegen Importe aus Argentinien und Indonesien verhängt wurden. Weitere Longengagements hält der DNB ECO Absolute Return bei den US-Autozulieferern Borgwarner sowie Modine Manufacturing, einem Spezialisten für Kühler- und Klimatechnik. Der führende schwedische Aluminiumhersteller Gränges findet sich genauso unter den zehn größten Longpositionen wie das Bergbauunternehmen Orocobre aus Australien. Den größten positiven Beitrag zur FondsEntwicklung leistete zuletzt der LED-Anbieter Lumenpulse, nachdem der CEO ein Übernahmeangebot für das Unternehmen mit einem Aufschlag von 85,5 Prozent gemacht hatte. Auch die Constellium-Aktie konnte sich von ihren jüngsten Verlusten erholen und deutlich zulegen. Der Anbieter leichter Materialien für den Flugzeugbau wies unerwartet hohe Gewinne aus, nachdem neue Trends darauf hindeuteten, dass der Luftfahrtmarkt seine Talsohle erreicht hat.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Gering.

Der DNB ECO Absolute Return wird in unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse dem WilderHill New Energy Global Innovation Index als Benchmark gegenübergestellt. Die Korrelation zwischen dem Fonds und dem auf internationale Aktien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien fokussierten Index ist nicht sonderlich stark ausgeprägt. Über drei Jahre liegt sie bei 0,29, für ein Jahr fällt die Korrelationskennziffer mit -0,14 sogar negativ aus. Hier zeigt sich, wie die marktneutrale Komposition des FondsPortfolios für eine unabhängige Positionierung sorgt. Die Kursentwicklung des ECO-Fonds im Vergleich zum Referenzindex vollzieht sich sehr eigenständig, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,09, über ein Jahr fällt sie mit 0,02 noch geringer aus. Damit haben sich kurzfristig 91 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, mittelfristig sind es 98 Prozent. Die Zahlen beweisen: Die Fonds Rendite ist nur in geringem Maß davon abhängig, wie sich der Markt selbst entwickelt. Der Tracking Error beträgt 21,55 Prozent über drei Jahre und belegt gleichermaßen den hohen Freiheitsgrad des Fonds vom Marktgeschehen im Renewable Energy-Sektor. Mit welchen Volatilitätszahlen hat das Absolute-Return-Produkt aufzuwarten?

FondsRisiko. Beta. Attraktiv.

Der DNB ECO Absolute Return kann über drei Jahre mit einer deutlich geringeren Schwankungsneigung als sein Vergleichsindex aufwarten. Mit 14,43 Prozent liegt die Volatilität des Aktienfonds knapp sieben Prozentpunkte unterhalb der 21,26 Prozent, die der WilderHill New Energy Global Innovation Index zu verzeichnen hat. Im kurzfristigen Zeithorizont liegen das DNB-FondsProdukt und die SJB-Benchmark eng beieinander: Über zwölf Monate beträgt die „Vola“ des ECO-Fonds 9,50 Prozent, während die Benchmark mit 9,18 Prozent die etwas niedrigeren Schwankungen an den Tag legt. Die deutlich geringeren Volatilitätszahlen im längerfristigen Zeithorizont machen das DNB-Produkt zum Gesamtsieger mit Blick auf die Risikostruktur. Hier macht sich positiv bemerkbar, dass sich die Volatilität von Long- und Shortpositionen teilweise neutralisieren und so attraktive Gesamtwerte auf FondsEbene erreicht werden.

Das günstigere Risikoprofil des Absolute-Return-Fonds wird auch in dem klar unter Marktniveau liegenden Beta von 0,21 über drei Jahre ersichtlich. Die Risikokennziffer, die die Schwankungsanfälligkeit der Kursentwicklung von Fonds und Index vergleicht, weist für ein Jahr einen Wert von -0,16 auf – hier bewegen sich beide Elemente entgegengesetzt. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über die letzten drei Jahre demonstriert, dass sich der Fonds durchweg weniger volatil als die Benchmark präsentierte: In allen 36 untersuchten Einzelzeiträumen lag die Risikokennziffer unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei 31 Mal positive Werte zwischen 0,01 und 0,34 an. Hinzu kommen fünf Einjahresintervalle, in denen aufgrund der gegenläufigen Kursentwicklung negative Beta-Werte bis -0,22 im Tief zu verzeichnen waren. Als Gesamtergebnis der Beta-Analyse ist festzuhalten, dass der DNB-Fonds eine deutlich günstigere Risikostruktur als der WilderHill-Vergleichsindex aufweist. Welche Renditen kann FondsManagerSigurdsen auf dieser Basis erzielen?

