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SJB FondsEcho. Invesco Euro Equity Fund. 

| Quelle: Gerd Bennewirtz

Europa. Aufstrebend.

Die Erholungsbewegung in der Wirtschaft der Eurozone und damit auch der Aufwärtstrend an den europäischen Aktienmärkten hat in der ersten Jahreshälfte an Schwung gewonnen. Von politischer Seite, aber auch mit Blick auf die Konjunkturdaten gab es Unterstützung auf breiter Front. So reagierten die Märkte positiv auf den Sieg des proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen. Außerdem wurden europäische Aktien durch Hinweise auf eine kräftigere Wachstumserholung gestützt: Im ersten Quartal 2017 verzeichnete das reale Bruttoinlandsprodukt der Eurozone einen Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Auch die anderen Wirtschaftsdaten in Europa konnten überzeugen: Die Arbeitslosenrate in der Eurozone sank auf 9,3 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit über acht Jahren, zugleich entwickelten sich das Konsum- und Geschäftsklima positiv. Der anhaltende Aufwärtstrend der Wachstumsindikatoren wurde durch einen weiter geringen Inflationsdruck abgerundet: Die EU-Inflationsrate lag im Juni bei 1,3 Prozent. Die zunehmend auf breiterer Basis stehende Erholungsbewegung in Europa hat dazu geführt, dass das Ertragswachstum europäischer Unternehmen mittlerweile dasjenige der US-Konzerne übertrifft. Während Analysten für die im S&P 500 versammelten Firmen ein Ertragswachstum von durchschnittlich 10 Prozent erwarten, wachsen die Erträge der Unternehmen im MSCI Europe mit 14,5 Prozent deutlich schneller. Trotzdem sind viele internationale Investoren in europäischen Aktien gegenüber US-Titeln weiter untergewichtet – eine Diskrepanz, die Chancen für ein erfolgreiches Investment am europäischen Aktienmarkt schafft. Auch FondsManager Jeffrey Taylor, der gemeinsam mit Oliver Collin den Invesco Euro Equity Fund verwaltet, sieht gute Argumente dafür, gerade jetzt in europäische Aktien einzusteigen. So sei die Bewertung europäischer Werte im Vergleich zu US-Titeln außergewöhnlich günstig: Das Preis/Buch-Verhältnis europäischer Aktien liege aktuell nur bei dem 0,6-fachen von US-Werten – noch tiefer hatte es zuletzt im Jahre 1976 gelegen.

Von dem attraktiven Bewertungsniveau europäischer Aktien will der InvescoEuro Equity Fund A EUR Acc (WKN A140H6, ISIN LU1240328812) langfristig profitieren, der ein aktives Engagement in Aktien aus der Eurozone verfolgt. In seiner heutigen Form ist der Fonds am 2. Oktober 2015 durch die Verschmelzung mit dem in Frankreich domizilierten „Invesco Actions Euro“ entstanden, die gemeinsame Kurshistorie reicht bis zum 6. Dezember 1996 zurück. Der Invesco Euro Equity verfolgt eine langfristig ausgerichtete, an Bewertungsmaßstäben orientierte Stockpicking-Strategie und verfügt aktuell über ein FondsVolumen von 1,29 Milliarden Euro. Als Referenzindex wird der MSCI EMU Index NR (EUR) verwendet, das Portfolio umfasst klassischerweise zwischen 55 und 60 Positionen. Der Blick auf die Performancehistorie beweist, dass der Fonds seine fünf Sterne im Morningstar-Rating nicht zu Unrecht erhalten hat: Über die letzten fünf Jahre konnte das Invesco-Produkt eine kumulierte Wertentwicklung von +133,30 Prozent in Euro verzeichnen und damit seine Benchmark weit hinter sich lassen, die es auf eine Gesamtrendite von +85,55 Prozent brachte. Diese Performanceleistung hievt den Invesco Euro Equity Fund auf den ersten Platz der Morningstar-Rangliste „Aktien Euroland Standardwerte“ – wie sieht die so erfolgreiche FondsStrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Bewertung. Fokussiert.

