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SJB FondsEcho. DPAM L Bonds Universalis Unconstrained.

| Quelle: Gerd Bennewirtz

Anleihenmärkte. Ungezügelt.

Im März 2017 konnte der Aktien-Bullenmarkt bereits seinen 8. Jahrestag feiern – an den internationalen Börsen sind in Anbetracht der auf ein Rekordniveau gestiegenen Bewertungen kaum noch weitere Zuwächse zu erwarten. Ganz im Gegenteil steigt die Gefahr für kräftigere Kurskorrekturen, eine Diversifizierung der Vermögenswerte auch über den Bereich der festverzinslichen Anlagen ist damit heute eine absolute Notwendigkeit!

Doch wie soll man sich im Bereich der weltweiten Anleihenmärkte positionieren, wenn die Eingriffe der Notenbanken durch Anleihekäufe und andere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen bald auslaufen und somit ein Fortfall der Unterstützungsmaßnahmen für den Bondsektor zu erwarten ist? Peter De Coensel von DegroofPetercam (DPAM), Leiter des Rententeams der belgischen FondsGesellschaft, sieht auch positive Aspekte für den globalen Anleihensektor: So dürften die Regierungen, angeführt von den USA, höhere Investitionen vornehmen und eine stärker nachhaltige Haushaltspolitik verfolgen, im Rahmen derer mehr Wachstum auf sozial integrativere Weise generiert wird. Eine wichtige Voraussetzung, um am internationalen Bondmarkt auch künftig erfolgreich sein zu können und dort attraktive Renditen zu erzielen, ist nach Auffassung des belgischen Rentenexperten ein unbeschränkter Zugang zu sämtlichen Anlageklassen des Anleihensektors: Ein zeitgemäßer Anleihenfonds muss die Möglichkeit haben, sein Portfolio aus Staats- und Unternehmensanleihen, inflationsgeschützten Anleihen sowie Wandelanleihen zusammenzusetzen und darf dabei auch keinen Beschränkungen im Bereich der geographischen oder währungsmäßigen Zusammensetzung unterliegen.

Genau diese Voraussetzungen sind für den DPAM L Bonds Universalis Unconstrained A (WKN 691371, ISIN LU0138638068) gegeben, der Anleihenjeder Art von staatlichenoderprivatenEmittentenaus der ganzen Welt erwerbenkann. Der überwiegendeTeil der im Portfolio enthaltenenWertpapierebesitztein Investment-Grade-Rating, dochauch High-Yield-AnleihenwerdenalsBeimischunggenutzt. Der DPAM L Bonds Universalis Unconstrained besitzteinFondsVermögen von 446,25 Millionen Euro, wurde im Dezember 2001 aufgelegt und hat den Euro als FondsWährung. FondsManager Peter De Coensel besitzt eine 26-jährige Investmenterfahrung im Anleihenbereich und ist seit acht Jahren für DegroofPetercam tätig. Die langfristige Wertentwicklung seines flexibel agierenden globalen Anleihenfonds überzeugt: Über die letzten fünf Jahre wurde eine Rendite von +4,14 Prozent p.a. auf Eurobasis generiert, seit Auflage liegt die jährliche Rendite bei +3,55 Prozent. Etwas holpriger verlief der Start ins neue Anlagejahr 2017, wo angesichts fehlender klarer Tendenzen am globalen Bondmarkt ein leichtes Minus von -0,79 Prozent eingefahren wurde. Wie sieht die Anlagestrategie des „ungezügelten“ Rentenfonds im Detail aus?

FondsStrategie. Positionierung. Defensiv.

Der DPAM L Bonds Universalis Unconstrained hat es sich zum Ziel gesetzt, Bondinvestoren eine aktiv verwaltete Anlage in Schuldtiteln von Emittenten aus der ganzen Welt zu ermöglichen. Hierzu legt FondsManager Peter De Coensel das FondsVermögen ohne jede Beschränkung auf Branchenebene in fest oder variabel verzinslichen Anleihen an. Der Anleihenstratege erwirbt Schuldtitel jeder Art (einschließlich Anleihen mit unendlicher Laufzeit und strukturierte Produkte), die auf beliebige Währungen lauten können. Der Schwerpunkt des Anlageuniversums liegt auf dem Investment Grade-Bereich: Der überwiegende Teil der im Portfolio enthaltenen Wertpapiere muss von den Ratingagenturen S&P bzw. Moody's ein Rating von mindestens BBB- bzw. Baa3 besitzen. Auch der Kauf von Wandelanleihen sowie an die Inflationsentwicklung gekoppelten Anleihen ist möglich. FondsManager Peter De Coensel verfolgt eine aktive Strategie unter Total Return-Gesichtspunkten und muss bei seinen Investmententscheidungen keinerlei Vorgaben durch eine Benchmark beachten. Im aktuellen FondsPortfolio liegt die durchschnittliche Fälligkeit bei 11,79 Jahren, die modifizierte Duration beträgt 2,85 Prozent. Das Anleihenportfolio ist über 85 Einzelpositionen breit diversifiziert, wobei Staatsanleihen und Schuldpapiere von Finanztiteln aktuell die größten Bestände darstellen. Wie der DPAM-FondsManager berichtet, wirkte sich die Währungsallokation mit einem rund dreißigprozentigen USD-Anteil zuletzt negativ auf die Wertentwicklung aus, während die einzelnen Wertpapier-Sektoren einen positiven Gesamtbeitrag lieferten. Sein Gesamtportfolio bezeichnet der Anleihenexperte als defensiv aufgestellt, wobei er für die nähere Zukunft einen Rückgang der politischen Risiken und der geldpolitischen Interventionen erwartet. Positiv gestimmt ist De Coensel insbesondere für Schwellenländeranleihen in Lokalwährung, globale High-Yield-Anleihen hält er für hoch, aber angemessen bewertet. Wie ist sein FondsPortfolio im Einzelnen strukturiert?