FondsRendite. Alpha. Kurzfristig.

Per 15. Mai 2017 hat der DNB ECO Absolute Return über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von -8,03 Prozent in Euro zu verzeichnen, was einer Rendite von -2,75 Prozent p.a. entspricht. Hier wird die eigene Zielsetzung einer absolut positiven Rendite nicht erreicht, zudem liegt das FondsProdukt mit seiner Performance klar hinter der von der SJB gewählten Benchmark: Für drei Jahre kommt der WilderHill New Energy Global Innovation Index auf einen Wertzuwachs von +16,09 Prozent bzw. ein jährliches Plus von +5,09 Prozent auf Eurobasis. Beim Wechsel auf den kurzfristigen Zeithorizont offenbaren sich hingegen die Vorteile der marktneutralen Positionierung des DNB-Produktes: Während sich der Absolute-Return-Fonds aus dem ECO-Sektor über eine positive Rendite von +16,14 Prozent auf Eurobasis freuen kann, wartet der WilderHill-Vergleichsindex lediglich mit einer Performance von +14,41 Prozent in Euro auf. Kurzfristig kann FondsManagerSigurdsen seine Renditeziele erreichen und sogar mit einer Outperformance zum Gesamtmarkt überzeugen – doch die negative Wertentwicklung über den Dreijahreszeitraum macht das Absolute-Return-Produkt nur zum zweiten Sieger im Wettbewerb mit dem Erneuerbare-Energien-Sektor. Was trägt die Alpha-Analyse zur FondsBewertung bei?

Die Renditekennziffer Alpha rangiert über drei Jahre im negativen Bereich und liegt bei -0,27. Auf Jahressicht fällt die Kennzahl mit einem Wert von 1,48 klar besser aus und dringt in positives Terrain vor. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre belegt, dass der Absolute-Return-Fonds mehrheitlich die schwächere Wertentwicklung aufweist: Dem DNB-Produkt aus dem ECO-Sektor gelingt es lediglich in 16 der letzten 36 Einjahreszeiträume, eine Mehrrendite zur Benchmark und dabei ein Alpha von 3,18 in der Spitze zu generieren. Dem stehen 20 Zeitintervalle mit einer unterdurchschnittlichen Performanceleistung gegenüber, in denen das Alpha negativ ausfiel und sich auf zutiefst -2,67 abschwächte. Die in Aussicht gestellten positiven Renditen unabhängig von der Marktentwicklung werden damit zwar zeitweise, aber nicht durchgängig erreicht. Das aus Long- und Shortpositionen zusammengesetzte Portfolio des DNB-Produktes müsste vermehrt an seine kurzfristige Renditeleistung anknüpfen, um die Vorteile seiner marktneutralen Positionierung auszuspielen. Bis dahin ist die Rendite-Risiko-Struktur noch verbesserungswürdig, wie es auch die mit -0,35 im negativen Bereich verharrende Information Ratio über drei Jahre belegt.

SJB Fazit. DNB ECO Absolute Return.

Sein Versprechen einer marktunabhängig positiven Rendite durch Long- und Short-Positionierungen im Erneuerbare-Energien-Sektor kann der DNB ECO Absolute Return nur kurzfristig einlösen – über einen dreijährigen Zeithorizont verbleibt eine negative Wertentwicklung. Im Bereich der Absolute-Return-Fonds ist für Anleger demnach die hauseigene Konkurrenz des DNB TMT Absolute Return vorzuziehen, der seine Long-Short-Strategie erfolgreich auf den Technologiesektor anwendet. Der FondsInvestor, bei dem der Wunsch nach Anlagen in den Zukunftssektor der Neuen Energien im Vordergrund steht, ist hingegen mit Jon Sigurdsens Long-Only-Fonds DNB Renewable Energy besser bedient.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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