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SJB FondsEcho. nova Steady HealthCare.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 16 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Gesundheitssektor. Fokussiert.

Im April konnte der nova SteadyHealthCare erfolgreich sein dreijähriges Bestehen feiern: Der auf den Gesundheitssektor spezialisierte Fonds, der keine Biotechaktien ins Portfolio aufnimmt und auch Pharmatitel weitgehend meidet, kann sich seit Bestehen über eine klar bessere Wertentwicklung als der Sektorindex MSCI World HealthCare freuen: Aktuell summiert sich die Mehrrendite seit Auflage auf mehr als zwölf Prozentpunkte.

Dr. Andreas Bischof, Gründer und Geschäftsführer der in München ansässigen, ganz auf den HealthCare-Sektor fokussierten FondsBoutique nova Funds, ist stolz, dass der Fonds einen so positiven 3-Jahres-Rückblick aufweist. Dr. Bischof fühlt sich in seiner Strategie bestätigt, auf die vergleichsweise defensiven, weniger konjunkturabhängigen HealthCare-Unternehmen zu setzen und so, kaum beeinflusst von konjunkturellen Auf- und Abschwüngen, vom langfristigen Wachstum der globalen Gesundheitsindustrie zu profitieren: „Die selektive Auswahl von aus unserer Sicht vernachlässigten Unternehmen aus tendenziell weniger beachteten Subindustrien der weltweiten Gesundheitsbranche hat sich bewährt.“ Insgesamt stelle das HealthCare-Segment einen besonders attraktiven Investmentbereich dar, ist der promovierte Molekularbiologe überzeugt, weshalb sich der börsennotierte Gesundheitssektor besser entwickeln dürfte als der Aktienmarkt insgesamt. Gründe für diese Einschätzung gibt es genug, denn das kontinuierliche Wachstum des HealthCare-Bereiches wird durch eine Reihe von Einzelfaktoren getrieben: Dr. Bischof nennt das weltweite Bevölkerungswachstum, aber auch die zunehmende Alterung der Bevölkerung als zwei entscheidende Faktoren. Medizinische Innovationen, die den Bedarf an neuen und wirksamen Therapien decken, treiben das Sektorwachstum genauso an wie der Aufbau der Gesundheitssysteme in den Schwellenländern und die dortige Verwestlichung des Lebensstils. Insgesamt könne der Anleger ein äußerst stabiles, noch jahrzehntelang andauerndes Wachstum im HealthCare-Bereich erwarten, prognostiziert der Marktexperte, da sich der Trend eines schnelleren Wachstums der weltweiten Gesundheitsausgaben als der globalen Wirtschaftsleistung fortsetzen dürfte.

Der nova Steady HealthCare P (WKN A1145J, ISIN DE000A1145J0) wurde am 1. April 2015 aufgelegt und hat sich die weltweite Selektion von Aktien von Gesundheitsunternehmen mit schwankungsarmen Geschäftsmodellen und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen auf die Fahnen geschrieben. FondsManager Dr. Andreas Bischof legt den Schwerpunkt auf die fundamentale Unternehmensanalyse und schließt in seinem HealthCare-Fonds Aktien der Subindustrie Biotechnologie explizit aus – auch Pharmaaktien finden sich kaum im Portfolio. Der nova-Fonds nutzt den Euro als FondsWährung, besitzt ein Volumen von aktuell 15,7 Millionen Euro und verwendet den MSCI World Health Care EUR Price Index als Benchmark. Der risikoaverse HealthCare-Fonds hat durch die konsequente Umsetzung seiner besonderen Investmentstrategie auch in den ersten Monaten des neuen Handelsjahres 2018 seine Fähigkeit zur Erwirtschaftung einer Überrendite unter Beweis gestellt: Einer Wertentwicklung des Fonds von +3,86 Prozent auf Eurobasis steht eine negative Performance des MSCI-Referenzindex von -1,43 Prozent gegenüber. Wie stellt sich die Anlagestrategie von FondsManager Dr. Bischof im Detail dar?

FondsStrategie. Benchmarkferne. Gelebt.