Der InvescoEuro Equity Fund investiert in Aktienaus der Eurozone und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wertentwicklung des MSCI EMU Index NR (EUR) auf lange Sicht zu übertreffen. Das FondsManagerteam kann Unternehmen jeglicher Marktkapitalisierung erwerben, maximal zehn Prozent des FondsVermögens werden in Aktien von Kleinunternehmen investiert. Die FondsStrategie von Jeffrey Taylor und Oliver Collin basiert in erster Linie auf Fundamental- und Bewertungsanalysen, die mit einer genauen Beobachtung des makroökonomischen Umfelds verbunden werden. Lead FondsManager Jeffrey Taylor, der seit Oktober 2015 für den Invesco Euro Equity in der Verantwortung steht und zugleich als „Head of the European Equities Team“ imbritischen Henley-on-Thames agiert, verfolgt dieselbe flexible, fundamentale Strategie, auf der bereits die beeindruckende Erfolgsbilanz des französischen Originalfonds basierte. Ziel ist es, ausgewählte Aktien unterhalb ihres Substanzwertes zu erwerben, da in der Bewertung der Schlüssel zu künftigen Erträgen gesehen wird. Damit der Fonds in jederMarktlageChancenunbegrenztnutzen kann, besitzt er keine starren Vorgaben und ist in der Länder- und Sektorengewichtung nicht durch seine Benchmark eingeschränkt. Letztlich zielt der Investmentansatz darauf ab, bei deutlich geringerem Risiko als am Gesamtmarkt das langfristige Potenzial von Euroland-Aktien auszuschöpfen und die besten Anlagemöglichkeiten in der Eurozone zu identifizieren. Im laufenden Investmentprozess werden Top-down und Bottom-up-Analysen mit fundamentalem Research kombiniert: Grundlage für die Titelbewertung und -auswahl ist ein tiefes Verständnis der jeweiligen Produkte, Kunden und Märkte, weshalb das Investmentteam die Firmen regelmäßig besucht und bewertet. Nach Einschätzung von FondsManager Taylor besitzt der Fonds das Potenzial, um langfristig sowohl in Bullen- als auch in Bärenmärkten überdurchschnittlich abzuschneiden. Zur Jahresmitte waren Finanzwerte der größte übergewichtete Sektor, während zyklische Konsumgüterwerte im Vergleich zum MSCI EMU Index am stärksten untergewichtet waren. Wie ist das aktuelle FondsPortfolio im Einzelnen zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Frankreich. Favorisiert.

In der Länderallokation des Invesco Euro Equity Fundliegt Frankreich mit 30,5 Prozent Anteil am FondsVermögen auf Platz eins. Deutlich dahinter ist Deutschland platziert, wo 13,4 Prozent der FondsBestände investiert sind. Auf dem dritten Platz der Länderaufteilung befindet sich Spanien mit 12,2 Prozent des Volumens. Aktien aus Italien besitzen einen Portfolioanteil von 9,6 Prozent, Dividendentitel aus den Niederlanden sind mit 7,7 Prozent gewichtet. Finnische Aktien machen 6,5 Prozent des FondsVolumens aus, Investments in Österreich und der Schweiz runden das Länderportfolio des Invesco-Produktes ab. Per Ende Mai 2017 verfügt der Fonds über eine Liquidität von 1,8 Prozent. Welche Sektorenschwerpunkte setzt das FondsManagement?

Im Portfolio des Invesco-Fonds liegen Finanzinstitute auf dem ersten Platz, die 27,6 Prozent des FondsVermögens ausmachen. Unter den Top 10 wird der Bereich durch die Aktien der ING sowie der Caixa Bank vertreten. 17,1 Prozent Anteil an der Gesamtallokation weisen Industrietitel auf, die innerhalb des Fonds durch die deutsche Siemens-Aktie repräsentiert werden. Die drittgrößte Branche des FondsPortfolios stellen Energieunternehmen mit 12,3 Prozent dar. Der Telekommunikationssektor nimmt 11,7 Prozent des FondsVermögens ein, der Konsumgüterbereich ist mit 7,8 Prozent gewichtet. Etwas schwächer ist der Invesco-Fonds bei Werkstoffen (6,8 Prozent) sowie im Gesundheitswesen (6,0 Prozent) engagiert. Abgerundet wird das Portfolio durch Positionen im Bereich der Basiskonsumgüter sowie einen 4,4-prozentigen Bestand in sonstigen Sektoren.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse haben wir den Invesco Euro Equity Funddem MSCI Europe ex UK All Cap Index EUR NETR gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit der Benchmark für den europäischen Aktienmarkt (ohne Großbritannien) zeigt, dass beide Elemente einen hohen Gleichlauf aufweisen. Die Korrelation zwischen Fonds und Vergleichsindex liegt über drei Jahre bei 0,93, für ein Jahr ist sie mit 0,78 etwas schwächer ausgeprägt. Die Kursentwicklung von Invesco-Fonds und Referenzindex vollzieht sich damit weitgehend parallel, wie auch die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,86, über ein Jahr erreicht sie einen Wert von 0,60. Damit haben sich mittelfristig 14 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 40 Prozent. Hier zeigt sich, dass das FondsManagerduo Taylor/Collin zuletzt stärker von der SJB-Benchmark abgewichen ist und im Rahmen seiner individuellen Titelselektion von dem flexiblen Anlagestil Gebrauch gemacht hat. Der Tracking Error liegt über drei Jahre bei moderaten 6,94 Prozent und geht auf Jahressicht auf 5,44 Prozent zurück – hohe aktive Risiken werden demnach im Invesco-Fonds keine eingegangen. Welche Schwankungen hat der Europa-Fonds zu verzeichnen?

FondsRisiko. Volatilität. Gesteigert.

