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SJB FondsEcho. Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund.

| Quelle: Gerd Bennewirtz

Namensänderung. Vollzogen.

Seit einem knappen halben Jahr ist der Fidelity Asian Aggressive Fund Geschichte – im Juli 2017 wurde er in Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund umbenannt. Direkte Auswirkungen auf das Management oder Risikoprofil des Fonds hat diese Namensänderung nicht – zudem wird das Investmentprodukt weiterhin von Fidelity-Marktexperte Anthony Srom betreut.

Srom verfolgt einen fundamental orientierten Bottom-up-Ansatz, um so ein relativ konzentriertes „High Conviction“-Portfolio zusammenzustellen. Zwar ist Srom allen Investmentstilen gegenüber offen, doch meist basieren seine neu eingegangenen Positionen auf einem Contrarian-Ansatz oder werden unter Value-Gesichtspunkten getätigt. Asien-Experte Srom berichtet, dass sich die Aktienmärkte der asiatisch-pazifischen Region über die letzten Monate positiv entwickelt haben. Der wachsende Optimismus über ein global anziehendes Wirtschaftswachstum sowie verbesserte Unternehmensergebnisse und Gewinnerwartungen sorgten für eine freundliche Marktstimmung. Chinesische Aktien konnten zulegen, da die Regierung der Volksrepublik ihre Restrukturierungsmaßnahmen für staatseigene Betriebe (State Owned Enterprises, SOE) beschleunigte. Auch die in Hongkong notierten Wertpapiere verzeichneten überwiegend Kurssteigerungen, wobei besonders die in Macau ansässigen Glücksspiel- und Freizeit-Unternehmen von dem erwarteten Tourismusboom während der chinesischen „Golden Week“ profitierten. In Thailand wurden die Notierungen am Aktienmarkt durch rückläufige Befürchtungen politischer Unruhen gestärkt, nachdem die abgesetzte Premierministerin YingluckShinawatra noch vor dem gegen sie angesetzten Prozess das Land verlassen hat. Hinter dem breiten Markt zurück blieben hingegen australische Titel, wo ansteigende Renditen bei Staatsanleihen sich negativ auf dividendenstarke Aktien aus den Bereichen Telekommunikation und Versorger auswirkten.

Der nunmehr unter dem Namen Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund A EUR (WKN A0NFGE, ISIN LU0345361124) firmierende Aktienfonds für den gesamten asiatisch-pazifischen Raum (außer Japan) wurde am 18. Februar 2008 aufgelegt und verwendet als Benchmark den MSCI AC Asia Pacific ex Japan (N). Das FondsVolumen liegt aktuell bei 102 Millionen Euro, das Portfolio ist auf 28 Einzelpositionen konzentriert. Marktexperte Srom, der über eine elfjährige Investmenterfahrung im Hause Fidelity verfügt und seit Juni 2014 für das FondsProdukt verantwortlich ist, kann sich im Morningstar-Ranking über eine Bewertung von fünf Sternen freuen. Entsprechend positiv fallen die jüngsten Performanceergebnisse aus: Seit Jahresbeginn gelang es ihm, einen 1,5 Prozentpunkte oberhalb der MSCI-Benchmark liegenden Wertzuwachs von +19,1 Prozent auf Eurobasis zu erzielen. Auch langfristig überzeugt das Fidelity-Produkt für die asiatisch-pazifische Region: Seit Auflage generierte der Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund eine kumulierte Wertentwicklung von +90,2 Prozent in Euro, was einer jährlichen Performance von +6,8 Prozent p.a. entspricht. Wie sieht die so erfolgreiche Anlagestrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Contrarian-Ansatz. Praktiziert.

Der Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund strebt ein langfristiges Kapitalwachstum mit relativ niedrigen laufenden Erträgen an und investiert hierzu mindestens 70 Prozent des FondsVermögens in Aktien von Unternehmen, die ihren Hauptsitz in der asiatisch-pazifischen Region (außer Japan) haben oder dort einen wesentlichen Teil ihrer Geschäftstätigkeit ausüben. Auch in chinesische A- und B-Aktien darf FondsManager Anthony Srom investieren, der zudem kleinere asiatische Märkte wie Indonesien oder die Philippinen dem Portfolio beimischt. Marktstratege Srom setzt auf Fundamentalanalysen nach dem „Bottom-Up“-Prinzip und stellt sein FondsPortfolio sehr selektiv zusammen, wobei jeder gehaltene Titel einen spürbaren Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds leisten kann. Die relativ kleine Titelzahl von derzeit weniger als 30 Einzelpositionen bedeutet kein höheres Risiko, wie Srom betont: Denn um Risiken zu verringern, achtet er auf eine gute Diversifikation des Portfolios, bei dessen Aufbau Aktienkorrelationen ein wichtiges Kriterium bilden. Srom verfolgt einen weitgehend stilneutralen Ansatz mit einer gewissen Präferenz für „Contrarian“ und „Value“-Investments. Die Aktienselektion ist bei ihm von der fundamentalen Einschätzung und dem Bewertungsniveau eines Unternehmens geprägt, wobei auch das jeweilige Marktsentiment in die Entscheidung mit einbezogen wird. Der Anlagehorizont des Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund ist langfristig - FondsManagerSrom bezeichnet sich selbst als „geduldigen Anleger“ und weist bei den im Portfolio befindlichen Titeln eine durchschnittliche Haltedauer von über zwei Jahren auf. Wie hat er das FondsPortfolio im Einzelnen strukturiert?