Der nova SteadyHealthCare strebt als Anlageziel einen möglichst hohen Wertzuwachs an und investiert sein FondsVermögen in Aktien von Unternehmen weltweit, deren Tätigkeitsschwerpunkt dem Bereich HealthCare zuzuordnen ist. Die erworbenen Wertpapiere sollten an der Börse eines etablierten Industrielandes notieren. Explizit zum Anlageuniversum gehören Firmen aus den Bereichen HealthCare Distributors, HealthCare Equipment, HealthCareFacilities und HealthCare Services. Weitere Schwerpunkte im Portfolio bilden die Sektoren HealthCareSupplies, HealthCare Technology, Life Science Tools & Services sowie ManagedHealthCare. FondsManager Dr. Andreas Bischof macht den Unterschied des nova SteadyHealthCare zu anderen Fonds aus dem Pharma- und Gesundheitsbereich klar: Während „klassische“ HealthCare-Fonds den überwiegenden Teil ihres Volumens in die zwei Subindustrien Pharmazie und Biotechnologie investieren, legt der nova-Fonds überhaupt nicht in Biotechaktien und nur einen kleinen Teil seines Volumens in Aktien von Pharmaunternehmen an. Das aktive Management des Fonds basiert auf der fundamental getriebenen, weltweiten Selektion von Aktien von Gesundheitsunternehmen mit besonders stetigen Geschäftsmodellen und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Der benchmarkferne Investmentansatz ist nicht an konjunkturelle Trends gebunden und langfristig ausgerichtet; in Kombination mit dem aktiven Portfoliomanagement sorgt er dafür, dass rund 90 Prozent des FondsVolumens abseits der MSCI-Benchmark investiert sind. Vielmehr konzentriert sich die indexferne Anlagestrategie des Fonds auf die acht bereits genannten Subindustrien des weltweiten Gesundheitssektors, die von anderen Fonds tendenziell vernachlässigt werden. Und dies zu Unrecht, wie FondsManager Dr. Bischof betont, denn gerade in diesen „anderen“ Subindustrien existieren hochattraktive Unternehmen mit vielversprechenden Wachstumsperspektiven und vorteilhaften Chance/Risiko-Profilen. Der nova SteadyHealthCare besitzt als Anlageuniversum rund 1.700 Gesundheitsaktien und kann so die ganze Bandbreite an Investmentgelegenheiten im weltweiten Gesundheitssektor ausschöpfen. Auf dieser Basis wird mittels strenger Selektionskriterien ein aus maximal 30 Qualitätstiteln bestehendes, sehr konzentriertes FondsPortfolio zusammengestellt. Der Schwerpunkt des nova-Fonds liegt auf Aktien von etablierten HealthCare-Unternehmen mit einer großen Kontinuität des Umsatz- und Gewinnwachstums. Darüber hinaus sollten die Investitionskandidaten langfristig gesicherte Wettbewerbsvorteile und ein nachhaltiges Wertschöpfungspotential aufweisen, fasst Marktexperte Dr. Bischof die Anlagestrategie zusammen. Wie ist das FondsPortfolio im Detail zusammengesetzt?

FondsPortfolio. USA. Führend.

In der Länderallokation des nova SteadyHealthCareliegen die USA mit einemAnteil von 65,71 Prozent des FondsVermögens mit großem Abstand auf Platz eins. Klar dahinter folgt die Eurozone, wo 19,70 Prozent des FondsVolumens investiert sind. Auf Platz drei der Ländergewichtung befindet sich Großbritannien mit 5,75 Prozent, andere Staaten runden mit 8,84 Prozent die geographische Allokation des HealthCare-Fonds ab. In der Sektorenallokation ist FondsManager Dr. Andreas Bischof am stärksten in den Subindustrien HealthCare Equipment, HealthCare Services und Life Science Tools & Services engagiert. Welche Einzeltitel favorisiert der Gesundheitsexperte in besonderem Maße?

