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SJB FondsEcho. Magna MENA Fund.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 16 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Arabien. Fokussiert.

Seit Anfang März ist es nicht mehr möglich, uneingeschränkt in den bei Investoren sehr beliebten Magna New Frontiers Fund zu investieren. Der von Stefan Böttcher verwaltete Grenzmarkt-Fonds unterliegt einem Soft-Close, nachdem das FondsVolumen von 500 Millionen Euro überschritten wurde.

FondsInvestoren mit einer Vorliebe für kleinere und noch unentdeckte Märkte suchen nun nach Alternativen, um weiter Investments im Frontier-Markets-Bereich tätigen zu können. Hier lohnt sich ein Blick auf den von Marktexperte Stefan Böttcher gemanagten Magna MENA Fund, der ebenfalls im Grenzmarkt-Bereich unterwegs ist, jedoch einen engeren geographischen Fokus auf die Staaten der arabischen Halbinsel sowie Nordafrika besitzt. Auf die sogenannte MENA-Region (Middle East and North Africa) richtet sich spätestens die Aufmerksamkeit, seitdem Saudi-Arabien weitgehende wirtschaftliche Reformen und die teilweise Privatisierung von Staatsunternehmen beschlossen hat. Der saudische Aktienmarkt ist bereits jetzt der mit Abstand größte und liquideste Frontier-Aktienmarkt, so dass die Aufhebung der Beschränkungen für ausländische Investoren die Hoffnung auf eine baldige Aufnahme in den MSCI Emerging Markets-Index auslöste. Große Erwartungen setzen Investoren in den geplanten Börsengang des saudischen Ölkonzerns Aramco, die größte Erdölfördergesellschaft der Welt. Doch auch in den Wirtschaftsbereichen außerhalb der Ölproduktion gibt es gute Investmentgelegenheiten, so beispielsweise im Finanz- und Pharmasektor. FondsManager Stefan Böttcher ist überzeugt, dass die immensen Veränderungen, die derzeit in Saudi-Arabien passieren, einen optimistischen Marktausblick für 2018 rechtfertigen. Auch für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist der Frontier-Markets-Spezialist positiv gestimmt: Hier sieht Böttcher „äußerst günstige Bewertungen in einem sehr positiven Konjunkturumfeld“.

Der Magna MENA Fund R EUR (WKN A1CZJF, ISIN IE00B3NMJY03) wurde am 22. Februar 2011 aufgelegt und besitzt derzeit ein FondsVolumen von 35,6 Millionen Euro. Als Benchmark wird der S&P Pan Arab Composite Index verwendet, das Portfolio ist mit 38 Einzeltiteln recht konzentriert. FondsManager Stefan Böttcher, der bereits seit 17 Jahren für Charlemagne Capital tätig ist, verfolgt einen Stockpicking-Ansatz und ist bei seinem aktiven Portfoliomanagement nicht an Unternehmen mit einer bestimmten Marktkapitalisierung gebunden. Im Mittleren Osten und Nordafrika selektiert Böttcher die aussichtsreichsten Aktien, wobei der geographische Fokus derzeit auf Saudi-Arabien liegt. Durch die fortgesetzten Reformbestrebungen und eingeleiteten Anti-Korruptionsmaßnahmen erwartet Böttcher hier das größte Kurssteigerungspotenzial. Seine erfolgreiche Aktienselektion spiegelt sich in den weit überdurchschnittlichen Performanceergebnissen des Fonds wider: Im Gesamtjahr 2017 gelang es dem Magna-Fonds, mit seiner Wertentwicklung von +17,84 Prozent in Euro den S&P-Vergleichsindex um mehr als zwanzig Prozentpunkte zu übertreffen, der eine Performance von -6,32 Prozent verzeichnete. Auch über den letzten Fünfjahreszeitraum liegt Marktstratege Böttcher deutlich vorn: Einer Wertentwicklung seines Investmentprodukts von +28,25 Prozent auf Eurobasis steht eine Performance von lediglich +6,37 Prozent beim Referenzindex gegenüber. Wie sieht die so erfolgreiche Anlagestrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Bottom-up-Ansatz. Angewendet.