FondsPortfolio. China. Führend.

In der Länderallokation des Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund liegt die Volksrepublik China mit 29,5 Prozent Anteil am FondsVermögen auf Platz eins. Als zweitgrößte geographische Position folgt Hongkong mit 14,7 Prozent, 12,3 Prozent der FondsBestände sind in Taiwan investiert. Auf Platz vier der Länderaufteilung liegt Indien mit 10,5 Prozent des FondsVolumens. Aktien aus Südkorea besitzen einen Portfolioanteil von 6,4 Prozent, Dividendentitel aus Australien sind mit 6,1 Prozent gewichtet. Aktienanlagen in Indonesien (5,5 Prozent) und Kanada (4,7 Prozent) runden das Länderportfolio des Fidelity-Produktes ab. Kleinere Bestände hält FondsManagerSrom zudem auf den Philippinen (1,6 Prozent) sowie in Neuseeland (0,9 Prozent).

Welche Sektorengewichtung nimmt der Aktienstratege vor? In der Branchenallokation liegen Titel aus dem Finanzwesen mit einem Anteil von 19,4 Prozent auf dem ersten Platz. Stark engagiert ist Srom auch im Bereich der Grundbedarfsgüter mit 19,3 Prozent des FondsVermögens; Aktien aus der Energiebranche sind mit 10,6 Prozent im Portfolio vertreten. Ebenfalls 10,6 Prozent des FondsVolumens decken Aktien der Informationstechnologie ab. Durchschnittlich stark ist die Gewichtung des Asien-Pazifik-Fonds in den Sektoren Verbrauchsgüter (9,8 Prozent), Roh- und Werkstoffe (7,9 Prozent) sowie bei Immobilienaktien (5,6 Prozent). Das Branchenengagement im Bereich der Versorger liegt bei 5,2 Prozent, Industrietitel repräsentieren 3,9 Prozent des FondsVolumens. Per Ende November verfügt der Fidelity-Fonds über vergleichsweise hohe liquide Mittel von 7,8 Prozent.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund dem MSCI AC Asia Pacific (ex Japan) EUR NETR als Benchmark gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit dem breit gestreuten Aktienindex für Titel aus dem asiatisch-pazifischen Raum zeigt eine ausgeprägte Übereinstimmung. Mit 0,88 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr fällt sie mit 0,56 geringer aus. Die Kursentwicklung von Fonds und Benchmark verläuft weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,78, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,32 an. Damit haben sich mittelfristig 22 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 68 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManagerSrom die Unabhängigkeit seiner Länder- und Sektorengewichtung zuletzt erhöhte und nach Maßgabe seiner Contrarian- und Value-Prinzipien eine stärker individuelle Aktienselektion vornahm. Der Tracking Error des Fidelity-Fonds liegt für drei Jahre bei moderaten 6,66 Prozent, womit das aktiv eingegangene Risiko als gering zu veranschlagen ist. Mit welcher Schwankungsintensität kann der Asien-Pazifik-Fonds aufwarten?

FondsRisiko. Volatilität. Gedämpft.

Der Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund hat mit 15,31 Prozent für den letzten Dreijahreszeitraum eine geringere Schwankungsbreite als der Referenzindex aufzuweisen, der es auf eine Volatilität von 16,02 Prozent bringt. Über ein Jahr kehren sich die Verhältnisse um; jetzt liegen die Schwankungen des aktiv gemanagten Aktienfonds über denjenigen der passiven Benchmark. Die „Vola“ des Fidelity-Fonds beträgt 8,31 Prozent, während der MSCI AC Asia Pacific (ex Japan) EUR NETR eine Volatilität von 7,05 Prozent an den Tag legt. Die längerfristig geringere Schwankungsneigung des Fidelity-Fonds macht das Asien-Pazifik-Produkt zum Gesamtsieger in der Kategorie „Risikoprofil“; nur kurzfristig verhält sich das Investmentprodukt volatiler als der breite Markt. Welche Ergebnisse kann die Analyse der Beta-Werte zur FondsBewertung beisteuern?