Das international tätige italienische Dienstleistungsunternehmen Amplifon, das auf den Verkauf und die Anpassung von Hörgeräten spezialisiert ist, stellt mit einem Portfolioanteil von 5,39 Prozent aktuell die größte Einzelposition des Gesundheitsfonds dar. Wie FondsManager Dr. Bischof berichtet, trug die Aktie nachhaltig zur positiven Wertentwicklung des nova-Fonds bei und hatte ihren Anteil daran, dass der aktiv gemanagte Fonds den Sektorindex im ersten Quartal 2018 um drei Prozentpunkte schlagen konnte. Eine vergleichsweise hohe Gewichtung unter den wichtigsten Einzeltiteln des Fonds besitzen auch die Aktie des US-amerikanischen Krankenversicherers HealthEquity (5,27 Prozent) und des dänischen Medizintechnik-Unternehmens GN Store Nord (5,07 Prozent). Die Medizintechnik-Firma Boston Scientific sowie der US-Tierarzneimittelhersteller Zoetis Inc. runden die Top-5-Positionen des novaSteadyHealthCare ab.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse haben wir den nova SteadyHealthCare dem MSCI World Health Care 10/40 EUR NETR als Benchmark gegenübergestellt. Die Korrelation mit dem weltweiten Vergleichsindex aus dem Gesundheitssektor fällt deutlich aus. Über drei Jahre liegt sie bei 0,84, auf ein Jahr gesehen geht sie leicht auf 0,77 zurück. Damit ist die Parallelität der Kursverläufe von Fonds und Index hoch, was zu aussagekräftigen Alpha- und Beta-Werten führt. Der Blick auf die Kennzahl R² bestätigt den ausgeprägten Gleichlauf von nova-Fonds und MSCI-Index: Für drei Jahre beträgt die Kennziffer 0,71, über ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,60 an. Damit haben sich mittelfristig 29 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 40 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass FondsManager Dr. Bischof mit seiner unabhängigen Titelselektion zuletzt stärker vom globalen Gesundheitssektor abgewichen ist. Der Tracking Error des Fonds liegt über drei Jahre bei moderaten 6,49 Prozent, was für eine wenig ausgeprägte Risikoneigung spricht: Dem eigenen Ansatz gemäß, nur Firmen mit besonders stetigen Geschäftsmodellen ins Portfolio aufzunehmen, werden keine hohen aktiven Risiken auf FondsEbene eingegangen. Wie fallen die Volatilitätswerte des nova-Investmentproduktes aus?

FondsRisiko. Volatilität. Gedämpft.

Der nova SteadyHealthCare weist über drei Jahre eine Volatilität von 12,21 Prozent auf, die noch unterhalb der jährlichen Schwankungsbreite von 13,04 Prozent liegt, die der MSCI World Health Care 10/40 EUR NETR als Vergleichsindex zu verzeichnen hat. Für ein Jahr wandelt sich das Szenario: Mit 7,98 Prozent fällt die Schwankungsneigung des nova-Fonds einen guten Prozentpunkt höher als die des MSCI-Referenzindex aus, der mit einer Volatilität von 6,76 Prozent aufwartet. Da die längerfristig niedrigeren Schwankungswerte stärker zu gewichten sind, ist der aktiv gemanagte Gesundheitsfonds der Gesamtsieger im Volatilitätsvergleich. Was kann die Analyse der Beta-Werte zur Einschätzung der Risikostruktur beitragen?

Das Beta des HealthCare-Fonds markiert einen Wert von 0,81 für die letzten drei Jahre und befindet sich damit klar unter Marktniveau. Über ein Jahr liegt das Beta exakt auf Höhe des marktneutralen Wertes von 1,00 und kündet davon, dass sich die Schwankungsneigung von Fonds und Vergleichsindex entsprechen. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre zeigt, dass der Fonds mehrheitlich mit weniger ausgeprägten Wertschwankungen als der Vergleichsindex aufwarten kann. In 22 der letzten 25 betrachteten Einzelzeiträume wird ein Beta von unter 1,00 erreicht, die Risikokennzahl verzeichnet dabei einen Wert von zutiefst 0,55. Dem stehen lediglich zwei Einzelintervalle mit einer stärker ausgeprägten Volatilität gegenüber, in denen der Beta-Wert auf 1,16 in der Spitze ansteigt. Insgesamt fällt das Risikoprofil des Fonds für schwankungsarme HealthCare-Unternehmen überzeugend aus: Das aktiv gemanagte FondsProdukt kann gegenüber der passiven SJB-Benchmark mit einer fast durchweg geringeren Schwankungsanfälligkeit aufwarten und bietet dem an Stabilität interessierten Anleger damit eine attraktive Risikostruktur. Können die erzielten Renditeergebnisse gleichermaßen überzeugen?