Der InvescoEuro Equity Fundweist über drei Jahre eine Volatilität von 17,23 Prozent auf, die sich oberhalb der Schwankungsintensität der SJB-Benchmark befindet: Der MSCI Europe ex UK All Cap Index EUR NETR besitzt für diesen Zeitraum eine „Vola“ von 14,45 Prozent. Im kurzfristigen Zeithorizont erhöht sich der Volatilitätsvorsprung auf Seiten des aktiv gemanagten FondsProduktes aus dem Hause Invesco: Mit 11,87 Prozent ist die durchschnittliche Schwankungsneigung rund fünf Prozentpunkte höher als diejenige des passiven Vergleichsindex von 6,76 Prozent. Insgesamt weist der europäische Aktienfonds in beiden Zeithorizonten einehöhereSchwankungsneigungals der Gesamtmarkt auf – die nachBewertungskriterienausgewähltenEinzeltitelbesitzensomiteinehöhereVolatilitätals die MSCI-Benchmark. Wieschlägtsich dies in den Beta-Werten des Fondsnieder?

Der auf die Eurozone fokussierte Invesco-Fonds wartet mit einem über Marktniveau liegenden Beta von 1,14 über drei Jahre auf. Die Risikokennziffer, die die Schwankungsanfälligkeit der Renditen von Fonds und Index vergleicht, erreicht für ein Jahr einen noch höheren Wert von 1,49. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über die letzten drei Jahre kommt zu dem Ergebnis, dass der Fonds generell schwankungsfreudiger als die SJB-Benchmark ist: In allen der untersuchten 36 Einzelzeiträume lag die Risikokennziffer über dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte zwischen 1,05 im Tief und 1,49 in der Spitze an. Die durchweg stärkere Schwankungsintensität des Invesco-Fonds im Vergleich zum kontinentaleuropäischen Aktienmarkt bedingt ein erhöhtes Risikoprofil – können die Renditezahlen dies wettmachen?

FondsRendite. Alpha. Positiv.

Per 17. Juli 2017 hat der Invesco Euro Equity Fundüber drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +34,62 Prozent in Euro erwirtschaften können. Eine attraktive Performance, die einer Rendite von +10,41 Prozent p.a. entspricht. Die Wertentwicklung des FondsProduktes stellt sich damit klar besser dar als diejenige des SJB-Vergleichsindex, der im Dreijahreshorizont eine Performance von +29,81 Prozent in Euro verzeichnet. Der MSCI Europe ex UK All Cap Index kommt auf eine Jahresrendite von +9,08 Prozent auf Eurobasis. Auch kurzfristig liegt der Invesco-Fonds mit seiner Wertentwicklung vorn: Über ein Jahr hat das vom FondsManagerteam Taylor/Collin zusammengestellte Aktienportfolio +28,27 Prozent an Wert gewonnen, während der MSCI-Referenzindex lediglich ein Plus von +20,94 Prozent generierte. Da der Invesco Euro Equity in beiden untersuchten Zeiträumen einen überzeugenden Renditevorsprung zur Benchmark erzielt, geht er als klarer Sieger aus dem Performancevergleich hervor.

Die Mehrrendite des Fonds manifestiert sich in einem positiven Alpha-Wert, der über drei Jahre 0,03 erreicht. Auf Jahressicht rutscht die Renditekennziffer hingegen ins Minus und verzeichnet einen Wert von -0,25. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich des Alpha über drei Jahre zeigt sich, dass der Invesco-Fonds in rund der Hälfte der Fälle ein Performanceplus zum MSCI Europe ex UK All Cap Index erwirtschaften konnte. In 17 der letzten 36 untersuchten Einjahreszeiträume verzeichnete der Fonds ein positives Alpha bis 0,37 in der Spitze, in 19 Einzelperioden wurden negativen Alpha-Werte von zutiefst -0,70 generiert. Insgesamt ist das Rendite-Risiko-Profil des Invesco-Fonds als ausgewogen zu bezeichnen: Die regelmäßig erzielte Outperformance zum Gesamtmarkt steht einer etwas höheren Schwankungsanfälligkeit gegenüber. Dass eingegangene Risiken und erzielte Renditen in einem guten Verhältnis zueinander stehen, beweist abschließend die über drei Jahre erzielte positive Information Ration von 0,22.

SJB Fazit. Invesco Euro Equity Fund.

Das bessere gesamtwirtschaftliche Umfeld hat auch die Profitabilität der europäischen Unternehmen erhöht, die sich nach Bewertungsaspekten längst attraktiver als US-Titel darstellen. Das richtige Marktumfeld für den flexiblen Anlagestil des Invesco Euro Equity Fund, der unabhängig von Ländern und Sektoren darauf abzielt, ausgewählte Aktien unterhalb ihres Substanzwertes zu erwerben. FondsManager Jeffrey Taylor hat eindrucksvoll bewiesen, dass er den Referenzmarkt dauerhaft übertreffen kann – nicht umsonst steht der Fonds in der Morningstar-Rangliste ganz oben. Ein langfristig attraktives Basisinvestment für den aufstrebenden EU-Aktienmarkt!

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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