Das Beta des Fidelity-Fonds liegt für den Dreijahreszeitraum bei 0,87 und damit klar unter dem marktneutralen Wert von 1,00 – ein erfreuliches Ergebnis aus FondsPerspektive. Über ein Jahr geht die Risikokennzahl weiter auf 0,72 zurück und präsentiert sich damit nochmals attraktiver. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über die letzte Dreijahresperiode zeigt, dass der Asien-Pazifik-Fonds durchweg geringeren Wertschwankungen als der Gesamtmarkt der Region ausgesetzt war: Die Risikokennziffer rangiert in allen der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nimmt dabei Werte zwischen zutiefst 0,69 und 0,99 in der Spitze an. Das Risikomanagement von FondsManagerSrom ist damit als sehr erfolgreich zu klassifizieren: Dem Marktstrategen gelang es in allen untersuchten Zeiträumen, ein Aktienportfolio mit niedrigeren Kursschwankungen als die MSCI-Benchmark zusammenzustellen. Lässt sich ein ähnlich positives Urteil über die Renditeergebnisse fällen?

FondsRendite. Alpha. Positiv.

Per 19. Dezember 2017 hat der Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +55,95 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +15,95 Prozent p.a. entspricht. Dies ist eine weit bessere Wertentwicklung als beim MSCI AC Asia Pacific (ex Japan) EUR NETR: Die SJB-Benchmark wartet über drei Jahre mit einer Gesamtrendite von +36,37 Prozent auf Eurobasis auf, die einem jährlichen Ergebnis von +10,88 Prozent gleichkommt. Beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung liegt das Fidelity-Produkt erneut auf dem ersten Platz, wenngleich sich der Renditevorsprung gegenüber dem Referenzindex etwas verringert: Mit einer Jahresrendite von +21,55 Prozent in Euro fällt die Performance des Asien-Pazifik-Fonds weiter über drei Prozentpunkte höher als die des MSCI-Vergleichsindex von +18,45 Prozent aus. Insgesamt ist das Performanceergebnis von FondsManagerSrom als sehr positiv zu klassifizieren: Die in beiden Zeithorizonten erzielte attraktive Mehrrendite gegenüber der MSCI-Benchmark beweist, dass der Aktienexperte mit seiner Titelselektion überwiegend richtig liegt.

In der Konsequenz befindet sich das Alpha des aktiv gemanagten Fidelity-Fonds über drei Jahre mit 0,49 klar im grünen Bereich. Nochmals verbessert präsentiert sich die Kennzahl auf Jahressicht mit 0,62. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre wird deutlich, dass das asiatisch-pazifische FondsProdukt überwiegend erfolgreicher als die Benchmark agierte. In 28 der untersuchten 36 Perioden gab es ein positives Alpha bis 1,56 in der Spitze zu verzeichnen. Dem stehen lediglich acht Perioden mit negativen Alpha-Werten gegenüber, in denen die Risikokennzahl einen Wert von zutiefst -0,62 erreichte. Die über weite Strecken vorherrschende Outperformance zum MSCI-Vergleichsindex sorgt in Kombination mit der niedrigen Schwankungsanfälligkeit des FondsPortfolios für eine ausgezeichnete Risikostruktur des Fidelity Asia Pacific Opportunities: Die über drei Jahre klar positive Information Ratio des Investmentproduktes von 0,69 beweist abschließend, dass die vom FondsManagement eingegangenen Risiken mit den erzielten Renditen in einem sehr guten Verhältnis stehen.

SJB Fazit. Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund.

Die Investmentgelegenheiten, die in der stark wachsenden asiatisch-pazifischen Region zu finden sind, macht Fidelity-Aktienstratege Anthony Srom dem FondsAnleger durch seine erfolgreiche Stockpicking-Strategie zugänglich. Mit seinem ausgewiesenen Value-Ansatz sowie der Fokussierung auf nach Contrarian-Prinzipien ausgewählte Titel erzielt der Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund mehrheitlich eine bessere Wertentwicklung als der Gesamtmarkt – und dies bei oft geringeren Schwankungen. Eine ausgezeichnete Depotbeimischung, um sich mit einem Schlag die Renditechancen von Aktien aus China, Indien oder Australien zu sichern!

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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