FondsRendite. Alpha. Generiert.

Per 30. April 2018 hat der nova SteadyHealthCare über die letzten drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +8,33 Prozent in Euro aufzuweisen. Ein gutes Ergebnis, wie die Gegenüberstellung mit dem MSCI World Health Care 10/40 EUR NETR beweist: Der Referenzindex für den globalen Gesundheitssektor muss sich im selben Zeitraum mit einer deutlich schwächeren Entwicklung von +1,74 Prozent auf Eurobasis begnügen. Die Zahlen entsprechen einer Rendite von +2,70 Prozent p.a. beim Fonds gegenüber +0,58 Prozent p.a. beim Vergleichsindex. Auch beim kurzfristigen Performancevergleich liegt der nova-Fonds klar vorn: Einer Wertentwicklung von +3,57 Prozent in Euro auf Seiten des aktiv gemanagten FondsProduktes steht eine Rendite von -2,55 Prozent der passiven Benchmark gegenüber. In beiden untersuchten Zeithorizonten gelingt es FondsManager Dr. Bischof, mit seinem Portfolio ausgewählter Gesundheitsaktien einen attraktiven Renditevorsprung zum MSCI-Vergleichsindex von jeweils über sechs Prozentpunkten zu erwirtschaften. Da die Mehrrendite auch in ihrer absoluten Höhe überzeugt, geht der nova-Fonds als Gewinner aus dem Performancevergleich hervor.

Ein weiterer Pluspunkt für das FondsProdukt ist das über drei Jahre erreichte positive Alpha von 0,19. Nochmals besser präsentiert sich die Renditekennzahl über zwölf Monate: Hier befindet sich das Alpha mit 0,51 erneut im grünen Bereich. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über den letzten Dreijahreszeitraum zeigt, dass die Intervalle mit einem Renditevorsprung eindeutig in der Mehrheit sind: In 15 der letzten 25 betrachteten Einzelzeiträume wurde ein positives Alpha bis 1,01 in der Spitze generiert. Dem stehen zehn Einzelperioden mit einer unterdurchschnittlichen Wertentwicklung gegenüber, in denen der Fonds Alpha-Werte von zutiefst -0,85 markierte. Der in der Mehrzahl der Fälle erzielte Performancevorsprung zum globalen Gesundheitssektor macht den nova SteadyHealthCare zum Gesamtsieger im Renditewettstreit. Das attraktive Rendite-Risiko-Profil wird dadurch bestätigt, dass die besseren Performanceergebnisse bei überwiegend geringerer Schwankungsanfälligkeit erwirtschaftet werden. Die positive Information Ratio von 0,33 über den jüngsten Dreijahreszeitraum bestätigt abschließend, dass eingegangene Risiken und erzielte Erträge des Gesundheitsfonds in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

SJB Fazit. nova Steady HealthCare.

Nicht nur, weil die OECD im Zeitraum von 2010 bis 2035 eine Verdoppelung der weltweiten Gesundheitsausgaben prognostiziert, sind Investitionen in Aktien des globalen HealthCare-Sektors langfristig eine attraktive Angelegenheit. Aus dem Segment der global anlegenden Gesundheitsfonds sticht der nova SteadyHealthCare hervor, dessen Anlagestrategie sich wesentlich von der seiner Wettbewerber unterscheidet. Der Fonds meidet Biotech- und Pharmaaktien und investiert stattdessen in sehr schwankungsarme Titel aus anderen Bereichen des weltweiten Gesundheitssektors. Die Fokussierung auf etablierte Unternehmen, deren Geschäftsmodell wenig schwankungsanfällig und besonders wachstumsstark ist, zahlt sich nachweislich aus: In den drei Jahren seines Bestehens hat es der risikoaverse Fonds geschafft, eine überdurchschnittliche Wertentwicklung bei unterdurchschnittlicher Volatilität zu realisieren.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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