FondsPortfolio. Staatsanleihen. Favorisiert.

In der Asset Allokation des DPAM L Bonds Universalis Unconstrained stellen Staatsanleihen mit 24,8 Prozent des FondsVermögens die größte Einzelposition dar. Schuldpapiere von Finanzwerten machen 24,2 Prozent des FondsVolumens aus, Low Beta Unternehmensanleihen sind mit 21,5 Prozent im Portfolio gewichtet. Inflationsgeschützte Anleihen decken 20,5 Prozent der FondsBestände ab, High Beta Unternehmensanleihen repräsentieren 5,3 Prozent des Portfolios. Ein geringer Bestand an Wandelanleihen (1,7 Prozent) sowie ein Barguthaben von 4,5 Prozent runden die Aufteilung der Vermögenswerte des DPAM-Fonds ab.

Bei der Währungsallokation liegen in Euro ausgegebene Anleihen mit 54,1 Prozent des FondsVermögens klar auf dem ersten Platz. Rund ein Drittel, exakt 32,5 Prozent der im Portfolio befindlichen Wertpapiere ist in US-Dollar denominiert. Anleihen in Schwedischen Kronen (4,0 Prozent) sowie brasilianischen Real (3,0 Prozent) kommt eher der Charakter einer Beimischung zu. Dasselbe gilt für Bonds in südafrikanischen Rand (2,4 Prozent) bzw. kanadischen Dollar (2,0 Prozent). Anleihen in australischen Dollar decken 0,8 Prozent des FondsVermögens ab, Schuldpapiere in anderen Währungen komplettieren mit 1,2 Prozent das Portfolio. Mit Blick auf das Rating sind die Schwerpunkte im Portfolio des DPAM-Fonds klar verteilt: 88,7 Prozent der erworbenen Anleihen besitzen ein Investment-Grade-Rating, dem High-Yield-Sektor sind 7,6 Prozent der Bestände zuzurechnen. Anleihen ohne Rating (1,7 Prozent) runden die Bonitätsstruktur des „schrankenlosen“ Anleihenfonds ab.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

Der DPAM L Bonds Universalis Unconstrained wird in unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse dem Barclays Capital Bond Composite Global als Benchmark gegenübergestellt. Mit dem internationalen Index für Anleihen unterschiedlichster Couleur weist das DPAM-Produkt eine ausgeprägte Parallelität der Kursverläufe auf, die sich besonders im längerfristigen Zeithorizont manifestiert. Die Korrelation zwischen Fonds und Vergleichsindex liegt über drei Jahre bei 0,77, für ein Jahr geht sie auf 0,40 zurück. Damit verringert sich der Gleichlauf der Kursbewegungen, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,60, über ein Jahr ist sie mit 0,16 nur noch schwach ausgebildet. Mittelfristig haben sich 40 Prozent der Kursbewegungen des Fonds unabhängig vom Vergleichsindex vollzogen, kurzfristig sind es gar 84 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager De Coensel seine Unabhängigkeit von den weltweiten Anleihenmärkten zuletzt kräftig erhöht und von der Unbegrenztheit seines Anlageuniversums regen Gebrauch gemacht hat. Die Spurabweichung des DPAM-Fonds fällt mit 5,20 Prozent über drei Jahre moderat aus und belegt, dass der Belgier mit seinen Anleiheninvestments keine hohen aktiven Risiken eingeht. Welche Volatilitätswerte hat der Fonds aufzuweisen?

FondsRisiko. Schwankungen. Geringer.