Der Magna MENA Fund strebt ein langfristiges Kapitalwachstum durch Investitionen in ein diversifiziertes Portfolio von Aktien aus dem Mittleren Osten und Nordafrika an. Die Unternehmen sollten in der Regel in der MENA-Region domiziliert sein, es können jedoch auch Wertpapiere von Firmen aufgenommen werden, die ihre Geschäfte vorwiegend in der MENA-Region betreiben. FondsManager Stefan Böttcher investiert vorzugsweise in attraktiv bewertete Qualitäts-Unternehmen, die mit starkem Management und nachhaltigen Wachstumsaussichten überzeugen. Böttchers Investment-Ansatz folgt einer auf eigenem Research basierenden Einzeltitelauswahl nach Bottom-up-Kriterien, wobei besonders nach vom Markt weniger gut verstandenen Opportunitäten gesucht wird. Regelmäßige Treffen mit dem Management sind für den Anlageprozess des Magna-Fonds unverzichtbar. Böttchers erklärtes Ziel ist, Unternehmen zu finden, die langfristig eine attraktive Anlagemöglichkeit bieten. Das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Wachstums und die bewiesene Orientierung am Wohl der Anteilseigner stehen für ihn dabei im Mittelpunkt. Ein rigoroser Risikomanagementprozess rundet die Auswahl der Einzeltitel ab. Der Grad der Überzeugung von einem Unternehmen spiegelt sich in der PortfolioKonstruktion wider, wo derzeit saudische Firmen klar übergewichtet sind. Wie setzt sich das FondsPortfolio im Einzelnen zusammen?

FondsPortfolio. Finanzwerte. Favorisiert.

In der Länderallokation des Magna MENA Fund liegt Saudi-Arabien mit 50,7 Prozent Portfolioanteil vorn – mehr als die Hälfte des FondsVermögens sind hier investiert. Deutlich dahinter folgen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wo 19,8 Prozent des FondsVolumens angelegt sind. Den dritten Platz in der Ländergewichtung belegt Ägypten mit 11,0 Prozent der FondsBestände. Kuwait bringt es auf einen Anteil von 6,4 Prozent am FondsVolumen, eine kleinere Position in Katar (0,8 Prozent) rundet die geographische Zusammensetzung des Fonds ab. Sonstige Frontier Markets repräsentieren 9,4 Prozent des FondsPortfolios. Die Cash-Quote liegt per Ende Januar ebenfalls bei 9,4 Prozent.

Bei der Branchengewichtung des Magna-Fonds liegt der Schwerpunkt auf Finanztiteln, die 30,4 Prozent der FondsBestände ausmachen. Aktien aus dem Sektor der Nicht-Basiskonsumgüter nehmen mit 22,5 Prozent den zweiten Platz in der Branchenallokation ein. Etwas geringer sind Firmen aus dem Gesundheitssektor vertreten, die einen Anteil von 16,1 Prozent am FondsVermögen besitzen. Durchschnittlich stark fällt die Gewichtung von Unternehmen aus dem Basiskonsumgütersektor (11,6 Prozent) sowie von Industriewerten (8,6 Prozent) aus. Abgerundet wird das Portfolio durch Immobilienunternehmen (6,4 Prozent) sowie Grundstoff-Produzenten (1,0 Prozent). Größte Einzelposition des MENA-Fonds ist die Aktie von Al RajhiTakaful, einem Versicherungsunternehmen aus Saudi-Arabien, gefolgt von dem Immobilienentwickler Emaar Development aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), der mit einer Dividendenrendite von 9,2% für 2018 und einem KGV von 6 überzeugt. Wie FondsManager Böttcher berichtet, leistete zuletzt das in den VAE beheimatete Pharma-Unternehmen NMC Healthcare den wichtigsten Beitrag zur positiven Wertentwicklung des Fonds. Hier ist der Frontier-Market-Experte der Meinung, dass auf dem gegenwärtigen Bewertungsniveau nach wie vor ein beträchtliches Aufwärtspotential besteht.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Moderat.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse wird der Magna MENA Fund dem MSCI Frontier Markets EUR NETR als Benchmark gegenübergestellt. Mit dem global diversifizierten Grenzmärkte-Index liegt die Korrelation bei 0,48 für drei Jahre, über ein Jahr ist sie mit 0,41 etwas schwächer ausgeprägt. Die Kursbewegungen von Fonds und SJB-Referenzindex befinden sich damit in einem durchschnittlich stark ausgeprägten Gleichlauf, was sich durch die Fokussierung des Magna-Fonds auf den arabischen Raum erklärt. Eine moderate Parallelität bei der Kursentwicklung wird auch durch den Blick auf die Kennzahl belegt. Diese liegt für drei Jahre bei 0,23, über ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,17 an. Damit haben sich mittelfristig 77 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 83 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Böttcher mit seiner Stockpicking-Strategie zuletzt stärker von der Benchmark abgewichen ist und von seinem Recht zur individuellen Länder- und Sektorengewichtung Gebrauch gemacht hat. Der Tracking Error des Fonds liegt über drei Jahre bei hohen 15,05 Prozent, auf Jahressicht geht die Spurabweichung auf 9,60 Prozent zurück. Welche Schwankungswerte hat der MENA-Fonds aufzuweisen?

FondsRisiko. Beta. Gedämpft.