Der DPAM L Bonds Universalis Unconstrained kann mit vergleichsweise niedrigen Kursschwankungen aufwarten: Über drei Jahre weist der globale Anleihenfonds eine Volatilität von 6,52 Prozent auf, auf Sicht von einem Jahr geht die Schwankungsbreite nochmals auf 3,69 Prozent zurück. Deutlich höher liegt die Volatilität des internationalen Barclays Capital Bond Composite Global Index, den die SJB als Benchmark ausgewählt hat. Dieser verzeichnet auf Dreijahressicht eine Schwankungsneigung von 8,70 Prozent, die sich über zwölf Monate auf 5,27 Prozent ermäßigt. Längerfristig schwankt der DPAM-Fonds damit rund 2,2, kurzfristig immer noch 1,5 Prozentpunkte geringer als der internationale Anleihen-Referenzmarkt – eine überzeugende Leistung mit Blick auf die Volatilitätsstruktur. Die durchweg niedrigeren Schwankungen bedeuten einen klaren Vorteil gegenüber dem Barclays-Vergleichsindex. Was kann die Beta-Analyse zur FondsBewertung beitragen?

Mit einem Wert von 0,60 über drei Jahre liegt die Risikokennzahl Beta deutlich unter dem Marktniveau von 1,00. Über ein Jahr geht die Kennziffer, die die Ausprägung der Wertschwankungen von Fonds und Index vergleicht, auf 0,31 zurück. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre ergibt, dass der aktiv gemanagte Fonds im Risikovergleich durchweg besser als der passive Referenzindex abschneidet: Die Kennziffer lag in allen der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte bis zutiefst 0,19 an. Selbst in dem mit einem Beta von 0,85 am stärksten ausgeprägten Intervall weist der Fonds noch eine um 15 Prozent geringere Schwankungsanfälligkeit aus. Mit Blick auf das Risikoprofil ist der „unbeschränkt“ agierende Anleihenfonds von DPAM der klare Sieger im Wettbewerb mit dem Barclays-Vergleichsindex - wie fallen die Renditezahlen des FondsProduktes aus?

FondsRendite. Alpha. Kurzfristig.

Per 26. Juni 2017 hat der DPAM L Bonds Universalis Unconstrained über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +14,45 Prozent in Euro erwirtschaftet, was einer Rendite von +4,60 Prozent p.a. entspricht. Diese Wertentwicklung wird von der ausgewählten Benchmark noch übertroffen: Für drei Jahre kommt der Barclays Capital Bond Composite Global Index auf einen Wertzuwachs von +28,22 Prozent auf Eurobasis, was einem jährlichen Plus von +8,63 Prozent gleichkommt. Beim Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung verbessert sich das Bild für den DPAM-Fonds, der nun einen Performancevorsprung gegenüber dem weltweiten Anleihenmarkt einfahren kann: Über ein Jahr hat das Investmentprodukt +2,93 Prozent in Euro an Wert gewonnen, der Barclays-Vergleichsindex verzeichnet mit -1,17 Prozent eine leicht negative Rendite. Trotzdem kann die kurzfristig erzielte Outperformance die längerfristig klar schwächere Wertentwicklung nicht kompensieren, weshalb der „ungezügelte“ Anleihenfonds aus dem Hause DegroofPetercam im Renditewettstreit nur auf dem zweiten Platz landet.

Dieser Umstand wird auch an dem negativen Alpha offenbar, das über drei Jahre bei -0,04 liegt. Auf Jahressicht kann sich die Kennzahl hingegen in den grünen Bereich vorarbeiten und einen Wert von 0,27 erreichen. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre zeigt sich, dass der globale Anleihenfonds von DPAM mehrheitlich ein Performanceplus zum gewählten Vergleichsindex aufweisen konnte. In 21 der untersuchten 36 Einjahresperioden verzeichnete der Fonds ein positives Alpha mit Werten bis 0,71 in der Spitze. Dem stehen 15 Einzelintervalle mit einem Alpha im negativen Bereich gegenüber, in denen die Renditekennzahl einen Wert von zutiefst -0,22 erreichte. Die Alpha-Analyse zeichnet damit ein insgesamt positives Bild für den universalen Anleihenfonds, der eine oftmals bessere Wertentwicklung mit einer generell moderaten Schwankungsneigung kombinieren kann. Die längerfristig erzielte Minderrendite ist jedoch dafür verantwortlich, dass die Information Ratio des FondsProduktes mit -0,72 auf Dreijahressicht den roten Bereich nicht verlassen kann.

SJB Fazit. DPAM L Bonds Universalis Unconstrained.

Ohne Beschränkungen mit Blick auf die Sektorengewichtung, die Art der Anleihen sowie die Währungsstruktur muss heute ein moderner Anleihenfonds agieren können, um an den vom Niedrigzinsumfeld gebeutelten Bondmärkten dauerhaft positive Renditen erzielen zu können. FondsManager Peter De Coensel macht innerhalb des DPAM L Bonds UniversalisUnconstrained von seinen unbegrenzten Freiheiten im Umfeld der weltweiten Anleihenmärkte erfolgreich Gebrauch und liefert Investoren attraktive Erträge bei einer prinzipiell unterdurchschnittlichen Schwankungsneigung.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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