Der Magna MENA Fund verzeichnet über drei Jahre eine Volatilität von 16,37 Prozent, die noch oberhalb der 12,27 Prozent liegt, die der MSCI Frontier Markets EUR NETR als Benchmark aufzuweisen hat. Über ein Jahr wandelt sich das Szenario: Jetzt fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds niedriger als diejenige der MSCI-Benchmark aus. Über zwölf Monate beträgt die „Vola“ des Fonds 8,29 Prozent, während der globale Grenzmärkteindex eine mittlere Schwankungsbreite von 9,83 Prozent aufweist. Damit besitzt der von Stefan Böttcher gemanagte Fonds zumindest kurzfristig die geringere Volatilität als sein Vergleichsindex – längerfristig stellt sich die Risikostruktur ungünstiger dar. Was kann die Beta-Analyse zur FondsBewertung beitragen?

Die Risikokennziffer Beta nimmt über drei Jahre einen Wert von 0,66 an und liegt damit deutlich unterhalb des marktneutralen Niveaus von 1,00. Auch über ein Jahr macht der Magna-Fonds die Kursschwankungen der weltweiten Frontier Markets nur unterdurchschnittlich mit und verzeichnet ein Beta von 0,38. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre bestätigt diese erfreulich geringe Sensitivität gegenüber den Marktbewegungen: In 27 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume wies der Fonds geringere Wertschwankungen als der MSCI-Referenzindex auf und verzeichnete dabei Beta-Werte bis 0,34 im Tief. Lediglich in neun der untersuchten Einjahresperioden befand sich das FondsBeta über dem Marktrisikofixwert von 1,00 und erreichte ein Maximum von 1,60. Damit geht der Magna-Fonds mehrheitlich ein geringeres Risiko als die Benchmark ein und besitzt im Vergleich zur Gesamtheit der Frontier-Märkte die attraktivere Risikostruktur. Welche Renditen kann FondsManager Böttcher auf dieser Basis erzielen?

FondsRendite. Alpha. Generiert.

Per 6. März 2018 hat der Magna MENA Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +26,55 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +8,16 Prozent p.a. entspricht. Eine sehr attraktive Wertentwicklung für das auf die arabische Halbinsel und Nordafrika spezialisierte FondsProdukt, wie der hohe Renditevorsprung gegenüber dem MSCI Frontier Markets EUR NETR beweist. Der weltweit investierende Grenzmärkteindex verzeichnet über drei Jahre eine leicht negative Euro-Gesamtrendite von -0,20 Prozent bzw. ein jährliches Renditeergebnis von -0,07 Prozent. Beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung kann FondsManager Böttcher erneut eine Mehrrendite generieren: Mit einer Wertentwicklung von +8,87 Prozent stellt sich die Performance des Magna-Fonds über drei Prozentpunkte besser als diejenige der Benchmark dar (MSCI Frontier Markets: +5,45 Prozent). Die Quintessenz des Performancevergleichs: der Magna MENA Fund erzielt in beiden Untersuchungszeiträumen die bessere Renditeleistung, womit der aktiv gemanagte Fonds klarer Sieger im Vergleich mit dem passiven Referenzindex ist.

Der positive Gesamteindruck wird durch die Ergebnisse der Alpha-Analyse bestätigt. Über drei Jahre liegt die Renditekennziffer bei 0,73 und damit deutlich über Marktniveau, auf Jahressicht fällt die Kennzahl mit 0,56 ähnlich überzeugend aus. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre zeigt, dass die Phasen der Mehrrendite klar in der Überzahl sind: In 30 der letzten 36 Einzelperioden konnte der Magna-Fonds ein positives Alpha bis 2,47 in der Spitze generieren. Nur in sechs Zeitintervallen verzeichnete das Investmentprodukt vergleichsweise schwächere Jahresrenditen und erwirtschaftete Alpha-Werte von zutiefst -0,74. Insgesamt kann FondsManager Böttcher mit seinem auf den arabischen Raum fokussierten Portfolio eine nachhaltige Outperformance zum Frontier-Markets-Bereich erzielen, der Renditevorsprung überzeugt auch in absoluter Höhe. Dass die eingegangenen Risiken in einem guten Verhältnis zum generierten Performanceplus stehen, beweist abschließend die Information Ratio des Fonds: Mit 0,55 über den letzten Dreijahreszeitraum befindet sie sich klar im grünen Bereich.

SJB Fazit.Magna MENA Fund.

In Saudi-Arabien liegt der Fokus aktuell auf wirtschaftlichen Reformen, die gemeinsam mit den Spekulationen um eine Aufnahme des Landes in den MSCI Emerging Markets Index sowie dem geplanten Börsengang von Saudi Aramco für beträchtliche Kursfantasie sorgen. FondsManager Stefan Böttcher hat bereits mit seinem Magna New Frontiers Fund eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die sich nun mit dem Magna MENA Fund fortsetzen könnte. Investoren, die vom weiteren Wachstumspotenzial der Grenzmärkte im Nahen Osten und Nordafrika überzeugt sind, sollten den mit seinem Stockpicking-Ansatz langfristig erfolgreichen Fonds als Beimischung ins Depot aufnehmen!

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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